Sonntag, 29. November 2015

Wir sagen euch an den lieben Advent

Nun ist er wieder da, der Advent!
Und jedes Jahr merke ich, ich werde älter und damit sentimentaler.
Habe ich mich früher immer über den doch schlussendlich nur zum Zwecke der Konsumsteigerung, sentimentale Weihnachtstimmung evozieren sollenden, ausufernden Lichterglanz in den Schaufenstern und an den Häusern geärgert, so gefällt er mir jedes Jahr besser.
Mir ist, als ob in all dem kommerzialisierten Trubel, in all der ausufernden Weihnachtshektik, der fast witzigen Häufung von Weihnachtsfeiern all überall, die unter dem Label "Besinnung" dennoch meist nur in Stress ausarten, als ob sich also hinter all dem, doch die unausrottbare, wenn auch sich oft gar nicht selber eingestandene Sehnsucht nach dem Erlöser steckt.
Die Menschen harren schon so lange, dass es fast sinnlos scheint, zu warten, schlimmer wie warten auf Godot.
Und ja, man komme mir nicht mit dem christlichen Abendland, weil es gilt auch hier das Wort des Angelus Silesius, dass es völlig unerheblich ist, wie oft und wo Christus geboren ist, er, Christus, muss in deinem Herzen geboren werden, sonst ist er vergeblich geboren.
So gehören auch wir, die wir doch von klein auf mit der frohen Botschaft "Er ist geboren" konfrontiert sind, so sehr konfrontiert, dass manch einer es als Belästigung empfindet, zu denen, zu denen der HERR erst noch kommen soll.
So gehören auch wir zu den harrenden Völkern, die oft schon so lange harren, dass sie gar nicht mehr wissen, auf was und wen sie da harren, weswegen ich all den Weihnachtsrummel, mittlerweile nicht mehr skeptisch sehe, sondern als Ausdruck einer Sehnsucht, die gar nicht mehr weiß, wonach sie sich sehnt, aber einer Sehnsucht, die dennoch einfach tief im Menschen ist,
Daher: Wir sagen euch an den lieben Advent, ja er, der HERR, der Erlöser, der König der Könige, er kommt zu uns.

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