Samstag, 30. September 2017

das Evangelium von heute räumt mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf, interessiert nur keinen

wer kennt diese Gespräche nicht, man sitzt smalltalkend zusammen, das Gespräch kommt auf die buckelige Verwandtschaft, und irgendwann heißt es, ja die Tante soundso, eine alte Hexe, bösartig, bigott., aber immer am Rennen in die Kirche.....
und dann geht es weiter, dass man sich selber lobt und sich im Brustton des Erstaunens drüber auslässt, dass so jemand in der Kirche sein kann, wo man selber Mitglied zu sein, für sich selber kategorisch ausschließt.
Ich finde das einerseits verständlich, weil es so ist, dass jede, aber auch  jede Gruppierung, die den anderen was beibringen will, mit einem überhöhten moralischen Anspruch,(wir, wir sind die Guten) auftritt und es aber nun mal so in dieser Welt ist, dass die Guten und die Bösen nicht fein säuberlich getrennt sind.
Andrerseits finde ich es erstaunlich, dass man von der Kirche, von der man nichts hält, moralische Maßstäbe anlegt, die selbst für den Weisen vom Berge zu hoch sind, und gleichzeitig weiß, das die Kirche genau kein Sozialverein ist und sein kann.
Davon noch mal abgesehen, scheint es mir doch ein gewisser Widerspruch zu sein, wenn ich verlange, dass die Kirche sich um alles und jedes, egal wie schlimm und runtergekommen urteilslos zu kümmern habe, aber selber dabei rein unbeleckt und sauber zu bleiben habe, aber egal.

Nun wissen wir ja nach 2000 Jahren Christentum, dass Christus irgendwie die gängigen Kategorien aufhebt, aber dennoch, und da denke ich, zumindest, dass genau das Teil des Problems, ist wie diese Aufheben der gängigen und verkehrten Kategorien auch immer nur mit der Brille der gängigen Kategorien betrachten, weswegen es eigentlich oft sehr komisch rüberkommt.



Ich habe Leute erlebt, die mit Tränen in de Augen irgendwelche Fürbitten für die Armen dieser Welt vorbeten, tief ergriffen, aber gleichzeitig Petitionen gegen die Verlegung der Postfiliale unterstützen, weil diese Verlegung sie zwingt, beim Gang zur Postfiliale an dem sozialen Brennpunktviertel vorbeizufahen und mit diesen Leuten, da will man nun echt nix zu tun haben.
So in der Richtung meine ich es.
Oder wenn echt penible Hausfrauen, für die das Herumliegenlassens eines benutzten Kaffeelöffels seitens des Ehegatten, beständiger Grund ist, die Ehe als dramatisch, schwer und dem Martyrium gleichkommend zu betrachten, sich für Chaos, Unordnung, Spontanität und dergleich, verbal begeistern.

Was sagt uns nun das Evangelium von heute zum Thema,?

Nun es sagt im Grunde das, in der Kirche sammelt sich alles was da herumschwimmt im Meer der Welt, und nur wer sich im Netz fangen lässt, der wird in den Himmel kommen können.
Aber nicht jeder, der sich im Netz fangen lässt ist auch einer, der in den Himmel kommt, nein da sind genügend drin, die in der Hölle schmoren werden.


Hier noch mal für, die, die das nicht glauben, der komplette Text

47. Abermal ist das Himmelreich gleich einem Netze, das in´s Meer  geworfen wird und aller Art Fische einfängt.
48. Wenn es angefüllt ist,47 zieht man es heraus, setzt sich an das Ufer, und sammelt die guten in Gefäße, die schlechten aber wirft man hinaus.
49. So48 wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen, und die Bösen aus der Mitte der Gerechten absondern,
50. und sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneknirschen sein.
51. Habt ihr das alles verstanden? Sie49 sprachen zu ihm: Ja!


Ich bin ja grundsätzlich der Ansicht, dass das Hauptproblem mit der Kirche und in der Kirche das folgende ist:
Wir wissen aus dem was seit Jahrhunderten an christlicher Kultur  so verbreitet wird, dass Gott gut ist, nun machen wir den Umkehrschluss, dass wir denken, Gott ist so gut, wie wir denken, dass es gut ist, anstatt uns von Gott sagen zu lassen, was gut ist.


 

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