Sonntag, 15. Februar 2015

Ist Treue immer was gutes? Oder: was Dante, die Fastenzeit und die Synode miteinander zu tun haben.

Ja schallt es einem aus kirchlichem Mund, leider nicht erst seit gestern, entgegen, wenn 2 Menschen, egal in welcher verkehrte Verbindung, einander in ihrer Verkehrtheit treu seien, so sei das gut und man müsse das honorieren...
Wenn ich sowas lese, so meldet sich sofort mein aufmüpfiger Geist und ich frage mich, was dann mit denen ist, die munter durch alle Betten hüpfen, das genauso gut finden, weil man ja nicht, nur weil man ein Stück Kuchen haben will, die ganze Bäckerei kaufen muss, und überhaupt, so tut es keinem weh, wenn es wieder auseinandergeht und hey man kann sich eh nicht binden, weil wer weiß, wo es einem beruflich noch hinverschlägt und dann müsse man ja wehtun... und so haben doch beide ihren Spaß.........  und wie das alles im Brustton der Aufrichtigkeit und im Bewusstsein der eigenen Gutheit, begründet wird....

Das ist das eine, das andere ist, die Treue ist, wie alle Werte, kein Wert ansich, sondern ob sie einen Wert hat, das hängt davon ab, wozu man treu ist.
Demnächst fängt die Fastenzeit an, da wird einem wieder, aus dem gleichen ober- und unterhirtlichem Mund, der Wert der Untreue gepredigt, wenn man die Sache recht betrachtet

und zwar der Wert der Untreue,  gegen den eigenen inneren Schweinehund, der sich angewöhnt hat, gut  zu essen, gut zu trinken und einen auf 'gemütlich auf der Couch liegen', zu machen, anstatt durch die Gegend zu joggen, sich vegetarisch, am besten vegan zu ernähren und als sei das nicht genug mit den Körnern und dem Gemüse, auch noch auf leckeres Süßes zu verzichten, weil das ja alles pfui bäh sei.
Dazu wird einem all überall noch erklärt wie gut das tun täte und wie wohl man sich fühlen täte, bei der freiwilligen Selbstkasteiung.........

Wir sehen also, Treue ist nicht immer was Gutes, die Treue zu schlechten Gewohnheiten, soll in der Fastenzeit gebrochen werden, weil es gut ist, wenn man schlechte Gewohnheiten ablegt.

Natürlich soll  man Menschen nicht einfach ablegen, auch und dann, wenn die Verbindung, die man zu ihnen hat nicht gut ist, aber man muss sich mal klarmachen, dass es manchmal auch Treue, die ja die höhere Form der Liebe ist, sein kann, wenn man diese Person in Ruhe lässt.

Auf jeden Fall stammt diese Idee nicht von mir, sondern von Dante Alighieri, dem bekannten Dichter der "Göttlichen Komödie".
Dante war sein Leben lang verschossen, ernsthaft verliebt in eine gewisse Beatrice, die ebenfalls in ihn verliebt war. das Problem an der Sache war nur, dass   Beatrice  anderweitig verheiratet wurde, wenn ich das recht begriffen habe.
Deshalb leugnete Dante seine  Liebe nicht, aber machte nix draus, und deshalb  führt am Ende Beatrice den Dante durchs Pardiso!
Überhaupt galt das ganze Mittelalter hindurch die Minne, also die Liebe zu der unerreichbaren, weil entweder Nonne oder anderweitig verheiratet, oder sonstwie einfach unerreichbar, Frau die dennoch treue Liebe, als hohe Form der Liebe.

Natürlich wird es oft, sagen wir mal so, schon ins recht irdische gekippt sein, die hohe Minne, und es wird auch, denke ich mir, mit einer Verachtung der Ehe, einhergegangen sein, was auch wieder verkehrt ist, kann man doch in Deus Caritas est nachlesen, dass es das Wesen des Christentums sei,. dass in der Ehe das Abbild der göttlichen Liebe sieht, und deshalb die Ehe, eben nicht, wie andere Hochkulturen verachtet, von wegen, für das gebildete Gespräch habe ich eine Hätere, für das Vergnügen ne andere, und fürs Kinderkriegen, den alte Scherbe dahaaam, um es etwas blöd auzudrücken,.

Um es einfach zu sagen, die  wahre Liebe, ist  auf die Ewigkeit gerichtet, auf das ewige Heil des anderen und sich selber und deshalb ist die Treue ein hohes Gut, aber nur dann, wenn sie in der Wahrheit gegründet ist und auch bereit ist Schwierigkeiten auszuhalten, und diese Schwierigkeiten können manchmal sein, das man zusammenbleibt und manchmal, dass man sich trennt.

Im Grunde ganz einfach. Wir wollen beten, dass die Synode im Herbst das auch so sagt, und nicht wieder herumgesülzt wird, 

Kommentare:

  1. Ich habe den Wert der Ehe erst Jahre nach der, von meinem Mann erzwungenen, Scheidung erkannt. Wären wir verheiratet geblieben, hätte ich sicher nie so viel für ihn und seine Bekehrung gebetet, die ich von Gott im Namen unserer Ehe zu fordern wage ... Anna

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    1. Eben! Sie haben die Treue, als die höhere Form der Liebe, zum untreuen gelebt.
      Gottes Segen!

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