Sonntag, 16. September 2018

Benedikt Option

Langsam aber sicher zieht das Buch  von der Benedikt Option  ja seine Kreise und wenn ich auch zunächst dem Irrtum anheimgefallen war, unter dem Namen Benedikt Option das sich Zurückziehen von der Welt und allem was sich einbildet wichtig zu sein, nach dem Beispiel Benedikt XVI'ten  zum Gebet verstanden habe, so habe ich mittlerweile  gelernt, dass  es um weit mehr geht.

Ein bisschen stören tut mich an dem Wort von der Benedikt Option, dass bislang all die Leute die es geschafft haben, dass die Kirche in den vielen dunklen Zeiten, genau nicht untergegangen ist, genau das eigentlich gar nicht gewollt haben, sondern es sozusagen der Nebeneffekt war.
Und noch mehr stört mich, dass denkende Leute schon in den 20ern des letzten Jahrhunderts den Niedergang der Volkskirche gesehen haben und man immer so tat, als wären das einfach Idioten, wo doch alles immer besser wird.
Nun war es wohl auch  wirklich so, dass unmittelbar  nach dem 2. Weltkrieg die Leute wirklich frömmer waren als vorher, einfach weil man völlig fertig war und vor laute Not nicht ein und aus wusste. Es gibt völlig ergreifende Bilder von Messen in den Trümmern des Kölner Doms, Fronleichnamsprozessionen durch das zerstörte München und dergleichen.

Ein alter Priester hat mir mal erzählt wie im Bistum Köln nach dem im dortigen Dom das gröbste renoviert worden war, zur 700 Jahr Feier, des Doms auch die Bischöfe der Siegermächte vom damaligen Kardinal Frings eingeladen worden waren, zuerst gar nicht kommen wollten und dann doch ganz begeistert waren und die Kölner auch,  es war wohl wirklich das Gefühl eines großen Glaubensaufbruchs gewesen,
Allerdings prägte der gleiche Kardinal Frings im gleichen Jahr, also 1948, das Wort vom Missionsland Deutschland, wie man hier nachlesen kann. Zitat :

Trotz ermutigender Anfänge ab 1945 war der Bistumsleitung bewusst, dass die große religiöse Blütezeit ausbleiben würde und die Kirche vor neuen Herausforderungen stand.... Große Sorge bereitete der sehr geringe Sonntagsgottesdienstbesuch von Männern in Großstädten, aber auch die Entwicklung der Priesterzahlen, das Wort "Priestermangel" kursierte. Kaplanstellen wurden reduziert.

Und das hat der Kardinal Frings nicht seinem Nachnachfolger Wölki in einer Vision aufgegeben in die heutige Zeit zu sprechen, nein das hat er bereits vor 70! Jahren gesagt!

Ich zitiere hier nicht Romano Guardini zum Thema, aber wir sehen, das Problem ist schon lange bekannt und wurde schon lange vor dem 2. Vatikanum thematisiert und immer wieder als sombody else problem behandelt
Noch in der Eröffnungsrede zum 2. Vatikanum, wendete sich Johannes XXIII gegen die Unglückspropheten,*
Ohne das jetzt genauer zu analysieren so hat der selige Johanns XXIII schon damit recht, dass es früher auch nicht viel besser war, aber er hat darin unrecht, dass er die warnenden Stimmen, dass es zwar anders, aber nicht besser werden wird, und man gefälligst jedoch das seinige zu tun habe, damit es wenigstens nicht schlechter wird, dass er diese Stimmen einfach abbügelt, weil ach lassen wir das, es ist ja bekannt.
Sagen wir abschließen nur: auch selig Gesprochene haben zu Lebzeiten nicht die ultimative Wahrheit gepachtet, aber das wissen wir eigentlich.

Aber wieder zurück zum Thema, es hilft uns wohl alles nichts, wir müssen das tun, was uns  seit dem 2. Vatikanum um die Ohren geschlagen wird, aber nicht so wie es getan wird, sondern so, wie es getan werden soll.
Ich bin ja schon lange davon überzeugt, dass die ganzen Konzils. und Aufbruchsbegeisterten die es immer mit den Urchristen wo die Laien, die Frauen und überhaupt alles ganz klasse, solidarisch und miteinander teilend, und immer für einander einstehend, gewesen war... dass also die, die davon schwärmen keine Ahnung haben, für was sie da eigentlich schwärmen.
Damals war Verfolgungszeit,. und ich sage ja immer die frühen Christen haben für Christus ihr Leben gegeben, und sich ohne Murren in der Apostelgeschichten sagen lassen "Mit Freuden habt ihr den Verlust all eurer Güter auf euch genommen" bzw "Sie freuten sich, dass sie für den Namen des Herrn Schmach erlitten hatten" und bei uns ist, es leider so, dass man noch nicht mal um Christi willen ein ungeplantes Kind annimmt, und auch kein Bischof würde sich wagen zu sagen "Nun ja, wenn Sie dieses Kind nun kriegen, dann verzichten Sie halt um Christi willen auf die paar Geld fünfzig" der Aufschrei wäre riesig, Schnappatmung rund um den Globus!
Bon daher ist es schon irre, wenn man als moderner, aufgeklärter, gutsituierter Christ von der Verfolgungszeit schwärmt.
Und einer der Hintertreppenwitze der Geschichte ist, dass genau das, was Johannes XXIII in seiner Eröffnungsrede weit von sich gewiesen hatte, Verfolgungszeit, frühe Christen, das eigentliche Narrativ der Nachkonzilsbegeisterten war und ist.
Jedoch kann man das alles auch, als eine Ahnung der Leute betrachten, die sich so seltsam Ausdruck verschaffte und wir können uns mittlerweile wirklich nicht mehr der Tatsache verschließen, dass wir ein Problem haben.
Soweit ich das begriffen habe, geht es bei der Benedikt Option um etwas was in katholischen Kreisen, lange, lange verpönt war und nun in Franziskus Papst geworden ist.
Ich muss hier mal ganz persönlich werden, ich kenne das aus der superkatholischen Familie hauptsächlich meiner Mutter eigentlich so, dass man sich für Hinz und Kunz mindestens drei Beine rausreist und die eigenen Kinder grad sehen können wo sie bleiben.
Ich habe dieses Verhalten immer für eine Privatmacke meiner Leute gehalten, die sich dabei durchaus ganz fromm und gut vorkamen, habe es aber zu oft schon bei anderen erlebt und wie gesagt es gehört ja zu den Spezialitäten des derzeitigen Pontifikats, dass die eigenen Leute geschimpft werden und alle anderen gelobt werden, egal was sie anstellen.
Ein kleines bisschen hat das alles auch seine Berechtigung, sind die Christen doch gerufen Fenster für das Licht das Christus ist, zu sein und die Hausfrau putzt nun mal öfter Fenster als die daneben seiende Wand.

Da nun aber gilt "du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" und man seinen Nächsten nicht lieben kann, wenn man sich selber nicht liebt, scheint mir die Botschaft der Benedikt Option einfach zu sein sich selber zu lieben, sprich am Haus der Kirche mal zu gucken, wo sind die tragenden Pfeiler und tragen sie eigentlich noch?
Ich fürchte allerdings wir werden wieder ganz klein werden und das Psalmwort

Aus der Bedrängnis rief ich zum HERRN, der HERR antwortete und schuf mir Weite.
6 Der HERR ist für mich, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?
7 Der HERR ist für mich, er ist mein Helfer; ich kann herabschauen auf meine Hasser.
8 Besser, sich zu bergen beim HERRN, als zu vertrauen auf Menschen.
9 Besser, sich zu bergen beim HERRN, als zu vertrauen auf Fürsten


ganz wörtlich leben müssen, besser sich zu bergen als auf Fürsten, gilt auch für Kirchenfürsten, zu bauen.

Auf jeden Fall hat  der Bloggerkollege Kingbear die  Benedikt Option ins Deutsche übersetzt  und sogar darüber bei Kirche in Not ein Interview gemacht, das auf k-tv und EWTN ausgestrahlt wird,
Hier die Sendetermine:

 Sonntag, dem 16. September, um 23:00 Uhr auf K-TV
 Montag, dem 17. September, um 10:30 Uhr auf K-TV und auf Bibel TV
 Dienstag, dem 18. September, um 13:30 Uhr auf K-TV und um 19:45 Uhr auf EWTN;
 Mittwoch, dem 19. September, um 01:45 Uhr auf EWTN und 17:30 Uhr auf K-TV;
 Donnerstag, dem 20. September, um 13:15 Uhr auf EWTN;
 Freitag, dem 21. September, um 21:30 Uhr auf K-TV;
 Samstag, dem 22. September, um 20:15 Uhr auf EWTN;
 Sonntag, dem 23. September, um 01:30 Uhr auf K-TV und um 03:15 Uhr auf EWTN;
 Dienstag, dem 25. September, um 01:30 Uhr auf K-TV und um 19:45 Uhr auf EWTN;
 Mittwoch, dem 26. September, um 01:45 Uhr auf EWTN;
 Donnerstag, dem 27. September, um 01:30 Uhr auf K-TV und um 13:15 Uhr auf EWTN;
 Samstag, dem 29. September, um 01:30 Uhr auf K-TV und um 20:15 Uhr auf EWTN.


und hier noch mal der Link zum Artikel des Kollegen

und hier noch der Link zu einem älteren, sehr, sehr guten  Artikel des Kollegen über das Problem.





*In der täglichen Ausübung Unseres apostolischen Hirtenamtes geschieht es oft, dass Stimmen solcher Personen unser Ohr betrüben, die zwar von religiösem Eifer brennen, aber weder genügend Sinn für die rechte Beurteilung der Dinge noch ein kluges Urteil walten lassen. ... Sie reden unablässig davon, dass unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit zum Schlechteren abgeglitten sei. Sie benehmen sich so, als hätten sie nichts aus der Geschichte gelernt, ....und als sei in den Zeiten früherer Konzilien, was die christliche Lehre, die Sitten und die Freiheit der Kirche betrifft, alles sauber und recht zugegangen.

Wir aber sind völlig anderer Meinung als diese Unglückspropheten, ..... In der gegenwärtigen Entwicklung der menschlichen Ereignisse, durch welche die Menschheit in eine Ordnung einzutreten scheint, muss man viel eher einen verborgenen Plan der göttlichen Vorsehung anerkennen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.