Sonntag, 17. Dezember 2017

über die Wohltaten des Rosenkranzbetens, oder ein Loblied auf die frommen Hühner

Sie ist ja schon oft totgesagt worden, die Kirche und am allertotgesagtesten werden immer diese dummen, einfachen, dem ganzen modernen Kram abholden, einfach vor sich hinbetenden, alten Frauen.
Wobei ich gar nicht weiß ob all die Adjektive zutreffen, aber so ganz ernst genommen werden sie nicht, die frommen Hühner und wer was gelten will in der Kirche, der muss schon schlaue Bücher schreiben und elegant und gelehrt nachweisen, dass all das was die frommen Hühner so als richtig und gut empfinden es nicht ist, und überhaupt es endlich Zeit wird, dass...

Ich mag das nicht ausführen, aber es stimmt, dass die Frommen irgendwie oft komisch sind, wenn man anfängt mit ihnen zu reden, dann vieles einfach dumm gesagt wird, manches seltsam begründet wird und überhaupt sind im lieben Gott seinem Tiergarten eine Menge echt seltsamer Exemplare unterwegs.

Dennoch will ich hier das Loblied der frommen, schrulligen, seltsamen Hühner singen, weil sie in ihrer Sturheit, in ihrem Beharrungsvermögen, eines tun, die Kirche nämlich am Leben halten und zwar indem sie auf anständige Liturgie bestehen, in dem sie auf dem Beten, dem altmodischen Beten, mit dem altmodischen Gebeten bestehen und das einfach durchhalten.

Das hat dann manchmal den Effekt, dass jemand einfach  dazu kommt und einfach eintauchen kann in einen Strom, der die Erde mit dem Himmel verbindet und das tut er, auch deshalb, weil, die die ihn am Strömen halten das gar nicht merken.

Mir scheint genau hier eines der Punkte für das aktuelle Dilemma der Kirche zu liegen.
Im Grunde denke ich, die Franziskusse, Marxe, Frauenpriesterinnenfans, Aufhebung sell und jener Gebote Apologeten die meinen es gut, die wollen  den Menschen wohl tun, die sind engagiert usw.

Aber sie kennen den Menschen nicht, da sie um Gott nicht wissen (wollen) wie man in Umkehrung eines Essays von Romano Guardini (Den Menschen erkennt nur, wer um Gott weiß) sagen könnte.
Und genau das ist das Problem!

Helfen ist, so sehr es heutzutage professionalisiert und internationalisiert, so sehr es einen Rechtsanspruch darauf gibt, gar nicht so einfach, wie man meint.

Wenn man z.B sozialkritische Texte aus den 20ern des letzten Jahrhunderts, oder gar aus dem 18. oder 19. Jahrhundert liest, so muss man sagen, das meiste von dem was da gefordert wurde, das haben wir. Niemand muss unter der Brücke schlafen und keinem wird die medizinische Versorgung verweigert, es gibt nicht nur das Recht auf Bildung hierzulande, es gibt sogar eine Schulpflicht., für eine Lehre muss kein Lehrgeld mehr gezahlt werden im Gegenteil der Lehrling kriegt noch Geld usw.

Lässt man solcherlei Bemerkungen in einer Diskussion fallen, bekommt man sofort mehr oder weniger wütende "Ja, aber....." entgegen geschleudert.
Und genau das bestätigt meine Eingangsthese.

Ich behaupte nämlich genau  nicht, dass die " Ja aber...". verkehrt wären, mein Punkt ist einfach der, dass helfen nicht so einfach ist, wie man denkt, wie man daran sieht, dass hierzulande Caritas und Diakonie immer noch und seit Jahrzehnten die größten Arbeitgeber sind.

Also die Not bleibt, auch und wenn es dem Menschen sehr gut geht; erfreut uns die Regenbogenpresse doch beständig mit dem Leid von Menschen, die vor lauter Geld nicht wissen wohin damit und dennoch immer für neue Skandale gut sind und sich teilweise sogar zu Tode saufen oder anderweitig ruinieren.

Man kann es drehen und wenden wie man will, der Mensch strebt immer nach Verbesserung, egal wie gut es ihm gerade geht, und er strebt eigentlich nach dem, was er nicht erreichen kann, nämlich dem verlorenen Paradies.

Deshalb, nur deshalb ist all dieser Aktivismus in der Kirche so merkwürdig und treibt die Leute in Scharen aus der Kirche, weil "die da drin es auch nicht wissen" und dabei vollmundig erzählen sie wären die  mit dem frischen Wasser und dann ist es genau die gleiche Läbberbrühe, wie die der Welt.

Die besagten, frommen Hühner nun wiederrum, die sind da anders, die sind, oft und oft seltsam, aber sie tun das was die Kirche schon immer getan hat, und damit halten sie das Fenster hin zum Göttlichen offen, und so kann der Durstige in den Genuss der Ahnung eines Gutes,  dass die Welt nicht geben kann, ontologisch nicht geben kann, gelangen,

Auch und wenn es immer im Vorläufigen stecken bleibt, da wir, auf dieser Welt, eben nur im Vorläufigen verhaftet sind, wir sind hier sozusagen in der Verbannung und egal was wir anstellen, die Sehnsucht nach dem Glück, das tiefe, tiefe Ewigkeit will, die bleibt, egal wieviel plastic fantastic wir auf diese Sehnsucht werfen.

Früher habe ich immer gesagt "Und wenn irgendwann einmal nur noch drei alte rosenkranzbetende Weiber und der Papst übrig sind, ist das noch lange kein Beweis dafür, dass irgendwas an der Lehre der Kirche verkehrt war und ist"

Heute, wo ich mir bei dem Papst nicht mehr so sicher bin, bleiben nur noch die rosenkranzbetenden alten Weiber, aber solange es die noch gibt, besteht Hoffnung.

Es ist scheinbar, mal wieder,  die Zeit, wo selbst im Dom die Beter sich verhüllen und Menschenhochmut auf dem Markt sich feiert, bis Gott aus unseren Opfern Segen wirkt... wie Reinhold Schneider in ebenfalls düsterer Zeit dichtete.

In diesem Sinne, noch eine gesegnete Adventszeit und der, der da kommt das ist der, der wirklich helfen kann, weil er uns den Weg aus dieser Welt hin zum Vaterhaus zeigt und geöffnet hat.





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