Mittwoch, 21. März 2018

Muss Gott sich rechtfertigen? Noch einmal Worte Joseph Ratzingers zur aktuellen Situation des Glaubens



Mittlerweile haben wir die Fastenzeit des Jahres des Heils 2018 schon fast "hinter uns gebracht" und nun ja die Lage des Glaubens scheint immer noch ernst bis hoffnungslos, aber ein Blick in diese Veröffentlichung aus dem Jahr 2016, eines Gespräch das der Papa emeritus 2015 mit Pater Jacques Servais SJ im Rahmen eines Kollquiums geführt hat, zeigt: Es geht schon länger so.
Wenn man das Gespräch etwas auf sich wirken lässt, so kann man sich der Feststellung nicht entziehen, dass das Gefühl des übermächtigen Bösen, das so böse und übermächtig ist, dass selbst ein Gott dem nicht gewachsen ist, dass also dieses Gefühl geradezu zu den Grunderfahrungen des Menschen gehört.

Und gerade von daher liegt die befreiende Botschaft des Christentums genau darin, dass genau das nicht das letzte Wort ist, sondern dass genau dadurch, dass er sich in das Leiden dass das Böse bringt, hineinstellt, Gott den Menschen ermöglicht sich aus der Umklammerung des Bösen zu befreien.

der Titel des langen Interviews lautet:

Die "doppelte tiefgreifende Krise" der Kirche: Der volle Wortlaut von Benedikt XVI.um uns und unsere Leser zu motivieren, das ganze, lange Gespräch zu lesen, sei hier ein bisschen darüber geschrieben:

der Pater fragt zunächst danach, ob es nicht eigentlich Gott ist, der der eigentlich Schuldige am den ganzen Ungerechtigkeiten in dieser Welt, an dem Leiden der Unschuldigen ist, einfach weil er ja alles so unvollkommen geschaffen hat. Im weiterem Verlauf der Frage, fragt der Pater ob die Beichte vielleicht der Ort sei,. wo das Böse "repariert" werden könne.

der emeritierte Papst antwortet darauf , indem er auf eine alte Frömmigkeitsübung hinweist, die die "Not Gottes" betrachtet

und sagt wörtlich Mir ist da ein erschütterndes Bild vor der Seele, das den leidenden Vater darstellt, der das Leiden des Sohnes inwendig als Vater miterleidet.

und dann das bekannte Bild des "Gnadenstuhles" zu erklären Der Vater hält das Kreuz und den Gekreuzigten, beugt sich liebevoll zu ihm herunter und ist gleichsam auf der anderen Seite mit am Kreuz. Was Barmherzigkeit Gottes ist, Mitleiden Gottes mit dem Menschen, ist da groß und rein empfunden worden.

der Papst versucht dann zu erklären, dass es nicht um einen grausame Gerechtigkeit Gottes, oder gar einen Fanatismus geht, sondern um die Wahrheit der Schöpfung, wo die wirklich innere Überwindung des Bösen, ... nur im Leiden der Liebe letztlich geschehen kann." (....)


dann stellt der emeritierte Papst fest, dass das Böse wirklich eine scheinbare Übermacht darstellt, aber dennoch die Liebe Christ, stärker ist, als die Macht des Bösen, das aber kein Automatismus ist, sondern jeder in die Antwort Christ, eintreten muss, und es so zu dem Paradox kommt, dass wir, um es mal salopp auszudrücken als Teil des Problems zum Teil der Lösung werden können.

Benedikt XVI sagt das so:

Aber unser Eintreten in diese Antwort Gottes durch Jesus Christus ist notwendig. Auch wenn jeder einzelne selber einen Teil des Bösen zu verantworten hat und so an dessen Macht mitschuldig ist, kann er doch zugleich mit Christus zusammen „ergänzen, was an seinen Leiden noch fehlt“ (vgl. Kol 1, 24).


Dann zum Abschluss des Interviews wird der emeritierte Papst ganz praktisch und geht auf das Bußsakrament ein, dass uns hilft sozusagen die Seite zu wechseln, wörtlich immer wieder neu von der Seite der Zerstörer auf die rettende Seite treten."

Hier noch mal der Link zum Original

sehr interessant auch die Passage, wo es um die Mission geht, die ja scheinbar komplett zusammengebrochen ist, weil ja alle, alle in den Himmel kommen und jeder, aber auch jeder, Geschichten von der alten bigotten Tante, die zwar beständig in die Kirche rennt, aber ansonsten ihre unübersehbaren Macken hat, erzählt, während der und der, der was ganz anderes, bzw gar nichts glaubt, das und das richtig gut gemacht hat, und somit ja wohl eher in den Himmel kommt, als die alte Tante.

Der emeritierte Papst hat hier keine abschließende Lösung, sagt aber der Pluralismus, dass alle Religionen gleich seien, sei ebensowenig eine abschließende Lösung wie die Idee des anonymen Christen eines Karl Rahners, weißt jedoch auf die 10 Gerechten hin, die Sodom gerettet hätten.

Das korrespondiert mit dem Bild des Salz der Erde.


aber was schwall ich herum?

Einfach selber lesen

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