Sonntag, 11. März 2018

an den Strömen von Babel saßen wir und weinten

das ist der Text des heutigen Psalms aus der Messe.
Bekannt sind die "Rivers of Babylon" ja allen, die schon was älter sind, in dieser Version hier




weniger bekannt ist, um was es da eigentlich geht.

Die heutige Lesung aus dem Buch der Chronik erklärt das Geschehen.

Wir lesen dort im 36. Kapitel des 2. Buches der Chronik folgendes:

11. Einundzwanzig Jahre war Sedekias alt, als er König ward, und elf Jahre herrschte er in Jerusalem.
12. Er tat, was in den Augen des Herrn, seines Gottes, böse war, und hatte keine Scheu vor dem Angesichte Jeremias, des Propheten, der aus dem Munde des Herrn9 zu ihm redete.
13. Er fiel auch vom Könige Nabuchodonosor ab, der ihn bei Gott hatte schwören lassen, und er war halsstarrig und verhärtete sein Herz, so dass er nicht zu dem Herrn, dem Gott Israels, zurückkehrte.
14. Ebenso sündigten alle Obersten der Priester und das Volk schwer nach allen Greueln der Völker und verunreinigten das Haus des Herrn, welches er sich in Jerusalem geheiligt hatte.
15. Der Herr aber, der Gott ihrer Väter, sandte zu ihnen durch seine Boten, früh und fortwährend mahnend, weil er seines Volkes und seiner Wohnung schonte. 


16. Sie aber verhöhnten die Boten Gottes und verachteten ihre Worte und spotteten der Propheten, bis der Grimm des Herrn über sein Volk derart wuchs, dass keine Heilung mehr war.
17. Denn er ließ den König der Chaldäer über sie kommen und tötete ihre Jünglinge im Hause seines Heiligtums mit dem Schwerte und verschonte nicht Jüngling, nicht Jungfrau, nicht des Greises, ja nicht des Hochbetagten, sondern gab sie alle in seine Hände.
18. Auch alle Gerätschaften des Hauses des Herrn, die großen wie die kleinen, sowie die Schätze des Tempels, des Königs und der Fürsten führte er nach Babylon. [2Koe 25,14.15]
19. Und die Feinde zündeten das Haus Gottes an, rissen die Mauern von Jerusalem nieder, verbrannten alle Türme und zerstörten alles, was wertvoll war.
20. Wer dem Schwerte entrann, ward nach Babylon geführt, in die Knechtschaft des Königs und seiner Söhne,10 bis der König der Perser11 zur Herrschaft kam,
21. und der Ausspruch des Herrn aus dem Munde des Jeremias12 erfüllt wurde, und das Land seine Sabbate gefeiert hatte; denn die ganze Zeit, die es verwüstet lag, hielt es Sabbat, bis siebzig Jahre voll waren. 
also die Verschleppung nach Babel ist die Strafe Gottes.
Nun ist Babel eine Stadt die schon am Anfang der Bibel vorkommt und zwar nach Noach, versammelten sich alle Völker an einem Platz und fingen an den berühmten Turm von Babel zu bauen um , wie es in der Schrift heißt "sich einen Namen zu machen und den Himmel zu erreichen, aus eigener Kraft"
Es ist hier nicht der Platz, dass alles eingehend zu beleuchten, aber die ganze Geschichte hat irgendwas, was tiefer geht und sich oberflächlich nicht so einfach erschließt.
Auf jeden Fall ist das Babel der Ort an dem die Menschheit,. mal wieder, versuchte Gott zu trotzen, oder wie manche meinen, selber Gott zu spielen.
Gott der Herr verwirrt dann ihre Sprache, so dass keiner mehr den anderen versteht, wie es in der Schrift heißt und darauf verstreuen sich die Menschen über die ganze Erde, so heißt es.

Aber auch dann noch bleibt Babel oder Babylon wichtig, es ist die Hauptstadt der Chaldäer wo die Israeliten hin weggeführt werden und im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes ist ebenfalls beständig die Rede von der großen Stadt, eben Babylon die alle Kaufleute der Erde reich gemacht habe, alle Nationen der Erde mit dem Wein ihrer Hurerei getränkt habe und mit  der alle Mächtigen dieser Erde ein Verhältnis gehabt haben.
In Offenbarung 18,12 ff  werden all die Schätze dieses Babels aufgezählt,

11. Und die Handelsleute der Erde werden weinen und wehklagen über sie; denn ihre Waren wird niemand mehr kaufen,15
12. Waren von Gold, Silber, Edelstein und Perlen, feiner Leinwand und Purpur, Seide Scharlach, allerlei kostbares Holz, Geräte von Elfenbein, und allerlei Gefäße von kostbarem Stein, Erz, Eisen und Marmor,
13. auch Zimmet, Räucherwerk, Salben, Weihrauch, Wein, Öl, Weißmehl, Weizen, Lastvieh, Schafe, Rosse und Wagen, Sklaven und Menschenseelen. 
14. Und das Obst, das deines Herzens Lust war, ist von dir gewichen, und alles Leckere und Köstliche ist dir verloren, und nimmer wird man es hinfort mehr finden.
15. Die Verkäufer dieser Waren,16 die reich geworden sind, werden fern von ihr stehen, aus Furcht vor ihren Peinen, weinend und wehklagend,
16. und rufend: Wehe! wehe! die große Stadt, die gekleidet war in seine Leinwand, Purpur und Scharlach, und mit Gold, Edelsteinen und Perlen bedeckt war,17
17. dass in einer Stunde ihr so großer Reichtum dahin geschwunden ist! Und alle Steuerleute, und alle, die das Meer befahren, und alles Schiffsvolk, und alle, die auf dem Meere arbeiten,18 standen von ferne,
18. und schrieen, da sie ihre Brandstätte sahen, und sprachen: Welche Stadt war dieser großen Stadt gleich?19
19. Und sie warfen Staub auf ihre Häupter,20 und schrieen weinend und trauernd, und sprachen: Wehe! Wehe! die große Stadt, in welcher alle, die Schiffe auf dem Meere hatten, reich wurden von ihren Kostbarkeiten, dass sie in einer Stunde verödet ward!



es ist also was doppeltes mit diesem Babel oder Babylon, dass sicher nicht eine ganz konkrete Stadt meint, sondern metaphorisch, allegorisch zu verstehen ist.
Es geht bei diesem Babel um Macht, um Kenntnis, um Güter, kurz um alles was die Menschen. so haben wollen und dennoch ist das alles Gott nicht wohlgefällig und wenn er sein Volk da hinein führt, dann aus Strafe.

Das ergibt sich aus der Schrift, es möge jeder selber nachlesen.
Aber und das ist, so wie es dasteht eigentlich ganz einfach, lässt Gott den seinen ausrichten, sie sollen sich von dieser Stadt, diesem Babel, dass aber andererseits sozusagen überall ist, fernhalten, hinausziehen sollen wir, so heißt es:

.Und ich hörte eine andere Stimme vom Himmel sagen:6 Ziehet aus von ihr, mein Volk! Auf dass ihr nicht mit ihren Sünden Gemeinschaft habet, und dass ihr von ihren Plagen nicht empfanget; 


ich lass das jetzt einfach mal so stehen, weil ich nicht denke, dass Gott will, dass wir alle zu Wüstenvätern werden, eher denke ich, er will, dass wir nicht an den Dingen dieser Erde hängen, die wir doch gebrauchen müssen, um zu leben.

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