Samstag, 17. Januar 2015

Der zugrundeliegende Irrtum im Umgang mit dem Islam

Irgendwo habe ich mich amüsiert darüber, dass jetzt der nächste Aufstand der Anhänger der 'Religion des Friedens' droht und zwar ausgerechnet bei Aldi Süd.
Berichtet doch die t-online Startseite, dass man (also die scheinbar neue Leitkultur) gar ned so amused wäre, über den Versuch von Aldi Süd mittels Produktdesign sich auf den Kundenkreis noch besser einzustellen.
Konkret geht es um die Abbildung eines Minaretts auf einer Seife.
Nun gut, könnte man sagen sowas blödes aber auch.

Aber ich nehm das einfach mal als Aufhänger um zu beschreiben, was meiner Meinung nach prinzipiell schief läuft.
Um es mal etwas platt zu sagen, die europäischen Freigeister, sind (mit einer Ausnahme, aber das kommt später), angetreten um die durchaus als positiv gewerteten  Werte des Christentums endlich in die Tat umzusetzen.
Also  Luther ging noch davon aus ( wobei Luther keineswegs der Vater der Demokratie und des freien Denkens war, sondern ein durch und mittelalterlicher sogar frühmittelalterlicher Mensch war,  aber das führt hier auch zu weit), er ging also davon aus, dass der Mensch prinzipiell böse ist, durch und durch böse , so böse, dass auch die Gnade da nix mehr dran ändern kann, sondern die Gnade sowas ist, wie ein  Mantel, ein goldener Käfig, ein Joch, welches das böse Tier bändigt und vor sich selber schützt und dazu noch schön aussieht.
Im Unterschied dazu, gehen die Aufklärer und ihre Nachbeter davon aus, dass der Mensch prinzipiell so richtig, richtig, gut ist. Und das, was ihn daran hindert, das auch zu sein, sind die bösen Menschen, die in der katholischen Kirche das Sagen haben, ergo muss sie abgeschafft werden, damit das Gute im Menschen zu Tage tritt.
So lassen sich, (das auszuziehen führt aber zu weit) die brutalen Säuberungen erklären, zu denen die Revolutionen neigen, weil man nämlich wieder und wieder feststellen muss, es funktioniert nicht.

Die Sache ist einfach die, dass die westlichen Atheisten christliche Atheisten sind, was man in jeder Diskussion merkt, wenn man fragt "Warum soll ich mich denn um meinen Nachbarn kümmern?" man kriegt dann immer zur Antwort "Also ich denke es reicht für eine Gesellschaft "Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu" und die  Frage "Warum sollen die Menschen das einsehen" wird mit Christentum ohne Gott beantwortet.

Richtig ist, dass die Gottesebenbildlichkeit und die Gottesgeschöpflichkeit  aller Menschen und das Gericht, das uns allen droht, eben Grund für die christliche Ethik ist.
Gibt es nämlich kein Gericht und keinen  Gott, ja dann "lasst uns doch essen und trinken und das Leben genießen, ohne Rücksicht auf Verluste, weil morgen sind wir tot", sagt Paulus und "nach mir die Sintflut" sagt der Volksmund.


Es gibt also, wenn es keinen Gott gibt, keinen Grund nicht die Sau rauszulassen und weil die Idee, dass es keinen Gott gibt, so allüberall ventiliert wird, deshalb hat auch unser Sozialsystem, das gut ist, ohne Frage, ein bisschen einen komischen Ruf, bei denen die davon abhängig sind, weil man das Gefühl hat, die Mehrzahl macht das wegen des Lohnes, was ja nicht verkehrt ist, dass der, der arbeitet, seinen Lohn erhält und soziales Tun ist nun mal Arbeit, es ist aber auch deshalb Arbeit, weil man die Grundzelle, die die Arbeit eigentlich  leisten solle, systematisch zerstört hat, so dass es halt so ist, wie es nun mal ist und das weiter aufzudröseln fehlt wiederum der Platz

Aber genau hier liegt das Problem.
Sah der Mensch früher seine Hauptaufgabe darin, dafür zu sorgen, dass die zukunftsgestaltenden Personen ins Leben kommen konnten und diejenigen die nicht unmittelbar daran beteiligt waren, sahen ihren Job darin den unmittelbar Beteiligten zu helfen.
Sprich, man arbeitete der Familie zu,  auch und wenn das nicht immer optimal rund lief, schon klar.
Ist es heute so, dass man die Zukunft meint, auch ohne Kinder gestalten zu müssen und zu können, was die zahlreichen Agenden und flotten Sprüche, Zukunftsforen und dergl bestätigen, was aber so nicht funktioniert, aber das werden wir schon noch merken.

Mal so ganz nebenbei, es ist, soweit ich das überblicke, das  Katholische alleine, was auch die unverheiratete (ältere) Frau achtete, während das abwertende Wort von der "Alten Jungfer" auf dem Mist der anderen gewachsen ist.
Das in der Gestalt Mariens beide Aspekte des Frauseins, Mutter und Jungfrau gefeiert werden und Ehefrau  und Ordensfrau 2 Seiten einer Medaille sind, kapiert man ja heutzutage kaum mehr, und es sei nur nur auf Kardinal Ratzinger verwiesen, der in "Salz der Erde" feststellt  "Die Krise der Frau ist die Krise der Ordensfrau" was wir in unseren  Berichten über die amerikanischen zölibatsverstärkenden "Nonnen" ja oft und oft bestätigt haben.

Um endlich zu Potte zu kommen, klar hat der christliche  Mensch genug Mist gebaut und je wichtiger er war, desto größer waren die Auswirkungen des Mistes, aber genau deshalb hat Jesus, der Christus, die Beichte gestiftet, ich meine es ist nichts wie eine  Antizipation der Ideen der Aufklärung, dass Kirchens jedesmal aus den Latschen kippen, wenn es sich nicht mehr verleugnen lässt, dass Katholikens Sünder sind und wenn sie nur der Oma ihre heißgeliebten silbernen Vorlegelöffel zum Farbe anrühren missbraucht haben.
Auf jeder Beerdigung überkommt mich ein Lachreiz, wenn ich mir die Reden anhöre und ich finde ernsthaft, dass die Redner wider das 7. Gebot verstoßen.
Was mich aber dann doch eher heulen lässt, ist das dahintersteckende Denken, dass zwar noch weiß, dass zu Gott nichts Unheiliges kommen kann, das aber dennoch die Angebote Gottes zur Reinigung, als da sind: Gebet, Opfer, Sühne, Sakramente auch stellvertretend, einfach meint nicht zu brauchen und deshalb seinen Ausweg im Lügen, sprich Sündigen findet.
Ich zumindest habe verfügt,  man möge auf meiner Beerdigung die Klappe halten oder mich dann, wenn das nicht geht, eben ohne Feier beerdigen, weil ich zumindest, will nicht noch im Tod Anlass zur Sünde geben.

Der moderne christliche Atheist sieht nun die Sünden der Väter, wie in einem Vergrößerungsglas  und denkt aber gleichzeitig, dass der Mensch doch gut wäre, wenn man ihn nur lassen täte.
Deshalb und  auch, jetzt sind wir bei der oben erwähnten Ausnahme der europäischen antikirchlichen Denker, weil der europäische Mensch weiß, zu was für Schrecken der letzte Versuch, das Heidentum neu zu etablieren, geführt hat, deshalb denkt der europäische Mensch alles nichtchristliche christlich, was irgendwie komisch ist. 


Und so schließt sich der Kreis, man hat das Grundgefühl, weil man es nicht richtig verstanden hat, das Christentum, das in der Tat die Botschaft der Gleichwertigkeit und dennoch Verschiedenheit (Buntheit) der Menschen gebracht hat, habe versagt, weil eben die Menschen so sind wie sie sind, und denkt nun aber, das der Mensch edel hilfreich und gut sei, von selber.
Dabei ist die Grundbotschaft des Christentums eine ganz andere, nämlich die, dass die Menschen nicht in ihren Sünden sterben müssen, wenn sie sich retten lassen durch das Blut des Lammes, das Jesus der Christus ist.
Also das Christentum verkündet genau nicht die Möglichkeit, dass der Mensch gut sei, sondern dass er die Vergebung seiner Sünden erlangen kann, wozu gehört, dass er erst mal welche haben muss.
Will hießen, Gerechte (korrekt die, die sich dafür halten) kommen nicht zu Christus, weil sie ihn gar nicht aufsuchen, weil, es ist wie im richtigen Leben, wer nicht in die Badewanne steigt, weil er den eigenen Gestank nicht mehr wahrnimmt, der bleibt halt dreckig.

So denkt man, dass der Islam die aus der christlichen Kultur gewachsenen  Werte von Solidarität, niemanden Ausnutzen, das Gemeinwohl achten, du musst dich selber anstrengen, wenn du was willst, geben ist seliger den nehmen, Kreuztragen, helfen, fröhlich sein, freundlich sein, den Nächsten lieben und die Frau achten, den Sünder  lieben, die Sünde verachten, niemanden zu etwas zwingen und schon gar nicht zum Sex, keine Sklaverei,  und all das einfach in sich trage, weil man all diese Dinge, die sich in Europa in blutigen Kämpfen auch,  wegen der gefallenen menschlichen Natur, gegen wilde Widerstände etabliert haben, als sozusagen selbstverständlich nimmt, wider besseres Wissen.

So sieht man den Islam eben durch die christliche Brille und unterstellt seinen Gläubigen, dass diese nie und nimmer einfach egoistisch  seien.
Ein Beispiel: ich kannte ein bisschen eine sehr fromme aber auch sehr komplizierte Frau, die schwer erkrankt war und hauptberuflich Ärztin war. Zu und wegen der Erkrankung gestellten sich massive finanzielle Probleme, ich, naiv wie ich bin, sagte "ei ja, dann gehste halt zum Sozialamt,  da geht das und das und das und alles easy" sie sagte "Um Himmels willen dann verlier ich meine Approbation" ich sage "So krank wie du bist, ist das doch wohl egal!"  Wir haben das in der Gemeinde besprochen und ich muss sagen alle Polen waren der Ansicht "die Frau hat recht, man geht nicht zum Sozialamt"

Ich erlebe und kenne auch einige deutsche Familien, die seit Jahrzehnten mit dem Amt zu tun haben, alle haben den Wunsch, davon los zu kommen.
Unsere Kulturbereicherer sehen das anders, für die ist wichtig: da gibt es das und da gibt es das und das gibt es und solange es Geld gibt, alles roger.
Die denken nicht, dass das Gemeinwohl für sie etwas tut, und sie, so sie können vice versa für das Gemeinwohl etwas tun sollten, in der ins weltliche gewandelten Abwandlung des Spruches "Denke nicht was Gott für dich tun könne, sondern  überlege was du für Gott tun kannst," nur dass man, wie es in allen staatstheoretischen  Texten der Aufklärung durchscheint, eben Gott durch den  Staat ersetzt (Müsste differenziert werden, aber ist ein Post keine Doktorarbeit) ,  sondern denken in den Kategorien "gibt es halt, her damit!"

Ich halte es auch- und das wird meine Kritiker überraschen, für gefährlich wenn es nun heißt "Ach die, die nutzen unsere Systeme aus,  die schmarotzen, die kosten nur....."
Es ist so, aber man muss auch verstehen, dass man nicht voraussetzen kann, was man nie gelernt hat.
Will heißen, mir kommt diese Kritik immer so vor, wie wenn  einer über mich herzieht, weil ich kein Spanisch spreche.

Und so wären wir bei meinem Grundansatz, der da lautet: man erwartete von den vielen nichtchristlichen Zuwanderern, dass diese Leute, die ohne eigene Schuld! noch nie was vom Christentum gehört haben, die besseren Christen wären und das war verkehrt.

Unsere Elite, die sich mehrheitlich eine Stiefel auf ihren christlichen Atheismus einbildete, die, um ein Bild zu gebrauchen, voller Verachtung auf die Rechenlehrer ihrer Grundschulzeit schauten und selber in den hohen Regionen der Funktionentheorie schwebten, und einfach davon ausgingen "'ne Kurve könne ja jedes Baby diskutieren" erwarteten nun, in logischer Stringenz der eigenen Denkfehler, dass Leute die noch nicht mal vom  dem Einmal Eins was gehört haben, sich das ganz von selber beibringen würden, weil alle Menschen doch so wären wie Blaise Pascal., wenn man sie denn nur ließe.

Erich Kästner mal wieder, drückt die Antwort auf diesen grundlegenden Irrtum, den er im Fliegenden Klassenzimmer dem Petrus in den Mund legt, so aus:
 "Sankt Peter übertreibt entschieden, wir sind gar nicht so wissbegierig, den meisten, wärs auch viel zu schwierig" und "Und Dummheit, Petrus, macht zufrieden"

Ich hätte natürlich, wie meist, noch ein passendes Zitat von Goethe zu bieten, diesmal aus Wilhelm Meister.
"alle Schuld rächt sich auf Erden"
Oder noch eines: von dem bereits zitierten Romano Guardini, diesmal der Titel eines Essays, den man zwar mit Genuss und Gewinn lesen, kann, aber nicht muss, weil der Titel bereits alles aussagt:
"Den Menschen erkennt nur, wer von Gott weiß"

Wie oder was wird aus unserem Teil der Welt, da habe ich keine Ahnung, aber ich denke, wir sollten mal wieder anfangen "An Gott zu denken", wie es ja die Präambel unseres Grundgesetzes will,
In diesem Sinne, "Im Gebet verbunden" wie ich neuerdings meine mails zu unterschreiben pflege!






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