Sonntag, 25. Februar 2018

Versuch aktuelle kirchliche Eskapaden mal von einer anderen Warte zu betrachten

Zur Zeit wird wieder ein altes, im Grunde langweiliges, Spielchen gespielt, dass seit Jahrzehnten innerkirchlich gespielt wird, und ewig viel Energie von den paar verbliebenen Frommen abzieht, und dazu gleichzeitig so sinnlos scheint.
Es gibt Leute die dieses Spiel als "Selbstprotestantisierung der katholischen Kirche" bezeichnen und damit m.E. ziemlich daneben liegen, auch und wenn diese Bezeichnung zuztreffen scheint.

Also fangen wir von vorne an.
Eigentlich ist es so, dass gerade von Seiten der Protestanten, worunter hauptsächlich Calvinisten und Pietisten zu verstehen sind,. aber auch von Seiten der Lutheraner, kurz der gesamten evangelischen Welt, der gesamten katholischen Welt, bis vor kurzem, vorgeworfen wurde, viel zu lax zu sein, was die Sünden, speziell derer wider das 6. Gebot, ihrer Schäfelein angeht.

Gerade weil Luther und seine Frau Katharina es mit ihrem Ordensgelübde nicht so eng gesehen hatten, fühlten sie sich dennoch oder gerade deshalb, gerufen, eine vorbildliche (im Wortsinn) Ehe zu führen, gerade um es der verlotterten katholischen Kirche zu zeigen, wie es geht; das ist zumindest mein Eindruck. Und das zieht sich, m.E. durch die gesamte evangelische Welt, bis neulich.
Man seiht manches anders als die katholischen Mutterkirche, so den Wert von Gelübden und Eheversprechen, aber man fühlt sich, trotzdem oder gerade deshalb,  gerufen den Katholen zu zeigen wie es geht, auch wie man ordentlich und korrekt sündigt, ebenfalls nach Martin Luther "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer!"

Mittlerweile hat sich das Bild etwas gewandelt, man wirft der katholischen Kirche vor, bei manchen Sünden ihrer Schäfelein wider das 6. Gebot viel zu streng zu sein, aber dennoch nur bei den Sünden, die man selber als NichtmehrSünden deklariert. Ansonsten ist alles beim alten geblieben und man müsste, sich von Seiten der katholischen Kirche da nicht länger aufhalten, was man aber dennoch tut.

Nun wollte ich die Sache aber mal von einer anderen Seite versuchsweise aufrollen und mich daher mit dem neuesten Coup dieses Vereins, der von sich behauptet die Zusammenkunft von Experten  (= Bedeutung des Wortes Konferenz) für Deutsche und  Bischöfe zu sein, beschäftigen.
Da wollen sie, ach was sind se so gut, nun auch etwaigen evangelischen Partnern, katholischer Laien die Kommunion reichen, wenn und hier muss man schon lachen, auch wenn es zum heulen ist, diese den vollen katholischen Glauben bekennen und eine tiefe Sehnsucht nach dem Empfang der Eucharistie haben.



.Ja sagen wir  mal so, wenn ich, als Sprößling einer Vegetarierfamilie, der noch nie einen Schnippel Wurst vom Metzger bekommen hat, weil die Familie um diesen Sündenpfuhl immer einen weiten Bogen gemacht hat, auf einmal einsehe, weil ich z.B. Medizin studiere und was von Eisen, Vitamin B Komplex und Struktur des menschlichen Gebisses und Vertauungstraktes gelernt habe und  dazu mir noch jedesmal das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn ich am Hähnchenauto vorbeikomme, wenn ich als solcher nun auch mal ein Schnitzel essen will, so werde ich da wohl ganz offiziell in ein Restaurant oder eine Metzgerei gehen müssen und wenn ich dann dort regelmäßig vorbeikomme, dann kann ich mich nicht mehr länger als Vegetarier bezeichnen.
Also ich hoffe der Punkt ist klar, wenn ich überzeugt bin dass die katholische Kirche Recht hat mit ihrer Lehre, speziell der über die Eucharistie und danach Sehnsucht habe, ja dann, dann muss ich halt in diesem Verein Mitglied werden.
Ich kann ja auch nicht beim FC  Bayern München in der Allianz Arena einlaufen und dem Mensch der mein Ticket kontrolliert die Dauerkarte  von der Veltinsarena des FC Schalke vorzeigen.

So jetzt habe ich mich doch in die Niederungen des eigentlich völlig klaren verlaufen, was ich vermeiden wollte .-D

Eigentlich wollte ich auf die Realitäten in den Gemeinden, den katholischen, hierzulande verweisen.
Wie jeder weiß seiht es dortselbst höchst mau aus, um es mal vornehm zu beschreiben.

Also es ist bekannt, dass die Zahl der offiziellen Katholiken beständig sinkt, auch und wenn die Kirchensteuereinnahmen (hier klicken) mehr oder weniger stetig steigen, was keineswegs verwunderlich ist, ist ja auch die Kirche mittlerweile der Ansicht, dass das höchste Glück auf Erden für die Mutter darin besteht ihre Arbeitskraft an irgendeinen hergelaufenen Kapitalisten verkaufen zu können, und daher auch Kirchensteuer zahlen zu müssen, können oder dürfen, genauso profitiert auch die Kirche von der Versteuerung der Renten, aber gut aber lassen wie dieses Detail mal beiseite und widmen uns der stetig sinkenden Zahl der Katholiken.
Deutsch wie die DBK nun mal ist, finden wir hier eine wunderschöne Statistik zum Thema.

Man beachte folgendes: aufgeführt wird die absolute Anzahl der Katholiken, und deshalb haben wir 1990 eine Zunahme der Zahl, was aber einfach daran liegt dass  hier die neuen Bundesländer dazu kamen, was vorher nicht der Fall war, wie wir hier nachlesen können .
Ungeachtet dieses Statistiktricks hatte die Zunahme der absoluten Zahl der Katholiken in Deutschland keinesweges zur Folge, dass der seit 1965 existierende Effekt der stetig fallenden Anzahl der Gottesdienstbesucher in irgendeiner Form gebrochen, oder auch nur aufgehalten wurde. Hier noch mal klicken
Man kann nun ein bisschen an den Zahlen herumdiskutieren, ein bisschen die Zahlen hinterfragen, alleine ein einfacher Besuch in der Kirche vor Ort, überzeugt einem von der Richtigkeit des Trends, dabei ist es zumindest bei uns so, dass der "Zählsonntag" (das ist ein Sonntag im September wo die Gottesdienstbesucher gezählt werden und das Ergebnis dieser Zählung wird dann weitergeleitet, wobei man davon ausgeht, die, die an diesem speziellen Sonntag kommen, die kommen jeden Sonntag) extra im Gemeindeblättchen vermerkt wird, damit da die Leute auch kommen.
Aber selbst an hohen Fest- und Feiertagen, wo noch vor 10 Jahren brechendvoll war, findet man heute, selbst wenn man zuspät kommt,. noch einen Sitzplatz.
Dabei ist es keineswegs so, dass die sinkende Anzahlt der Gottesdienstbesucher sich durch die stetig sinkende Anzahl der Katholiken erklären lässt.
Auch diese Tatsache hat die deutsche Bischofskonferenz sehr schön erfasst,  so finden wir hier, in der letzten Spalte die Anzahl der Gottesdienstbesucher pro 100 Katholiken aufgelistet und sehen dass deren Anteil von 50,4 im Jahr 1950, was bedeutet dass jeder 2. Katholik regelmäßig zum Gottesdienst kam,  beständig sinkend 2016 bei 10,2 gelandet ist, was bedeutet, dass nur mehr jeder 10. Katholik regelmäßig zum Gottesdienst kommt.

Das sind, wie gesagt, die offiziellen Zahlen die auch den Bischöfen bekannt sein müssen und die uns zeigen, wie egal den  Leuten die Kirche und ihre Sakramente sind.

Hier kann man ein bisschen herumgucken, feststellen dass auch die Zahl der Erstkommunionkinder im rasanten Sinkflug begriffen ist, Beerdigungen jedoch sich weiterhin einer gewissen Beliebtheit erfreuen und der Rest vor sich hindümpelt, von der Fieberkurve der Austritte mal abgesehen.

Betrachten wir nur die hyperelevanten Zahlen so müssen wir feststellen kirchliche Trauungen, Erstkommunikinder und Gottesdienstbesucher überhaupt werden stetig weniger, was jeder weiß, der es wissen will.

Nun kommen unsere Bischöfe immer mal wieder aus der Deckung, und verkünden dass sie dafür sorgen wollen, dass Leute die nun mal nicht die Sakramente empfangen können, das aber sollen können dürfen.
Dabei tun die Bischöfe ja immer so, als stünden diese Leute heulend vor der Kirchentür und würden schier vergehen vor Sehnsucht danach.
Das ist ein geradezu biblisches Bild,. von wegen die die dürfen, die wollen ja gar nicht und die, die eigentlich nicht dürfen, die täten gerne kommen, wenn man sie nur liese   So wie es in Lukas 14,15 ff  und an anderen Stellen beschrieben wird.
Aber leider ist dem keineswegs so, sondern den Leuten da draußen ist die Kirche noch viel egaler als denen da drinnen, wie es ja die Spatzen von den Dächern piepsen.

Man könnte also sagen, die deutschen Bischöfe gleichen Leuten, die ein altes, unpraktisches, aus der Mode gekommens, schwierig zu pflegendes, auch sehr empfindliches,  dazu gebrauchtes, ramponiertes und nicht als wertvolle Antiquität verkaufbares, jedoch teures Tafelservice ihr eigen nenne, dass sie jedoch nur noch ungern benutzen, dessen Benutzung ihnen auch irgendwie peinlich ist.
Letzteres merkt man auch daran, wenn man auf Webseiten beliebiger Pfarreien geht, man erfährt viel, jedoch richtig suchen muss man nach den Gottesdienstzeiten, auch und wenn es hier löbliche Ausnahmen gibt. Am allerschwierigsten sind jedoch Beichtzeiten herauszufinden, aber so ist das halt in einer Kirche die mit den Wölfen heult, dass die Schuldigen immer die anderen sind, aber auch das nur nebenbei.

Also wenn wir die Sache richtig sehen, so ist die Beichte, das Bekenntnis der Sünden,. ja die Eintrittskarte zu den Sakramenten, aber das ist, wenn man sich die kirchliche Landschaft vor Augen führt, ja noch viel peinlicher als das Tafelservice, um im Bild zu bleiben, das ist so peinlich, dass man es noch nicht mal erwähnt, sozusagen der unpraktische, klobige, ungehobelte, schwierig zu handhabende, gebrauchte und ramponierte usw.  Ausziehtisch mit Mulden auf den das Service gehört.
Das empfindet man allerdings als so nogo, dass man gar nicht wagt es in die Diskussion zu werfen.
Im hohen Dom zu Speyer wird hochoffiziell nicht mehr zwischen Beichte und seelsorgerischem Gespräch unterschieden,  wie wir hier sehen können, wo die Rede von der Seelsorgerin (weiblich, daher nicht priestergeweiht und somit nicht in der Lage die Absolution zu erteilen) ist, die aber angeblich zum Gespräch/ Beichtgelegenheit, immerhin an vier Tagen der Woche da ist.
Ich persönlich habe schon langsam gar keine Lust mehr mich da aufzuregen, und denk mir irgendwie "das darf doch alles nicht wahr sein" und frage mich immer wieder was in den Köpfen dieser Frauen vorgeht, ob sie denn nicht merken, dass sie es nicht können.......

Vielleicht kennt der eine oder andere das Problem, man besitzt etwas, was man überhaupt nicht mehr gebrauchen kann, auch, im Grunde nicht mehr haben will und was man dennoch nicht einfach wegwerfen kann und will, und nun händeringend eine arme Wurscht, die sich nicht wehren kann sucht, der man das aufdrücken kann und von der man dann tiefe, tiefe Dankbarkeit erwartet, auch und wenn diese Person von dem Geschenk gar nichts hat, im Fall des Tafelservices das noch weniger benutzen will als unsereins und dazu echt überhaupt keine Zeit hat, das sich am Service befindende, mittlerweile schwarz angelaufene  Silber zu polieren.
So ein bisschen was wie einer der weißen Elefanten, die im alten Siam als heilige Tiere galten, weswegen man sie nicht arbeiten lassen durfte, und die die Könige von Siam deshalb denjenigen zu schenken pflegte, die sie ruinieren wollten.
Also etwas was irgendwie als wertvoll gilt, womit man aber nichts anfangen kann und im Falle der Sakramente  noch nicht mal den Nachbarn mit neidisch machen kann (siehe Obelix GmbH und Co KG)
Also ich finde man sollte denjenigen die außerhalb der Kirche stehen nicht versuchen das aufzudrängen, was man den eigenen Leuten durch jahrzehnte hinweg madig gemacht hat.
Man sollte sich an die Arbeit machen, Service, Tisch und überhaupt Küche und Zimmer wieder herrichten und benutzen, das ist übrigens das, was meiner Meinung nach das zweite Vatikanische Konzil gewollt hat, einen gründlichen Hausputz, sozusagen eine Grundsanierung und wir haben nun wirklich schon zu lange auf dem Rasen vor dem Haus campiert und so nett Camping ist, aber so langsam sollten wir das Haus einfach wieder beziehen und nicht versuchen Außenstehende hereinzulocken, in der Hoffnung, dass die uns die Arbeit abnehmen, das ist doch eigentlich unfair.
Und nochwas liebe Bischöfe, wenn ihr wollt, dass euch die Leute die Bude einrennen, dann müsst ihr selber davon überzeugt sein, dass das was ihr anzubieten habt, wichtig, wertvoll und so wertvoll ist, dass sich jedes Opfer dafür lohnt.
Letzeres die Erkenntnis, dass Gott viel besser, größer., wichtiger als alles andere ist, sogar das eigene Wohlergehen das ist es was die heutige Lesung (Opferung Isaaks) aussagen will und auch das was die Kirche in den ersten Jahrhunderten, groß gemacht hat.

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