Dienstag, 24. März 2015

Eine Million zuviel für Kardinal Marx?

Muss ein Italiener in Deutschland Kirchensteuer zahlen? 

Wir haben in den letzten Wochen ja den einen oderen Beitag veröffentlicht. Über die Intentionen von Kardinal Marx und über die Reaktionen aus dem Ausland darauf, ganz besonders aus Italien und aus England. Und dort kommt die deutsche Kirchensteuerkirche derzeit überhaupt nicht gut an.

Luca Toni war ein Klasse-Stürmer. Ein echter Goalgetter, der den Bayern einige Siege eingefahren hat. Und eine echte Augenweide. Und Torschützenkönig oben drein.



Als er nach Italien zurückkehrte, haben nicht nur die italienischen Restaurantbesitzer in München geweint ....

Er ist legendär, aber eben auch Geschichte.

Als er nach München kam, war er katholisch - und wusste nicht, dass es eine deutsche katholische Kirche gibt, wo man nur katholisch ist, wenn man die Kirchensteuer bezahlt und die deshalb zur reichsten Kirche der Welt geworden ist. Hat ihm ja keiner gesagt, und woher soll ein italienischer Fußballer, der international unterwegs ist und sich mit den deutschen Gepflogenheiten nicht so auskennt, das auch wissen.
Und da hat man ihm die Million einfach abgezogen. Kirchensteuer gibt es ja in Italien, England etc. nicht.
Jetzt ist Luca Toni schon ein paar Jahre weg und seine Nachfolger schießen jetzt die Tore.

Aber - wie wir heute in der Süddeutschen lesen, will Luca Toni diese Million zurückhaben, weil ihn der Steuerberater falsch beraten haben soll. Offensichtlich muss man als "Ausländer" nur keine Angaben über seine Religionszughörigkeit machen und schon fällt die Kirchensteuer aus. .... Fußballer verdienen gut und da können die zwei Buchstaben "rk" ganz schön teuer werden. Die SZ macht schon ein Drama draus.  Und jetzt bin ich mal gespannt, ob er die Million zurückbekommt. Kardinal Marx sollte Luca Toni einfach so einen netten Brief schreiben, wie er ihn mir geschrieben hat: dass die Kirchensteuer ihm hilft, näher bei den Menschen zu sein und alle seine tollen Projekte umzusetzen, aber ob das den Italiener beeindruckt?
Da steht ein spannendes Match an in den nächsten Monaten und wir "schaun amoi", wer am Ende die Million hat und wer nicht.



8 Kommentare:

  1. Die katholische Kirche darf jedenfalls die Million behalten. Wenn Sie den Artikel lesen, stellen Sie fest, dass Luca Toni die Million von seinen Steuerberatern zurück will. Es gab z. B. 2002 ein Urteil (BVerwG 21.5.03, 9 C 12.02, Abruf-Nr. 031326). Das OLG sah in dem unterbliebenen Hinweis auf die Kirchensteuer sowie auf die Möglichkeit, die Steuern durch einen Kirchenaustritt erheblich zu reduzieren, einen Beratungsfehler. Also zahlt ggf. der Steuerberater bzw. seine Berufshaftpflichtversicherung.

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    1. Allelrdings muss man in Italien nicht aus der Kirche austreten, wenn man keine Kirchensteuer zahlen will .... da ist man auch dann noch katholisch, wenn man den (viel geringeren) Betrag einer anderen Organisation spendet.

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    2. Das geht ja auch vielen anderen katholischen Europäern so, die in Deutschland arbeiten und dann hier plötzlich Kirchensteuern zahlen müssen.

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  2. Die Kirchensteuer ist halt das eine Thema. Ich persönlich würde sie auch abschaffen, weil ich glaube, dass dadurch die Kirchen satt und träge geworden sind.
    Eine völlig andere Frage ist aber: Begeht ein Steuerberater einen Beratungsfehler, wenn er seinen Mandanten nicht auf die Möglichkeit eines Kirchenaustrittes hinweist? Wenn ich den SZ-Artikel richtig verstehe klärt Luca Toni diese Frage vor Gericht.

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    1. Ja, da hat der Steuerberater wohl nicht richtig informiert. Allerdings gibt es diese Möglichkeit des Kirchenaustritts ja nur in D. Und es stellt sich die Frage: Ist ein Italiener, der 3 Jahre in D lebt, nach Kirchenaustritt nicht mehr katholisch und wenn er nach Italien zurückkehrt, dann automatisch wieder katholisch oder muss er in Italien dann wieder in die Kirche eintreten, obwohl es doch den "Kircheneintritt" in dieser Form in Italien gar nicht gibt?

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  3. Ob ich persönlich die Kirchensteuer abschaffen würde, weiß ich nicht; ich habe das aber auch nicht zu entscheiden.

    Aber wenn jemand öffentlich bzw. gegenüber dem Staat erklärt, nicht mehr katholisch zu sein, ist das selbstverständlich Apostasie. Ist doch nichts anderes, als es die sogenannten libellatici zur Zeit der römischen Christenverfolgung taten. Nur daß es bei denen um Leib und Leben ging, heute geht's nur ums Geld.

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  4. Bei den Einnahmen würde ich gern eine Million Kirchensteuern zahlen....

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