Sonntag, 18. Februar 2018

Wütende Überlegungen zu den Hirtenbriefen von heute

Heute war das Evangelium der Versuchungen Jesu in der Wüste "dran".
Seit ich denken kann, wird an diesem Tag aber genau dieses Evangelium nicht erklärt, sondern statt dessen aufgerufen zu spenden.
Es mag sein, dass meine Erinnerung hier nicht zutreffend ist, aber mir scheint,  die zugehörigen Hirtenbriefe werden immer weltlicher, es kann allerdings sein, dass mir das erst neuerdings so sauer aufstößt.
Man, auch ich, wird älter und dünnhäutiger.

Es würde mich allerdings eigentlich wirklich interessieren, wie das mit der Versuchung Jesu ist, und es heißt ja immer, in den Erklärungen der Stelle, man müsse bedenken, dass der Versucher die Schrift durchaus korrekt zitiert, allerdings Christus auch mit der Schrift antworten würde, also das tut, was man üblicherweise als das katholische et....et (sowohl..als auch) bezeichnet.



Nun, es ist also festzuhalten, dass es christlich ist, zu helfen, so man kann  und es einigermaßen zynisch ist, während man selber mit Diätproblemen zu kämpfen hat und anbaut, um einen weiteren begehbaren Kleiderschrank, sowie einen begehbaren Schuhschrank zu haben  und eine zusätzliche Garage fürs Fünftauto, fromme Sprüche absondert, und die, die das nicht haben, mit dem Lob der Armut abspeist.

Dummerweise ist das aber genau das, was Christus sagt, als der Teufel von ihm will, Steine in Brot zu verwandeln,
Man muss sich das mal ernsthaft überlegen, Romano Guardini hat es mal ausprobiert, 40 Tage und Nächte gefastet, also nichts gegessen, nur getrunken. In den üblichen Fastenratgebern wird nur der erste Teil seiner Zusammenfassung seiner Erfahrung zitiert, die da lautet


Zuerst wird nur der Mangel gefühlt; dann verschwindet das Verlangen nach Nahrung...
Zugleich geht beim Fasten etwas Innerliches vor sich.
Der Körper wird gleichsam aufgelockert.
Der Geist wird freier.
Alles löst sich, wird leichter, Last und Hemmung der Schwere werden weniger empfunden.
Die Grenzen der Wirklichkeit kommen in Bewegung; der Raum des Möglichen wird weiter...
Der Geist wird fühliger.
Das Gewissen wird hellsichtiger, feiner und mächtiger.
Das Gefühl für geistige Entscheidungen wächst ..


Nur fehlt die Feststellung, dass nach 40 Tagen der Hunger wieder kommt, ein ganz animalischer Hunger, weil ab diesem Zeitpunkt der Körper beginnt seine eigene Substanz aufzubrauchen, sprich es anfängt, echt gefährlich zu werden,  und in dieser Situation tritt der Teufel auf Jesus zu und fordert ihn auf, aus den Steinen Brot zu machen und selbst wenn wir davon ausgehen, dass Christus sich so ans Fasten gewöhnt hat, dass dieser animalische Hunger, von dem Guardini und andere berichten, ihn nicht befallen hat, was für eine Vorstellung, angesichts des Hungers in der Welt, der uns ja, gerade in den heutigen Fastenhirtenbriefen, immer wieder vor Augen gestellt wird, einfach aus Steinen Brot zu machen...
und was sagt Christus? das was wir als zynisch und herzlos empfinden, nämlich "der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt!"

Es heißt ja immer Fasten habe die oben von Guardini erwähnten Effekt und in der Catena Aurea,  wo wir Zitate der Kirchenväter zu der Bibelstelle vom 1. Fastensonntag finden, was uns lehrt, dass es in der frühen Kirche durchaus üblich war, diese Stelle auszulegen, steht, dass Fasten auch was Gutes sei, und zwar um den Teufel abzuwehren.
Es fällt mir schwer, so wütend zu sein, und noch schwerer unseren Bischöfen, obwohl ich mich oft und oft über sie ärgere, zu sagen (Ich meine sie lesen es ja eh nicht, was ich hier so schreibe) bzw. Ratschläge zu geben, aber seit einigen Jahren denke ich, sie sollten ihre Fastenhirtenbriefe am Ende der Fastenzeit verfassen, vielleicht bekämen sie dann die geistigen Dimensionen des Fastens wieder in den Blick.
Weil Christus uns, und zwar nach dem er bei Matthäus 6,16 erklärt hat, wie man fasten soll, nämlich so dass es keiner merkt, sozusagen den ortsüblichen Hirtenbriefen noch mal widersprich, indem er feststellt, die Sorge um Essen, Trinken, Kleidung etwas sei, worum es den Heiden ginge, uns allerdings solle es zu allererst um das Reich Gottes gehen, und dann, erst dann, würde uns alles andere, das wir brauchen, auch das weiß Gott! hinzugegeben.

5. Darum sage ich euch: Seid nicht ängstlich besorgt um euer Leben, was ihr essen sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen möget. Ist nicht das Leben mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung?34 [Ps 54,23, Lk 12,22, Phil 4,6, 1Tim 6,7]
26. Schauet auf die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheuern; und euer himmlischer Vater ernähret sie. Seid ihnr nicht viel mehr wert als sie?35
27. Wer unter euch kann mit seinen Sorgen36 seiner Leibeslänge37 eine Elle zusetzen?
28. Und warum sorget ihr ängstlich um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes,38 wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht, und spinnen nicht;
29. ich sage euch aber, auch Salomon in all seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von diesen.39
30. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, 40 welches heute ist, und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wie viel mehr euch, Kleingläubige!
31. Seid also nicht ängstlich besorgt, und saget nicht: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden?
32. Denn nach allem diesem trachten die Heiden. Euer Vater41 weiß ja, dass ihr alles dessen bedürfet.
33. Suchet also zuerst42 das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; und dieses alles wird euch zugegeben werden.


Ich denke nun, dass  man diese Stelle nicht so verstehen soll, dass es gut ist, den Heiden das zu geben, was sie eben wollen, Essen, Trinken, anzuziehen und für sich selber das Eigentliche, das Reich Gottes behalten soll, 
Nein man soll den Heiden das geben, was man selber auch empfangen hat, den Glauben an den einen, wahren und dreifaltigen Gott.

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