Sonntag, 23. September 2018

Zum Abschluss des Tages, eine Erinnerung

Heute vor 45 Jahren starb der Dichter Pablo Neruda.
Ich habe keine Ahnung ob und was er gedichtet hat, wo er politisch genau stand, ob man ihn heutzutage noch zitieren darf, oder ob er dem Bann der alten, weißen Männer anheimgefallen ist.

Aber ich hatte jahrelange eine Postkarte an der Wand hängen auf der ein wundervolles Wort von ihm stand:

Ich werde leben, Ich werde nicht sterben,  heute an diesem Tag voller Vulkane trete ich hervor, der Menge entgegen, dem Leben zu

Soweit ich weiß lebte er in den Zeiten Francos, war ein Fan der spanischen Anarchisten, wandte sich gegen das Militärregime Chiles, also ein Linker,

Aber ich denke es ist sowieso ein Problem, dass wir alle, was die Wahrheit angeht, angefangen haben die Leute in Schubladen zu stecken (das muss man, wie uns Yuval Harari zwar mitteilt um zu überleben, tun) aber dennoch, auch und wenn man Schubladen braucht, gehören diese zu der Abteilung "die Gestalt dieser Welt vergeht" und die Wahrheit die doch Christus ist, wird leben.
Und für mich haben diese Wort den Geschmack von Wahrheit, und da ich doch gerade die Benedikt Option am lesen bin, vielleicht geht es wirklich, in der gegenwärtigen Zeit darum aus den Schubladen herauszukommen um als Christen das zu tun, was die Wüstenväter zu ihrer Zeit, die ja, auf ihre Art auch recht wirr war, getan haben.



Nämlich wie Thomas Merton es mal formuliert hat. er sagte, dass die Wüstenväter nicht in die Wüste gegangen wären, weil ihnen die Leute in den Städten egal gewesen wären,. sondern sei seinen in die Wüste gegangen um dort, in der Stille, in der Einsamkeit, in der Armut den festen Punkt von dem aus das Koordinatensystem der Gesellschaft ausgeht, um diesen Punkt, der der Welt abhanden gekommen war und weswegen ihr Koordinatensytem seltsam verbogen geworden war, um diesen festen Punkt wieder zu finden. Dies übrigens nicht um die Welt aus den Angeln zu heben, sondern um die Welt wieder in die Angeln an der die Tür, die Christus ist, hängt zu heben.

Und zu den absolut verrutschten Linien des modernen Koordinatensystems gehört die verzweifelte Innerweltlichkeit, dieses nur und ausschließlich auf das diesseitige Leben fixiert sein, was dann zu solch seltsamen Traueranzeigen führt wie "Plötzlich und unerwartet starb im Alter von 99 Jahren unsere geliebte Uroma, Oma usw" und auch und wenn man das sogar noch irgendwie nachvollziehen kann, dann der Urenkel aufs Standesamt rennt, um aus der Kirche auszutreten,. weil mit so einem Gott der die Uroma mit gerade mal 99 Jahren, auch und wenn sie bis 98 noch fit und selbstständig war,. einfach so sterben lässt, mit so einem Gott, will er nun wirklich nix zu tun haben....
Man lebt nicht mehr in der sicheren Gewissheit dass der Mensch in dieser Welt sterblich ist, und dass danach ein ewiges Leben kommt, für das das dieseitige sozusagen die Vorschule ist.

Und dieses Gewissheit finde ich in dem obigen Gedicht sehr gut ausgedrückt und auch und wenn jetzt einige sagen "Wie kann se nur den zitieren?" so muss ich sagen, es gibt mir Hoffnung, weil Neruda hier einfach eine Ursehnsucht im Menschen anspricht, eine Saite zum klingen bringt, die wahr ist, und eben weil die Sehnsucht nach dem Wahren, Schönen, Guten so unausrottbar ist, deshalb besteht die Hoffnung dass der Menschensohn doch noch Glauben vorfindet,. wenn er wiederkommt.


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