Montag, 18. Dezember 2017

eine Weihnachtsgeschichte der besonderen Art, die trifft

es gibt viele Weihnachtsgeschichten, viele kitschig, viele moralinsauer, viele unrealistisch süß, und so weiter, die eigentliche Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium die haben wir zu oft gehört um sie noch zu glauben und hätten doch gar zu gerne, dass es wahr sein möge.

Eine der beeindruckendsten Weihnachtsgeschichten, die ich so kenne, heißt:

Die drei Gaben und die kann man hier lesen

Die Geschichte ist eigenartig und erinnert etwas an die bekanntere  Geschichte der drei seltsamen Gäste, wo die Zeit, die Liebe und die Lebensfreude zur Krippe kommen und jammern, hier eine Version nicht dass das Jammern verkehrt wäre, aber die Geschichte von den drei Gaben, geht tiefer.

Sie sei deshalb, um die Lust auf das Lesen der Geschichte zu wecken, kurz skizziert.

Es kommen also drei wirklich heruntergekommene Gestalten, einer zerlumpt, einer mit Ketten, einer mit wirrem Blick, nach den drei Königen auch noch zur Krippe.
Die Umstehenden, die armen Hirten wollen diese Leute nun wirklich nicht einlassen, alleine der hl. Josef bittet sie doch hinein und will ihnen, sogar die Gaben der heiligen drei Könige schenken.

Aber die Gestalten wollen nicht.
Sie erklären wer sie sind und schenken dem Kind ihr Leid und Elend, und das ganze ist nicht etwa kitschig, süß, tröstlich, sondern hart und wahr.

Wobei ich denke auf die meisten von uns trifft die Gestalt zu die sagt:

"Ich komm aus der Welt der Religionen und Philosophien. Ich bin irre geworden. Ich kann nicht mehr glauben. In der Wüste des Denkens habe ich Gott verloren. 

Mit freundlicher Genehmigung von "Gott in Berlin" hier die komplette Geschichte

Kaum hatten die drei vornehmen Gäste aus dem Morgenland, die gekommen waren, anzubeten und dem Kind ihre Gaben zu bringen, auf höheren Befehl Bethlehem verlassen, nahten sich drei andere Gestalten.

Sie kamen ohne Gefolge, unauffällig und unansehnlich. Ihr Gang war schleppend, mühsam setzten sie Schritt vor Schritt. Ihre müden Gesichter waren so sehr vom Staub bedeckt, dass man ihre Farbe kaum erkennen konnte. 
Waren sie gelb, braun schwarz oder weiß?

Der erste von ihnen ging in Lumpen einher und schaute hungrig und durstig umher. Hohle Augen, die viel Leid gesehen hatten, saßen in tiefen Höhlen. 
Der zweite ging vornüber geneigt. Er trug an den Händen Ketten. Vom langen Tragen und von der weiten Reise war er wundgescheuert an Händen und Füßen. 
Der dritte hatte wirre Haare, verzweifelte Augen und einen unsteten und suchenden Blick. Als ob er nach etwas Verlorenem Ausschau hielte.

Die Leute, die um das Haus des Neugeborenen herumstanden, waren schon vielerlei Besucher gewohnt. Dennoch wichen sie scheu zurück, als sie diese drei Gestalten sich nahen sahen. Sie waren zwar selber lauter arme, unvermögende Leute - aber so elend und verwahrlost wie sie sah doch keiner von ihnen aus. Sie rückten scheu und unwillig zusammen, um diese drei am Eintritt in das Haus zu hindern. Auch sahen sie, dass sie nichts bei sich trugen, das sie als Gaben hätten abgeben können. Waren sie etwa gekommen um etwas zu holen? Manche dachten an das Gold, das von den eben Weggezogenen im Haus niedergelegt worden war. Jeder hatte davon erzählen gehört. Hatten vielleicht diese etwas vom Gold vernommen?

Immer stärkeres Gemurmel erhob sich gegen die seltsamen Ankömmlinge. Da wurde ihnen die Tür geöffnet. Joseph trat heraus. Einige riefen ihnen empört zu, dass schlechtes Gesindel zum Kind kommen möchte, was er gewiss nicht zulassen könne. Er beschwichtigte sie und sprach: "Zu diesem Kind hat jeder Zutritt - arm oder reich, elend oder vornehm, anständig oder unanständig, vertrauenswürdig oder verdächtig. Es gehöre niemanden allein. Nicht einmal uns, seinen Eltern. Lasst sie herein!" 

Verwundert über diese Worte, bahnte man den dreien eine schmale Gasse. Joseph führte sie hinein. Die Tür blieb offen. Wer konnte, drängte sich hinein, um die seltsame Begegnung mitzuerleben. Einigen wurde bewusst, dass sie vor kurzem ebenso armselig vor dem Kind getreten waren. Nun standen die Drei vor der Krippe und betrachteten lange und stumm das Kind. Bei diesem Anblick wusste keiner mehr, wer ärmer war: das Kind auf dem Strohlager oder seine Betrachter. Alle schienen in dieselbe Niedrigkeit eingetaucht und verschmolzen zu sein - der in den Lumpen, der mit den Ketten, der mit dem traurigen Blick und das Kind.

Da brach Joseph das Schweigen. Er fühlte, dass er der am reichsten Beschenkte war, und es drängte ihn, seinen großen Dank für das Empfangene nun auch diese Armseligen spüren zulassen. In einer Nische der Wand neben der Krippe leuchteten die drei Gaben, welche die vornehmen Besucher hingelegt hatten. Er hob sie auf und streckte sie den Fremden entgegen: dem Zerlumpten das Gold, dem Gefesselten die Myrrhensalbe und dem Traurigen den Weihrauch. Und er sprach zum ersten: "So wie ich sehe bedarfst du am ehesten das Gold. Kaufe dir dafür Nahrung und Kleider. Ich habe einen Beruf und werde meine Familie auch ohne das Gold ernähren können."  Zum zweiten sprach er: "Ich kann dir zwar deine Ketten nicht abnehmen, aber siehe, diese Salbe wird deinen geschundenen Händen und Füßen wohl tun." Zum dritten sprach er: "Nimm diesen Weihrach. Sein Wohlgeruch wird deine Trauer zwar nicht vertreiben, aber veredeln und deine Seele erquicken." Alles geriet in Bewegung. Er verschenkt alles, flüsterten sich alle zu und konnten angesicht der Elenden solche Sorglosigkeit fast nicht verstehen. Grenzte diese Verschwendung nicht an Beraubung des Kindes?

Doch die drei Elenden schüttelten einmütig die Köpfe. Der erste antwortete: "Ich danke dir für dein großes Angebot. Aber sieh mich an! Wer bei mir Gold findet wird mich sogleich als Dieb verdächtigen. Ich habe für andere Gold aus der Erde gegraben und selbst nie besessen. Behalte es für das Kind. Du wirst es brauchen können." 
Der zweite antwortete: "Ich habe mich an meine Wunden gewöhnt. Ich bin zäh und stark geworden. Behalte die Myrre für das Kind. Wenn es geschundene Hände und Füße haben wird, kann sie ihm helfen." 
Der dritte antwortete: "Ich komm aus der Welt der Religionen und Philosophien. Ich bin irre geworden. Ich kann nicht mehr glauben. In der Wüste des Denkens habe ich Gott verloren. Was soll mir da der Weihrauch? Er würde nur meine Zweifel umnebeln. In seinem blauen Dunst würde er mir nur leere Bilder vorgaukeln, aber er könnte mir Gott nicht ersetzen."


Alle entsetzten sich dieser Worte und über die Rückweisung der Geschenke. Auch Maria und Joseph bedeckten ihre Gesichter mit den Händen. Nur das Kind lag da mit unbedeckten, offenen Augen. Die drei traten ganz nahe zu ihm und sprachen: "Du bist nicht aus der Welt des Goldes, der Myrrhe und des Weihrauchs - so wenig wie wir. Du gehörst in unsere Welt der Not, der Plage und des Zweifels. Darum bringen wir dir dar, was uns dir gemeinsam ist."

Der erste nahm einige seiner Lumpen und legte sie auf das Stroh, und sprach: "Nimm meine Lumpen. Du wirst sie einst tragen, wenn sie dir deine Kleider nehmen und du allein und nackt sein wirst. Gedenke dann meiner!" Der zweite nahm seine Ketten und legte sie neben die Hand."Nimm meine Fesseln. Sie werden dir passen, wenn du älter sein wirst. Man wird sie dir umlegen, wenn man dich wegführt. Denke dann an mich!"Der dritte beugte sich tief über das Kind und sprach: "Nimm meine Zweifel und meine Gottverlassenheit. Ich habe sonst nichts. Ich kann sie allein nicht tragen. Sie sind mir zu schwer. Teile sie mit mir. Nimm sie ganz in dich auf, schreie sie aus und trage sie vor Gott hin, wenn du so weit sein wirst"!
  
Tief erschrocken hielt Maria die Hände abwehrend über das Kind. Lautes Gemurmel drang durch das Haus und durch die Tür. "Jagt sie fort! Sie legen einen Fluch auf das Kind!" Joseph griff in die Krippe, um Lumpen und Fesseln von ihm wegzunehmen. Aber sie ließen sich nicht aufheben. Es war, als ob sie mit dem Kind verwachsen wären. Das Kind aber lag da, mit offenen Augen und Ohren zu den drei Männern hingewendet.

Nach langem Schweigen erhoben sie sich. Sie streckten sich aus, als ob etwas Schweres von ihnen gefallen wäre. Sie hatten den Ort gefunden, wo sie ihre Last niederlegen können. Sie wussten, dass bei diesem Kind alles in treuen Händen bewahrt und bis zuletzt hindurchgehalten würde: Die Not, die Plage und die Gottverlassenheit. Mit zuversichtlichem Blick und festem Schritt traten sie aus dem Haus, hinaus in ihr begrenztes und mitgetragenes Elend.


 Lucie Reichert für GottinBerlin.com




es ist wirklich so auch wenn es abgedroschen ist und wir es oft und oft, zu oft anders gehört haben, Christus ist gekommen, damit wir unsere Last bei ihm ablegen.

Das Problem bei uns ist nur, dass wir gar zu oft unsere Last gar nicht wahrzunehmen wagen, deshalb und nur deshalb gelangen Huren und Zöllner eher in das Reich Gottes als die Pharisäer, weil erstere um ihre Last wissen und letztere sie auch vor sich selber verstecken.
Das Kind in der Krippe will aber alle Last von uns nehmen, nur ist dieses Kind ein Gentleman und drängt sich niemandem auf.
Daher lasst uns nach Bethlehem gehen! Gesegnete Adventszeit

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