Samstag, 18. Juli 2015

Kirchenaustritte! Was tun? Mea Culpa?

Seit heute ist es amtlich. Die neuen Kirchen-Fakten und Daten für das Jahr 2014 liegen vor und daran gibt es eigentlich nichts herumzudeuteln.
Wie man bei hier lesen kann, hat sich der Vorsitzende der DBK zu einer allumfassenden Aussage zu dem Thema hinreißen lassen und die diversen Artikel bei katholisch.de (auf die säkularen Medien verzichte ich diesmal), deuten darauf hin, dass man sehr verkrampft nach einer Erklärung für diese "Massenflucht" aus der Kirche sucht.
Sündenböcke sind schnell gefunden, z.B. der Limburger Bischof, der mit Hilfe der säkularen Medien aus dem Amt gejagt wurde. Oder die Banken, die das Thema Quellensteuer auch bei der Kirchensteuer doch gar zu hoch aufgehängt hatten. Wir lernen daraus, dass es in der Kirche zugeht, wie bei den Sozis... man sucht die Schuld gerne bei den anderen.
Das ist wohl auch der Grund, warum es in so vielen Kirchen vor Messbeginn kein allgemeines Schuldbekenntnis mehr gibt .... Da müsste sich so mancher Hirte ja selbst anklagen.
Ich gehe auch aus diesem Grund lieber in Kirchen, wo das "Confiteor" selbstverständlich vor Beginn des Gottesdienstes geprochen wird und weiß deshalb, wie sehr das "Mea culpa" befreit.

Doch zurück zu den Zahlen. Wie es heute die Runde machte sind im Jahr 2014 insgesamt 217.716 Katholiken aus der Kirche ausgetreten. Eine große  Zahl, und ich habe einmal berechnet, wie sich diese Zahl auf die einzelnen Bistümer verteilt - um eine bessere Vergleichbarkeit zu haben, werden die Zahlen in Prozent der Katholiken aus 2013 dargestellt:
Kirchenaustritte 2014 
im Vergleich in Prozent. Quellen Daten: von dbk.de 
Grafik: Cinderella01

Deutlich zu sehen ist, dass die Bistümer Passau, Regensburg, Osnabrück die niedrigsten Ausstrittszahlen aufweisen, während es in Hamburg, Berlin und Magdeburg überdurchschnittlich viele Austritte gab.

Das zweite Bild zeigt den Anteil der Gottesdienstbesucher in den einzelnen Bistümern. Hieraus kann man erkennen, dass die Ost-Bistümer Görlitz, Erfurt und Dresden-Meißen den prozentual höchsten Anteil an Kirchgängern haben. Sie werden auch von keinem West-Bistum erreicht, wobei Regensburg mit einem Anteil von 17,0 Prozent fast an Dresden-Meißen heranreicht.


Anteil Gottesdienstbesucher 2014
in Prozent. Quellen Daten: von dbkde
Grafik: Cinderella01

Die Zahlen sind sehr aussagekräftig, zeigen sie doch auf, dass in den Bistümern, wo die Bischöfe den Glauben verkünden (anstatt Politik zu machen) die Anzahl der Besucher deutlich höher ist, als  in den eher "verweltlichten" Bistümern.

Besonders deutlich wird das in Bayern, wo das Erzbistum München und Freising über eine Austrittsquote von 1,17% verfügt und die Besucherquote bei 10,7% liegt.

Die gerade vom Münchner Erzbischof doch so permanent und laut geforderte Modernisierung (wobei er zugegebener Maßen vom Diözesanrat und ZDK nach Kräften unterstützt wird), scheint also weder die Menschen in die Gottesdienste zurück zu bringen noch von einem Austritt abzuhalten. Man sollte dabei auch bedenken, dass das Bistum München ja nicht nur die Millionenstadt München umfasst, sondern auch sehr viele ländliche Gebiete, wo die kirchliche Tradition doch sehr gepflegt wird. Auch hier hat man offensichtlich keine Lust auf Modernisierung und Politisierung und hält sich lieber von den Gottesdiensten fern.
Mich persönlich freut es allerdings sehr, dass die Bistümer Eichstätt, Passau und Regensburg ein solches Vertrauen bei den Katholiken genießen. Sind es doch deren Bischöfe, die sich in den letzten Tagen gegen das neue kirchliche Arbeitsrecht entschieden haben. Und wie es aussieht sollen die drei ja auch deshalb von den säkularen Medien "gegrillt" werden. Von einer Unterstützung durch den DBK-Vorsitzenden für die "3 Abweichler" habe ich auch noch nix gehört. Da ist es schön, dass die Menschen hier deutlich abgestimmt haben.

In der DBK überlegt man sich derweil, wie man die Menschen wohl wieder in die Kirche zurückbringen kann und wenn man bei katholisch.de liest, stellt man fest, dass man es mit den alten Rezepten versuchen will. Dabei wäre es doch so einfach.

Wie wäre es denn mal mit einem "Mea culpa"?

  • Mea culpa - dafür, dass die Kirchenführung vielen Gläubigen Menschen mit zu viel Politik, Weltverbesserungsgetue und Verwässerung des Glaubens  die Freude am Glauben vermiest hat
  • Mea culpa - dafür, dass die Kirchenführung Themen forciert hat, die eine Veränderung der Lehre bedeutet und dem glaubenden Volk eine protestantisierte Zeitgeistkirche zugemutet hätten.
  • Mea culpa - dafür, dass die Kirchenführung nicht eingegriffen hat, wenn gläubige Katholiken, die nach der Lehre der Kirche leben, von hochnäsigen Zeitgeistlern verunglimpft und denunziert wurden.

Wie wär's denn, wenn die deutsche Kirchenführung bei sich anfangen würde, das Glaubensfeuer neu zu entfachen, damit es auf die Gläubigen übergreift. Wenn sie das Licht Christi wieder zum Leuchten und die Schönheit des Glaubens zu den Menschen bringen würden.
"Gott allein genügt" sagte die heilige Theresa von Avila.
Dann braucht es keine weiteren Gründe, um katholisch zu sein ... denn alles das, was im oben verlinkten Video gesagt wird, ergibt sich dann von selbst. Ohne Gott und Christus als Herr und Gründer SEINER Kirche, werden alle Weltverbesserungsversuche, die als "Kirche tituliert" werden, so wie jetzt schon auch in Zukunft scheitern.

2 Kommentare:

  1. Eigentlich hat man ja prophezeit, dass mit dem neuen Papst alles besser wird, dass die Leute in Scharen wieder zurück in die Kirche strömen werden, ... , der Franziskus-Effekt eben.
    Könnte es sein, dass Franziskus doch nicht so beliebt ist und doch nicht so bei den Leuten ankommt, wie uns die Massenmedien immer suggerieren wollen?
    Schon klar, man tritt weder wegen einem Papst (und übrigens auch wegen einem Bischof, so protzig der auch immer sein mag) aus, noch tritt man wegen einem ein. Päpste und Bischöfe sind nur eine Ausrede, die wirklichen Gründe liegen tiefer. Aber trotzdem: Die Medien haben versucht, uns das einzureden. Bin neugierig, wie sich sich da jetzt rausreden werden.

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