Sonntag, 28. Dezember 2014

Wozu ist Christus Mensch geworden?

Diese Frage stellen sich aufmüpfige getaufte Heiden schon länger und den einzigen Grund, den sie zulassen ist, "um die Armen und Entrechteten ans Licht zu holen, damit ihnen Gerechtigkeit widerfährt und sie aus ihrem Elend erlöst werden" wie Kardinal Marx und andere, das ja seit Franziskus nicht müde werden zu erklären.
Hat natürlich was für sich und erlaubt einem auch in der logischen Verlängerung des Grundgedankens sich keine Sorgen machen zu müssen wegen der Entchristlichung des Abendlandes.
Weil, wenn Christus gekommen ist um zur Solidarität mit den Armen u.sw. aufzurufen, dann haben wir einfach in Europa keine eigenen Armen mehr, weil, es muss mal festgestellt werden, dass in weiten Teilen der Welt sich ein Arbeiter nicht den Komfort leisten kann, den ein Hartz IV Empfänger sich bei uns leisten kann.
Das ist mit einer der Gründe warum die Leute zu uns kommen wollen.
Auch wenn um der Gerechtigkeit willen gesagt werden muss, dass das was sich der Hartz IV Empfänger leisten kann nicht das ist, was man in unserem Teil der Welt als unbedingt notwendig erachtet, als da ist ein eigenes kleines Häuslein  mit Gärtchen und eventuell Sauna, 2 mal im Jahr Urlaub, sofort nach dem Führerschein ein Autolein für das Kindelein, naja wir wissen das ja alles.

Also Arme haben wir schon, wenn man den Maßstab des Massa Eigenheim-Katalogs zugrunde legt, aber so richtig Arme, wie aus einer Dickens Geschichte, davon haben wir nicht so viele.
Versteht man das mit der Armut so, wie es seit Franziskus dem Ersten verstanden wird, so geht es um das Geld und sonst nix.


Betrachten nun die deutschen Bischöfe ihre Kirchensteuereinnahmen, so kann man da die erstaunliche Feststellung machen, dass selbige immer noch steigt, trotz sinkender Zahl der Katholiken.
Man klicke z.B hier gucke und staune! Wobei es interessanterweise, in trauter ökumenischer Eintracht bei den evangelischen auch nicht besser aussieht, auch wenn man feststellen muss, das im Lande Luthers die Mitglieder der katholischen Kirche die der evangelischen Kirche leicht überholt haben, was die höheren Kirchensteuer Einnahmen erklärt.
Absolut verwunderlich ist jedoch das stetig Zunehmen der Steuereinnahmen bei gleichzeitigem stetigem Abnehmen der Mitgliedszahlen katholisch hier evangelisch hier .
Das Ganze ist natürlich keine gemeine Austricksung der staatlichen Steuerverteilbehörden zugunsten der Kirchen, sondern liegt einfach daran, dass in beiden Konfessionen vom klassischen Familienmodell auch  nix mehr gehalten wird.
Weil wenn beide Eltern arbeiten, und das eine Kind, das man gekriegt hat, sofort vom Kreißsaal aus in die Krippe und den Hort (ja ich weiß so ein bisschen Elternzeit gönnt man sich meist schon) kommt, so dass Mutter und Vater beide wieder sofort ihre Arbeitskraft an den nächstbesten hergelaufenen Kapitalisten, (wie man das früher ausdrückte) verkaufen können, so zahlen beide auch schön und gut Lohnsteuer und damit auch Kirchensteuer........

Das Problem ist nur, dass Christus nicht Mensch geworden ist, um eine bessere Welt auf dieser Erde zu schaffen, sondern um uns heimzuholen in sein Reich und zwar alle, wie wir ja seit dem lange schwärenden Streit um die Wandlungsworte wissen.

Selig sind die, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.
Und eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als das ein Reicher in den Himmel kommt.

Ersteres hat nichts mit Geld und Komfort zu tun und letzterer Satz zeigt, wer die wahren Armen vor Gott sind, das sind die, die nicht mehr begreifen, dass sie arm sind, wie es in der Offenbarung des Johannes an die Stadt Laodizea geschrieben wird

 An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er, der «Amen» heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß!
Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien.
Du behauptest: Ich bin reich und wohlhabend und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist, arm, blind und nackt.
Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir weiße Kleider und zieh sie an, damit du nicht nackt dastehst und dich schämen musst; und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst. (Offb 3, 14ff)

Ja wahrhaftig, in dem Moment, wo man nicht mehr begreift, dass Gott Mensch geworden ist, um mich zu retten, sondern der Ansicht ist, Gott sei Mensch geworden wegen irgendwelcher anderen, was ja immer den versteckten Hochmut in sich trägt, dass man sich selber für so gut hält, dass man keinerlei Hilfe egal von wem auch immer und schon gar nicht von Gott, nötig hat, in dem  Moment wird es schief.

Im alten, dem "grünen" Katechismus, herausgegeben 1953!  findet sich die Frage:

Warum ist Gott Mensch geworden ? auf der Seite 50 und die zugehörige Antwort lautet

1. um und das Reich Gottes zu verkünden und den Weg zum Vater zu zeigen.
2. um uns von den Sünden zu erlösen und wieder zu Kindern Gottes zu machen

natürlich gehören zum Glauben auch die guten Werke, aber wenn man im Ohr hat, was ein gewisser Dr. Martin Luther so über die Werkgerechtigkeit zu sagen hat und was selbiger Dr. Martin Luther über den Jakobusbrief (da steht das drin, dass Glaube ohne Werke tot ist) so meinte, kann man sich  nur wundern.

Davon abgesehen gehört zu den Werken nun nicht gerade organisierte Nächstenliebe, sprich Caritas und Diakonie, so gut und richtig das ist, was ich definitiv nicht in Frage stellen will, aber für die dort Tätigen gilt, dass sie ihren Lohn bereits erhalten haben, wie es ja auch richtig und gut ist.

Zu den Werken gehören wohl die selbstlosen Taten, und da sieht es mau aus.
So gehört zu den Werken der Barmherzigkeit, die Nackten zu bekleiden, und wenn man sich die Nackten anguckt, die allüberall in Hochglanz zu sehen sind, oder auch an diese seltsamen Damen denkt, die denken, dass das Herumschwenken von sekundären Geschlechtsmerkmalen irgendwie gut wäre, sieht man ein, wie schwierig es ist, dieses Werk der Barmherzigkeit zu vollbringen und wie nötig es ist.
Ist es doch so, dass eine Not erst dann richtig tief ist, wenn man sie gar nicht mehr als Not spürt. Wie ja auch oberflächliche Verletzungen viel weher tun als richtig tiefe.

Weiter gehören zu den Werken auch die geistigen Werke der Barmherzigkeit, worunter solche Sachen fallen, wie Sünder zurechtweisen, Zweifelnden recht raten und Unwissende lehren ....

Wir sehen Christus ist nicht Mensch geworden, um alle in den Zustand gehobener Bürgerlichkeit in ökologischer Verantwortung gegenüber der Schöpfung unter Beachtung politisch korrekten Wohlwollens gegenüber staatlich anerkannter positiv zu bewertender Randgruppen, zu heben, so gut und richtig, aller Ironie zum Trotz das auch ist.

Nein er ist gekommen um uns den Weg ins Haus des Vaters zu zeigen!

1 Kommentar:

  1. Sehr schön, vielen Dank! Was gäbe ich darum, dass ein Priester in diesem Sinn predigt!

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