Freitag, 24. August 2018

Bibelstelle zum Zustand der Kirche

Ich werde ja nie verstehen, wie man auf die Idee kommen kann, die Bibel, die Lehre Jesu wäre eine nette, liebe, allen wohl und niemand wehe tuende, Lehre, also das was manche Leute ironisch als "Weißbrotevangelium" bezeichnen,
Klar kann man auf so eine Idee kommen, weil es doch nett wäre, wenn es so eine Art, netten alten Mann mit Bart gäbe, der alles, alles kann und dafür sorgen wird, dass alle Menschen, also besonders ich in den Himmel kommen, wo alles gut und schön ist und so gut und schön, dass einem nie langweilig wird, so schön und gut, dass dieses doch immer unruhige Herz Ruhe findet und das alles ohne größere Anstrengungen meinerseits.
Dazu wäre es noch netter, wenn dieses allwissende und allmächtige Wesen, meiner eigenen Unterscheidung zwischen mir (ich bin so nett und gut wie ich bin und muss da gar nichts ändern oder gar gegen irgendwas in mir kämpfen) und den anderen, hier besonders denen, die ich nicht leiden kann, die nämlich sich schon gewaltig ändern müssten, wenn sie denn mal in den Himmel kommen wollen, also wenn dieses Wesen, was mich angeht nicht so pingelig wäre, wie ich es bei den anderen, und besonders bei denen die ich nicht leiden kann, bin.

Die Sache ist nur die, die Bibel und hier auch, auch wenn man es kaum glaubt, auch das Neue Testament, die gibt das einfach nicht her.

man blase also mal den Staub von seiner Bibel und gucke mal im 11. Kapitel des Lukasevangeliums nach, da findet sich unter anderem,. auch dieser Satz, der mir seit Tagen im Kopf herumgeht:

Wehe euch, ihr Gesetzeslehrer! Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und denen, die hineingehen wollten, habt ihr es verwehrt.


Ich fürchte, dass genau das der eigentliche Grund hinter all den Zuständen in der Kirche ist, unter der so seltsame Leute, wie ich, leiden.
Es ist eins, dass da einer nicht glaubt, es genauso nicht auszuschließen,  dass da einer massivst zweifelt, das sind Sachen die können vorkommen und die können auch bei Leuten vorkommen die ihre Brötchen "vom Altar" verdienen.
Es ist wohl auch nicht absolut unwahrscheinlich, dass die Zweifel und der Unglaube, von einem zum anderen gehen und so eine Art religöser Oberschicht entsteht, die selber gar nicht mehr an das glaubt, was sie da so treibt.
Ich denke sowas ist gar nicht so undenkbar, berichtet das Buch Daniel von so einer Sache  (Daniel 14,16 ff)
Und auch und wenn nun mancher Leser in Schnappatmung verfällt ich halte es nicht für so ganz unwahrscheinlich, dass diese Krankheit: man glaubt nicht mehr, man tut nur noch so, man bereitet den Rahmen für die paar Dummen die noch glauben, weil man ja irgendwie seine Brötchen verdienen muss.... dass diese Krankheit auch eine  katholische religiöse Führungsschicht erfassen kann.
Ich spar mir jetzt den Exkurs in die Geschichte, aber meines Erachtens geht der Streit zwischen den Frommen und den Verächtern der Frommen nicht darum, dass es das gegeben hat, sondern nur darum, wie oft und in welchem Ausmaß.

Die Sache scheint mir nur die zu sein, dass es in früheren Zeiten für solche sich gebildet habenden Cliquen nicht ganz so einfach war zu ihrem Unglauben zu stehen, schon alleine aus rein existenziellen Gründen.
Heute allerdings gibt es Arbeitsämter, Grundsicherung, Umschulungen und ich denke mal so ein studierter Theologe der ist schon schlau genug um was anderes zu lernen, insbesondere, da er ja ungebunden und deshalb flexibel ist, von daher besteht, im Gegensatz zu früheren Zeiten, überhaupt nicht mehr der Zwang einfach so weiter machen zu müssen, weil man sonst elendig verhungert, und auch der Scheiterhaufen drohte klerikalen Ketzern heutzutage auch nicht mehr (Gottseidank).

Also gilt einfach das Jesus Wort "Ihr seid nicht hineingegangen" okay,wie gesagt kommt vor, kann geschehen, aber das eigentlich schlimme ist, dass die, die nicht hineingegangen sind, die nicht hineingelassen haben, die durch die Tür wollten.
In den gängigen Übersetzungen heißt es: ihr habt den Schlüssel weggenommen,  In der Menge (das ist eine evangelische, recht texttreue Übersetzung) heißt es sogar "ihr habt den Schlüssel beseitigt".
Um es mal ganz dumm zu sagen, ich hoffe doch sehr, dass einer von denen, die den Schlüssel weggenommen haben, bereut und den Schlüssel wieder in die Tür steckt



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