Samstag, 10. Januar 2015

Haben wir das Trauern verlernt?

Ich muss ehrlich sage,n manches an der Diskussion der letzten beiden Tage, über den Anschlag durchgeknallter Islamisten auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo,  stößt mir echt sauer auf.
Dass irgendwelche Anderen behaupten, dass zwischen einer Strafanzeige stellen, wegen Verletzung des eigenen religiösen Gefühls und dem Ermorden derer, die eben ein religiöses Gefühl verletzt haben, nur ein vernachlässigbarer Unterschied bestünde, ist zwar blöd, aber es gibt halt Leute, die, wenn Dummheit Fahrrad fahren würde, bergauf bremsen müssten.
Meinungsfreiheit ist was Doppeltes, es ermöglicht dem einen festzustellen, dass Ester bestimmt aus einem Blondinenwitz  entsprungen ist und das auch auf Facebook oder sonstwo zu schreiben und es ermöglichst Ester genau darüber beleidigt zu sein und das ebenfalls zu artikulieren.
Die Meinungsfreiheit bedeutet auch, dass ein dritter der Ansicht sein darf, dass man so Wörter wie blöd, Blondinenwitze oder sonstwas tunlichst vermeiden sollte und am besten zu einem Volk von stummen Analphabeten mutiert, was jedoch die Negation der Meinungsfreiheit darstellt, wie man sich leicht selber klar machen kann, das ist übrigens eine Gefahr, die ich real sehe, aber darum geht es hier nicht.
Meinungsfreiheit bedeutet also auch, der Meinung zu sein, das da jetzt, das geht aber zuweit!

Nur, davon ganz abgesehen, können Meinungsverschiedenheiten selbstverständlich ausarten zu Wirtshausraufereien, oder auch zu Kriegen,  die europäische Geschichte ist voll von Meinungsverschiedenheiten, wer denn nun der Herr über dieses oder jenes Gebiet sei, die ausgeartet sind.
Nur haben sich diese Konflikte halt hochgeschaukelt und auch wenn das nicht die eingeschlagenen Köpfe rechtfertigt, so kann man es doch verstehen.

Von einer Aufschaukelung kann man in vorliegenden Fall aber genau nicht ausgehen, eher im Gegenteil.


Das andere, was nervt, ist der vorauseilende Dschimmystatus,  von wegen arme Kerle, kein Wunder wir sollen halt nicht zulassen, dass so böse Karikaturen und überhaupt, das Bilderverbot des Islam....Eija, wenn die das so schlimm finden mit Bildern allüberall, dann dürften die auch kein Smartphone haben, sprich auch da kann ja jeder meinen ,was er will, aber dann soll er gefälligst konsequent sein und im übrigen ist das Bilderverbot innerislamisch umstritten... und somit ein innerislamisches  Problem.
Es ist wie ein innerfamiliäres Problem, über das liebe Nachbarn zwar gerne ratschen, das die Nachbarn im Grunde aber nichts angeht.

Das dritte, was mir persönlich am meisten auf die Nerven fällt, sind so merkwürdige Diskussionen auf katholischen Blogs, wobei ich den Verdacht habe, diejenigen die diese anzetteln, sind irgendwelche Leute, die eine Vorstellung von Katholiken haben, die sich aus der Lektüre antikatholischer Schriften speist und denen es Vergnügen macht, so aufzutreten, wie der böse Katholik aus dem Agit Prop Roman.
Da jedoch im lieben Gott seinem Tiergarten ne Menge merkwürdiger Viecher sich tummeln, mag es auch sein, dass diese Leute ihre Karikatur des Katholischen für besonders gut halten, wer weiß, was man diesen Leuten angetan hat.

Ich meine dann so Diskussionen wo es heißt "aber das waren ja böse Karikaturisten" da kann man nicht einfach schreiben "Jesuis Charlie" und wo es dann heißt "aber das hätte man noch sagen müssen und dieses und ob der Tweet des Tages Jesuis Ahmed,* denn nicht irgendwie auch verkehrt wäre, weil der Kollege (mittlerweile die Kollegin) auch tot wäre.......................

*
I am not Charlie, I am Ahmed the dead cop. Charlie ridiculed my faith and culture and I died defending his right to do so.

Ich möchte dazu, ohne das, was man da zu hören bzw zu lesen kriegt, auszuwalzen, einfach mal hier zitieren ,was die Bloggerkollegin vom "Hörenden Herz" geschrieben hat:


Haben die Menschen das trauern verlernt? Das stumme innehalten und beten, wenn etwas so schreckliches passiert, dass es im ersten Moment das eigene Begreifen übersteigt. Warum müssen die Opfer immer gleich nochmal instrumentalisiert werden? Und was läuft falsch in diesen Tagen, dass geistige Provokation unbedingt mit Blut beantwortet werden muss?



und dann noch, was mir immer passiert wenn ich irgendwo lese Jesuis Achmed oder Jesuis Charlie, Ich bin gewöhnt das Je suis also das französische Ich bin eben als 2 Wörter zu lesen, und als ganzwortmethodengeschädigtes Schulkind lese ich Jesuis automatisch als Jesus.
So ist das alles für mich ein Zeichen, dass ER dabei ist und dabei war.
Im übrigen ist ER gekommen, um zu retten, was verloren war und nicht die, die meinen so toll zu sein dass sie keine Erlösung brauchen!
Und so kann ich mich dem Schlusssatz meiner Blogggerkollegin voll anschließen, und zitiere ihn hier einfach
 Ich jedenfalls bete für die ganze Crew von #CharlieHebdo, für Franck und Ahmed, die Geiseln von heute und für die Täter. Für die Opfer, dass sie Gottes Angesicht schauen und für die Täter, dass sie zu wahrer Reue und Umkehr finden.


Kommentare:

  1. Eine kleine Frage: ist es für Umkehr und Reue bei den Tätern nicht ein bißchen zu spät?

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    1. Das kann man nicht so genau wissen. Wenn es doch heißt, dass die Tür bis zum allerallerletzten Atemzug offen ist. Vielleicht haben sie da bereut? Ich weiß es nicht. Außerdem gibt es ja auch die Sympathisanten außen herum, die geistigen Brandstifter, die Aufwiegler. Für die ist definitiv noch Zeit.

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    2. Ich denke auch, dass nur Gott alleine weiß, wie sich die Schuld verteilt und wie es Erich Kästner von der unsympathischsten Person im "Fliegenden Klassenzimmer" sagen lässt "An jedem Unfug der geschieht, sind nicht nur die schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern" so ist es nun mal.
      Ergo gibt es da ne Menge Leute die sich bekehren müssten.
      Und davon mal ganz abgesehen ist beten nie verkehrt!

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  2. Da sie aber unbedingt als Märtyrer- zu ihren Taten stehend und stolz auf sie- sterben wollen, und sie überzeugt waren, sofort zu den 70 Jungfrauen oder wenigstens den frischen Trauben- zu Allah ins Paradies einzugehen, ist ein Bereuen und eine Umkehr in letzter Minute wohl eher unwahrscheinlich. Ob das Gebet zu Allah, von dem sie sich zum Morden berufen fühlten, da hätte helfen können?

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    1. Weil es Allah nicht gibt, kann man auch nicht zu ihm beten!

      Zu den 72 Trauben ist zu sagen, wenn man sich das mal überlegt ne Ewigkeit lang nur den Gelüsten leben, ne Ewigkeit lang, jeden Tag den ganzen Tag lang, ohne Pause ohne Aussicht auf mal was anderes, mal was Wahres, nur Sex, Fressen und Saufen, ob das nicht die Hölle ist?

      Es ist auf jeden Fall Lehre der Kirche, dass man von Luzifer und seinem Anhang abgesehen von niemandem sicher! sagen kann, dass er in der Hölle ist.
      Dass im vorliegenden Fall, nach allem was wir wissen, eine Bekehrung im Angesicht des Todes eher unwahrscheinlich ist, dass ist schon klar, aber wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, so wird es nicht das letzte Mal sein, dass zurückkehrende Dschihadisten in EUropa das tun, was sie im Irak udn in Syrien gelernt haben.
      Von daher ist beten schon schwer nötig.

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