Sonntag, 18. März 2018

Ein bayerisches Wochenende

Man staunt, was es in Bayern noch so alles gibt:
Statt Kirchen abzureißen, werden neue gebaut - eine ganz besondere wurde heute in oberbayerischen Holzkirchen geweiht, durch den Erzbischof von München und Freising:



Da wollte ein Stararchitekt den Provinzlern mal zeigen, was Modernität ist und herausgekommen ist eine Holzkirche, die an einen 70er Jahre-Atommeiler erinnert.
Aber es scheint allen zu gefallen, zumindest, wenn man die Interviews in dem Video anhört. Besonders interessant ist die Aussage, dass besonders die "kirchenfernen" mit einem solch modernen Bauwerk angelockt werden sollen.
Zwischenzeitlich haben wir uns einmal darüber unterhalten, wovon denn die "Kirchenfernen" wirklich angelockt werden. Ich sehe das meistens sonntags, in einer unserer schönen Innenstadtkirchen, wo die Kirchenfernen während der Heiligen Messe hinter den Schildern "Bitte Ruhe - Gottesdienst" stehenbleiben. Das sind in der Regel keine "modernen" Kirchenbauten - sondern Bauwerke, die die verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte repräsentieren, z.B. der Dom als spätgotisches Bauwerk oder die Stadtpfarrkirche St. Peter, die als erste Stadt-Kirche Münchens romanischen Ursprungs ist.
Ganz zu schweigen vom Renaissancebau der St-Michaelskirche oder unseren barocken Glanzstücken, der Theatinerkirche oder der Asamkirche - ein grandioses Beispiel des Rokoko. Da stehen sie und staunen, die Kirchenfernen - und sie bekommen gerade dort das Gefühl, dem Himmel ein Stück näher zu sein.

Währenddessen durfte man in Altötting eine moderne Tradition erleben. Es ist nämlich gerade einmal 10 Jahre her, dass die Bauern wegen einer gerade kursierenden Tierkrankheit nach Altötting zogen, um bei der Gnadenmutter um den Schutz für ihre Tiere beteten. Seitdem kommen sie einmal im Jahr in einer Prozession - und schon ist eine neue Tradition entstanden.



In München beteten wir heute zu unserer Patrona Bavariae - einen Rosenkranz auf dem Marienplatz und anschließend in einer Dankprozession durch die Altstadt einen weiteren Rosenkranz mit schönen alten Marienliedern - und das bei 2 Grad Minus - bestaunt von den Touristen aus aller Welt, die ja immer in der Stadt unterwegs sind. Unsere Prozession wird sicher in einigen chinesischen oder japanischen Fotoalben wieder auftauchen.

.. ach ja - und es war auch noch Papstsonntag. Es gab mal Zeiten, da war das Pontifikalamt dazu ein Muss ... aber heute habe ich mich dann doch lieber unter meiner Kuscheldecke vergraben, um mich vom Prozessionsweg wieder aufzuwärmen. Und nachdem es offensichtlich von der Messe, die live im Internet übertragen wurde, noch kein Video und auch keine Fotos gibt, gehe ich mal davon aus, dass die Messe nicht besonders gut besucht war. Offensichtlich sind die, die in jedes vorgehaltene Mikrofon ihre Begeisterung für Papst Franziskus bekunden, auch lieber unter der Kuscheldecke geblieben .....




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