Donnerstag, 29. März 2018

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf

so könnte man den Gründonnerstag auch sehen.
Das Verhängnis beginnt, mit dem, eigentlich sinnlosen, Verrat des Judas, wenn man so will.
Christus sagt es ja selber "Es war nicht nötig, mich in einer konspirativen Aktion zu verhaften. Es war nicht nötig meine Verhaftung zu zelebrieren, wie die Aufspürung eines untergetauchten, sich verbergenden Verbrechers, ich war doch Tag für Tag im Tempel und lehrte, sprich ich war präsent, ich war ja da, sichtbar, anfassbar, greifbar.
Ich muss sagen, dass ist in meinen Augen das absolut verstörende an diesem  Verrat, dass er so überflüssig und sinnlos ist.
Die Verhaftung  wird zelebriert wie als habe man das geheime Geheimversteck eines  unter falschem Namen lebenden lang gesuchten  Verbrechers, mittels eines V-Mannes oder eben eines Aussteigers gefunden, Stoff für zahlreiche Agentenfilme, aber Jesus der Christus war ja sichtbar, hörbar und beständig im Tempel zu finden.
Aber darum geht es mir hier nicht

Dennoch bleibt, schaut man in die Geschichte, so haben große, zerstörerische Ereignisse oft popelige, billige Ursachen, die dann in den Geschichtsbüchern stehen, es gibt ja nicht umsonst das Wort vom Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt. So ein Fass füllt sich langsam, und wegen der Oberflächenspannung bleibt alles, sogar wenn das Fass schon voll ist  in einem, wenn auch wackeligen Gleichgewicht und irgendwann zerreist das Ganze und alles fließt über oder auch, wie man in Ostasien zu sagen pflegt "Ein fallendes Rosenblatt kann einen Taifun auslösen"

Fakt ist aber, ab dem  Gründonnerstag nimmt das Verhängnis seinen schlimmen Lauf und wenn man sich so in die Geschichte hineinvertieft,. so ist man irgendwie bass erstaunt ob der unerbittlichen Kraft, mit der das Verhängnis seinen Lauf nimmt.



Man kann nicht umhin zu konstatieren, dass ein Pontius Pilatus versucht die Dinge in andere Richtung zu lenken, man muss auch die Warnung seiner Frau im richtigen Kontext sehen, in dem nämlich, dass die Römer üblicherweise schwer abergläubisch waren und ihren Sehern und Seherinnen eigentlich immer geglaubt haben.
Man muss auch sehen, dass die Pharisäer und der hohe Rat, von denen es vorher heißt "Sie fassten den Entschluss Jesus umzubringen" (Matth 12,14) auf einmal das nicht mehr selber in die Hand nehmen wollen, sondern die, eigentlich verhassten, Römer  dazu bringen wollen den  eigenen, den Römern diametral entgegengesetzen religiösen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen usw.

Das Christentum ist, um einen langen Text kurz zu halten, eine Religion die zwischen zwei Polen oszilliert, der eine Pol ist Weihnachten und Ostern, die Geburt des Retters und die Auferweckung von den Toten genau dieses  Retters, und die absolute Vergeblichkeit des Agierens genau dieses Retters, indem er brutal und sinnlos am Kreuz landet.
Hoffnung auf das Gute und Zerschlagung der Hoffnung, dass es in dieser Welt besser werden würde, so könnte man das bezeichnen.
Nun hör ich schon die Stimmen all der gutmeinenden Doppelnamen katholische Aktivistinnen aus der Abteilung Frohbotschaft, die sagen tz, tz, tz, die Ester hat ja gar nichts begriffen, Christus ist doch gekommen, bla, blubber... (nur der Vollständigkeit halber, auch die superfrommen Erscheinungsfans, hauptsächlich weiblicher Natur, schütteln über solcherlei Gedanken nur den Kopf, da doch in ihrem Kopf, die Welt zwar böse ist, aber den Guten, zu denen sie sich selber zählen,. nie und nimmer was geschehen wird, aller Anschauung zum Trotz)

Es stimmt schon, dass das Christentum frohe Botschaft ist, frohe Botschaft gerade für die mühseligen und Beladenen, frohe Botschaft deshalb, weil es und das ist zentral auf eine wahre, echte Gerechtigkeit hinweist, die dazu absolut gnädig ist und das ohne willkürlich zu sein.
Frohe Botschaft,. weil es sagt, dieses gefallene Welt ist nicht das Eigentliche, Frohe Botschaft weil es uns sagt, dass all unsere Träume vom Wahren, Schönen, Guten, die auf dieser Welt ja doch nur pervertiert werden, dennoch Realität werden können und es sogar werden.

Aber und jetzt kommt das hüpfende Komma, damit das Christentum frohe Botschaft sein kann, muss ich zwingend akzeptieren, dass eine solche frohe Botschaft überhaupt nötig ist und genau das fehlt heute gerade in der Kirche sehr.

Anstatt sich selber zu sehen, als arme Sünder, die sich einfach verrannt und verlaufen haben, als verlorenes Schaf,. dass in den Dornen dieser Welt gefangen ist und um Hilfe blökt, betrachtet man sich selber als Mensch, der weiß wo es lang geht, und der nie und nimmer blökt, sondern in wohlgesetzten Worte zu artikulieren versteht, dass man selber schuld ist, wenn man die Dornen spürt, und es besser ist mit den Wölfen zu heulen, wenn man nicht gefressen werden will.

Das dumme dabei ist nur, dass die Wölfe einfach nicht drauf reinfallen, aber das ist ein anders Thema.

Ich denke dass Gott schon genug Möglichkeiten hat, aus dem gegenwärtigen Dilemma herauszukommen, er der aus Steinen Kinder Abrahams machen kann, der kann auch aus wütenden Christenhassern lammfromme Christen machen, aber er tut es nicht, wohl auch, weil wir ihm ja in jeder Fürbitte erzählen wie toll alles ist und den unseren verbieten, ihre Sorgen und Nöte, ihre Ängste und Sorgen mit Bitten und Flehen vor Gott zu tragen, weil Ängste, Sorgen und Bedenken ja megaout und angeblich unchristlich sind, wie wir hochoffizielle beständig unterrichtet werden.

Zum Weiterlesen hier die Links zu den Beiträgen die mich zu meinem motiviert haben
da ist einmal Katholon  und dann die Meldung, dass sich Sir Richard Dawkins, der Oberatheist per se, auf einmal positiv über das Christentum geäußert hat hier klicken  und für  diejenigen die mit dem Englisch so ihre Schwierigkeiten haben hier eine Zusammenfassung auf Deutsch

Wer Ostern kennt, der kann nicht verzweifeln hat Dietrich Bonhoeffer mal gesagt, aber er konnte es nur deshalb sagen, weil er wusste, dass in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen kostbar ist und Krippe und Kreuz zusammengehören.



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