Donnerstag, 12. April 2018

Bedenkenswertes über unseren Papst

Es wird niemanden überraschen, wenn ich schreibe, dass wir mit dem derzeitigen Pontifikat so unsere Schwierigkeiten haben.
Dennoch obwohl, sagen wir es flappsig, es mir mit den päpstlichen Verlautbarungen wie weiland mit dem Konradsblatt geht - wo die eine Fraktion der Frommen denkt "Ach nee, schon wieder so ne olle Kamelle" ich sollte mir das vorm Einschlafen antun, während andere der Ansicht sind, das ersetzt jeden Kaffee und jeden Energiedrink, so sehr muss man sich darüber aufregen - also irgendwie nur dass der ganz normale innerkatholische Irrsinn halt Papst geworden  ist, und man von daher, gerade in Kenntnis dass es schon seit Jahrzehnten so ist, und es dennoch die Kirche gibt, eigentlich gelassen sein kann, so  ist es ja andererseits doch  der Papst und von daher schon noch mal ne Ecke was anderes, als der Pfarrer vor Ort, sollte man meinen.

Bevor ich jetzt weiter rumschwalle möchte ich unseren Lesern folgenden bedenkenswerten und dazu sehr hilfreichen Text der Bloggerin von Nolite Timere vorstellen.

Wir danken der Bloggerkollegin, die wirklich nicht die einzige Katholikin ist, die den beschriebenen Weg mit diesem Pontifikat gegangen ist,  hiermit recht herzlich für die Erlaubnis ihren Beitrag komplett zu kopieren.


Die zweifache Gefahr dieses Pontifikats


APRIL 10, 2018


Ich bin sicher, dass ich nicht die einzige Katholikin bin, der es in den letzten fünf Jahren ungefähr so gegangen ist:


Wir bekommen sicher wieder einen tollen Papst – Er ist sicher ein toller Papst, die Medien wollen ihn bloß absichtlich missverstehen, wie sie es schon bei Benedikt getan haben – Er ist sicher ein guter Papst, aber er könnte sich manchmal klarer ausdrücken, damit man ihn nicht missversteht – Er sollte sich wirklich klarer ausdrücken – Es ist beunruhigend, dass er nicht gegen unkatholische Meinungen auf der Synode einschreitet; man könnte meinen, er stünde hinter Kasper – Es wäre wohl besser, wenn er unter Mitarbeitermotivation nicht verstehen würde, seine Mitarbeiter zu beleidigen – Also, man könnte diese Fußnote im falschen Sinn verstehen; er sollte wirklich klarstellen, dass Amoris Laetitia sich in Kontinuität zur Lehre Johannes Pauls II. befindet – Wieso beantwortet er die Dubia nicht? Wieso tut er nichts gegen diesen Bischof, der sexuellen Missbrauch vertuscht haben soll? Wieso diese ständigen Angriffe gegen alle, die „rigide“ oder „pharisäisch“ sein sollen – während er nie darauf eingeht, dass die Gebote auch ihren Sinn haben? Wieso kann er nicht einmal was Nettes zu denen sagen, die sich bemühen, den Glauben authentisch zu leben?


Irgendwann ist man frustriert. Ja, Franziskus ist der Papst. Nein, ich mag ihn nicht; und ich habe keine Lust mehr, mir einzureden, dass alles Problematische, was ich bei seinen Äußerungen wahrnehme, auf böswilligen Missverständnissen und Fehldeutungen meinerseits beruht. Ich mag ihn nicht, und er mag Katholiken wie mich vermutlich nicht. Aber man muss ja auch nicht jeden mögen, und wenn der Papst nur mich nerven würde, wäre das ein Luxusproblem. Damit kann ich umgehen, indem ich seine Äußerungen nicht mehr lese.


Das derzeitige Pontifikat sorgt aber, nach meinem Eindruck, für zwei große Gefahren bei zwei Gruppen:


Da wären erstens die Katholiken, die zwar durchaus gläubig, aber nicht sehr gefestigt im Glauben sind und die Gründe für viele Lehren nicht kennen; die aus mangelndem historischen Wissen einige Vorurteile über das Mittelalter, die vorkonziliare Kirche etc. hegen; die die Neuerungen des Konzils überschätzen und froh sind, dass die Kirche jetzt barmherziger und mehr Jesus-gemäß sei als früher; die sich, kurz gesagt, die „Entwicklung der Glaubenslehre“ als einen Fortschritt im Sinne des technischen Fortschritts vorstellen, wo wir viel weiter sind als unsere Vorfahren und wo man auch mal alte Ideen aufgeben muss; und die sich, weil sie eben nicht genau wissen, wie sich die Lehre authentisch entwickeln kann und was sich an ihr nicht ändern kann, nicht ausschließen, dass die Kirche ihre Position zum Frauenpriestertum, zu homosexuellen Beziehungen, oder zum Dauerbrenner zweite Ehen nach Scheidung im Sinne der „Barmherzigkeit“ verändern könnte. Solche Katholiken, die vielleicht zur Zeit Benedikts XVI. oder Johannes Pauls II. noch eher eine klare Erklärung dafür gehört hätten, wieso Gottes Gebote alle gut sind und nicht dazu da sind, uns zu quälen, oder wieso die Kirche, begleitet vom Heiligen Geist, zwar Lehren tiefer verstehen, aber nicht vom Grundsatz her ändern kann, werden jetzt darin bestätigt, dass alle, die (beispielsweise) gegen den Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene sind, ja nur rigide, verurteilende Pharisäer seien, die Gottes Barmherzigkeit nicht kennen würden – sagt schließlich der Papst selbst. Oder er deutet es zumindest an. (Bei wirklich glaubensfernen Menschen oder den ebenso glaubensfernen Medien ist dieser Effekt natürlich noch mal stärker: Sie mögen Franziskus, weil er ihnen den Eindruck von „Ich bin ja gar nicht so wie die böse Kirche“ gibt – und entwickeln dadurch natürlich erst recht keinerlei Sympathie für die Kirche.) So geht das Verständnis für die katholische Lehre verloren.


Dann wäre da auf der anderen Seite eine gewisse Sorte von Tradi-Katholiken, die sich nur mühsam von den beiden letzten Päpsten haben überreden lassen, dass das Konzil keinen Bruch dargestellt hat und mit einer „Hermeneutik der Kontinuität“ verstanden werden kann, und die evtl. auch eine gewisse Neigung zu Verschwörungsdenken haben und dazu, den nahenden Weltuntergang zu erwarten. Die bekommen immer mehr den Eindruck: Franziskus verkündet Irrlehren. Zumindest widerspricht er nicht, wenn sie in seinem Namen verkündet werden. Und manchmal rutschen solche Leute dann in den Sedisvakantismus ab. Der Gedankengang sieht folgendermaßen aus: Franziskus scheint Häresie zu vertreten; und wenn Franziskus ein Häretiker ist, ist er nicht mehr Teil der Kirche, also ist er nicht mehr Papst. Der hl. Robert Bellarmin hat schließlich gesagt, wenn ein Papst öffentlich Häresie verkünden würde, würde er sein Amt verlieren. Manche gehen dann so weit, den Papst nicht nur für einen Anti-Papst, sondern sogar für den Antichrist zu halten, der sich bald als solcher zu erkennen geben würde.


Mit anderen Worten: Dieses Pontifikat produziert Häretiker auf der einen und Schismatiker auf der anderen Seite.



PS: Die Argumentation der zweiten Gruppe geht übrigens an folgenden Punkten fehl:


Erstens – der hl. Robert Bellarmin in allen Ehren, aber auch die Ansicht, dass Gott es einfach nicht zulassen würde, dass jemals ein Papst öffentlich Häresie verkündet, hat einige Vertreter, und sie ist die logischere. Wozu hat Christus denn das Papstamt eingesetzt? Und wer könnte den Papst zum „Nicht-mehr-Papst“ erklären? Über dem Papst gibt es in der Kirche keine höhere Autorität mehr.


Zweitens – Franziskus ist nach dem Kirchenrecht eben kein Häretiker. Er hat nicht eindeutig öffentlich vertreten „Die Ehe ist nicht unauflöslich“ oder „Die Hölle gibt es nicht“ (Letzteres hat ein notorisch unzuverlässiger atheistischer Journalist über ihn behauptet, der sich bei seinen Interviews nicht einmal Notizen macht; und dass Franziskus dem nicht eindeutig persönlich widersprochen hat, heißt nicht, dass er diese Ansicht selbst verkündet hat). Mit den alten Zensuren, mit denen der Hl. Stuhl früher theologische Ansichten bewertete, müsste man bei einigen seiner Äußerungen so etwas wie „der Häresie nahestehend“ oder „zur Häresie hinführend“ sagen; und eben nicht „häretisch“.


Drittens – Oft wird dann die Behauptung aufgestellt: „Wir hatten schon sündhafte Päpste, aber keine, die die Lehre angegriffen haben“. Das ist nicht richtig. Wir hatten u. a. schon folgende Päpste:
Liberius (352-366) machte Zugeständnisse an den Arianismus – die bedeutendste Häresie der Antike, die im vierten Jahrhundert die Unterstützung verschiedener römischer Kaiser hatte. Einer davon verbannte Liberius, und in der Verbannung unterschrieb Liberius ein Bekenntnis, das man im arianischen Sinn verstehen konnte (wenn es auch nicht eindeutig arianisch war), und exkommunizierte Athanasius von Alexandria, den klarsten Verteidiger der Lehre des Konzils von Nizäa, dass Gott der Sohn wesensgleich mit Gott dem Vater ist (statt nur wesensähnlich, also nicht so wirklich göttlich, wie die Arianer behaupteten). Zeitweise stand Athanasius ziemlich allein da, auch er wurde mehrmals verbannt – „Athanasius contra mundum“.
Honorius I. (625-638) wurde sogar vom dritten Konzil von Konstantinopel (680/81) verurteilt, weil er den Monotheletismus (die Lehre, dass Christus nicht einen menschlichen und einen göttlichen Willen, sondern nur einen göttlichen Willen gehabt hätte) begünstigt hatte: „Zusammen mit diesen aber soll, so beschlossen wir, auch Honorius, der ehemalige Papst Altroms, aus der heiligen Kirche Gottes ausgestoßen und mit dem Anathema belegt werden, weil wir in dem Brief, der von ihm an Sergius verfaßt wurde, fanden, daß er in allem dessen Auffassung folgte und seine gottlosen Lehren bekräftigte.“ Papst Leo II. schrieb in seinem Brief zur Bestätigung des Konzils: „Und in gleicherWeise belegen wir die Erfinder der neuen Irrlehre mit dem Anathema, nämlich Theodor, den Bischof von Pharan, Cyrus von Alexandrien, Sergius, Pyrrhus … und ebenso auch Honorius, der diese apostolische Kirche nicht durch die Lehre der apostolischen Überlieferung reinigte, sondern versuchte, in unheiligem Verrat den unbefleckten Glauben umzustürzen [griechische Fassung: zuließ, daß die unbefleckte [Kirche] durch unheiligen Verrat befleckt wurde].“ Honorius hat nicht ex cathedra Häresie gelehrt – aber er hat eine Häresie begünstigt und ist ihr nicht entgegengetreten.
Johannes XXII. (1316-1334) vertrat in einigen Predigten die Ansicht, dass die Seelen im Himmel erst nach dem Jüngsten Gericht Gott schauen würden. Das Gegenteil war damals noch kein Dogma, aber bereits relativ allgemein anerkannte Lehre der Kirche, und viele Theologen widersprachen dem Papst. Johannes erklärte schließlich, nur seine private theologische Meinung geäußert zu haben. Der nächste Papst stellte die Sache mit einem Dogma klar.


soweit der Blogbeitrag von Nolite Timere

Die spannende Frage ist allerdings, die "was tun"?
Nun ich denke wir haben die Schrift, die Tradition, die Sakramente, wir haben via Internet Zugang zu den Texten von Benedikt XVI, Johannes Paul II, (hier klicken, auf das jeweilige Bild klicken und schon hat man alle Schriften, Predigten usw)   wir haben Zugang zu allen möglichen Dokumenten und bestimmt das eine oder andere ältere gute Buch über Theologie im Bücherschrank stehen, dazu hat der liebe Gott uns allen den Verstand gegeben und dazu können wir uns an die Heiligen um Fürsprache wenden und auch mit dem lieben Gott persönlich ins Gespräch kommen, ja dann sollten wir aufhören, nach Rom zu starren und einfach fröhlich sein, Gutes tun, und die Spatzen pfeifen lassen, wie es der heilige Johannes Bosco empfiehlt.
Der große Zyniker und Atheist Jean Paul Sartre hat in seinem Buch "Les jeux sont fait" "Das Spiel ist aus " eine furchtbare Jenseitsvorstellung Literatur werden lassen, die Toten sind dort so eine Art Schatten, die unsichtbar und ohne die Möglichkeit irgendwas zu bewirken in der Welt der Lebenden weiter unterwegs sind. Und sie können zwar miteinander reden, aber verbringen dennoch, fast alle, ihre Zeit damit zu gucken, was ihre Leute so machen. So beschreibt Sartre einen Adeligen, dem seine ganzen Ahnenreihe hinterherläuft und jedesmal wenn er Mist baut, was häufig ist, die ganze lange Ahnenreihe den Kopf schüttelt, aber dennoch nichts anders tut, als gebannt dem missratenen Sprößling hinterherzustarren.
Das bedeutet nicht, dass man sich nicht damit befassen sollte, was in der Kurie los ist, aber unser Spiel wird noch gespielt und dermaleinst muss jeder von uns für seinen eigenen Sünden vor Gott gerade stehen und nicht für die von anderen, selbst wenn die anderen in aller Munde sind.

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