Donnerstag, 13. September 2018

Zur Rede von Georg Gänswein über die Benedikt Option

Georg Gänswein hat eine wirklich sehr gute Rede gehalten.

Es scheint nun so zu sein, dass endlich die Botschaft von der  Krise der Kirche im Westen  nach Rom vorgedrungen ist, und von dort auch thematisiert wird.
Das ist ein bisschen zynisch gemeint, weil die Krise nicht neu ist, und von wirklichen Berühmtheiten wie Romano Guardini schon im Jahre des Herrn 1951 in seinem Buch "das Ende der Neuzeit" thematisiert wurde, aber und das ist wohl das Problem, es wurde gesehen als Problem das da ist, das aber einen selber nicht trifft, nicht treffen kann, nichts angeht, oder wie auch immer man das beschreiben möchte.
Sagen wir es mal so, es gab zu JPII Zeiten schon wilde Gerüchte über die Zustände im amerikanischen Klerus, immer wieder tauchte der Bericht auf, dass JPII beim Anflug auf Rom einmal länger kreisen musste und dabei auch über das Dach des amerikanischen Seminars kreist und was er da zu sehen bekam, lies ihn den zuständigen Rektor einbestellen.
Seit einigen Jahren jagt nun ein Missbrauchsskandal den nächsten, ich sage nur Pater Marcial, Irland, Australien, Domspatzen, und immer ist es schrecklich,
Georg Gänswein sagt dazu, und das fnde ich schon ein gelungenes Bild

Zuletzt aber fühlte ich mich an manchen Tagen in die Tage meiner Kindheit versetzt – zurück in die Schmiede meines Vaters im Schwarzwald, wo die Hammerschläge auf den Amboss kein Ende nahmen, doch ohne meinen Vater, dessen sicheren Händen ich wie den Händen Gottes vertraute.

Gebildete Katholiken erinnern sich an den Hammer und Amboß Vergleich des seligen Graf von Gaalen, der den Nazis noch im Bewusstsein, trotz allem in Gottes Hand zu sein, zurufen konnte:

Wir sind Amboß und nicht Hammer! Aber seht einmal zu in der Schmiede! Fragt den Schmiedemeister und laßt es euch von ihm sagen: Was auf dem Amboß geschmiedet wird, erhält seine Form nicht nur vom Hammer, sondern auch vom Amboß. Der Amboß kann nicht und braucht nicht zurückzuschlagen; er muß nur fest, nur hart sein. Wenn er hinreichend zäh, fest, hart ist, dann hält meistens der Amboß länger als der Hammer. Wie heftig der Hammer auch schlägt, der Amboß steht in ruhiger Festigkeit da und wird noch lange dazu dienen, das zu formen, was neu geschmiedet wird.



der Bischof von Münster führt das Bild dann weiter aus, indem er sagt

Was jetzt geschmiedet wird, das sind die ungerecht Eingekerkerten, die schuldlos Ausgewiesenen und Verbannten. Gott wird ihnen beistehen, daß sie Form und Haltung christlicher Festigkeit nicht verlieren, wenn der Hammer der Verfolgung sie bitter trifft und ihnen ungerechte Wunden schlägt.

Was in diesen Tagen geschmiedet wird, sind unsere Ordensleute, Patres, Brüder und Schwestern. Ich habe vorgestern einen Teil der Vertriebenen in ihren provisorischen Unterkünften besuchen können und mit ihnen gesprochen. Ich habe mich erbaut und begeistert an der tapferen Haltung der braven Männer, der schwachen wehrlosen Frauen, die man roh und rücksichtslos aus ihrer Klosterheimat, aus der Kapelle und der Nähe des Tabernakels verjagte; die [nun] erhobenen Hauptes, im Bewußtsein ihrer Schuldlosigkeit, in die ungewisse [ungerechte] Verbannung gehen, vertrauend auf jenen, der die Vögel [des Himmels] speist und die Lilien [des Feldes] kleidet, ja freudig in jener Freude, die der Heiland seinen Jüngern empfiehlt [anbefiehlt]: Selig seid ihr, wenn Euch die Menschen hassen und verfolgen um meinetwillen. Freuet Euch und frohlocket, denn Euer Lohn ist groß im Himmel! Wahrhaftig, diese Männer und Frauen sind Meisterwerke der göttlichen Schmiedewerkstatt. Was in dieser Zeit geschmiedet wird zwischen Hammer und Amboß ist unsere Jugend. Die heranwachsende, die noch unfertige, die noch bildungsfähige, weiche Jugend. Wir können sie den Hammerschlägen des Unglaubens, der Christusfeindlichkeit, den falschen Lehren und Sitten nicht entziehen! Was wird ihnen vorgetragen und aufgedrängt in ihren Heimabenden und den Dienststunden jener Jugendvereinigungen, denen sie, wie man sagt, unter Zustimmung ihrer Eltern [freiwillig] beigetreten sind? Was hören sie in den Schulen, in die heute alle Kinder ohne Rücksicht auf [den Willen der] die Eltern hineingezogen [hineingezwungen] werden? Was lesen sie in den [neuen] Schulbüchern? Laßt euch doch, christliche Eltern, die Bücher zeigen, besonders die Geschichtsbücher der höheren Schulen. Ihr werdet entsetzt sein, mit welcher Unbekümmertheit um die geschichtliche Wahrheit da versucht wird, die unerfahrenen Kinder mit Mißtrauen gegen Christentum und Kirche, ja mit Haß gegen den christlichen Glauben zu erfüllen. In den bevorzugten staatlichen Lehranstalten, den Hitlerschulen und den neuen Lehranstalten für künftige Lehrer und Lehrerinnen, wird jeder christliche Einfluß, ja jede wirklich religiöse Betätigung grundsätzlich ausgeschlossen. - Und was geschieht mit den im letzten Frühjahr unter Hinweis auf die Luftgefahr in ferne Gegenden verschickten Kindern? Wie steht es mit dem Religionsunterricht [für sie]? Und mit der Übung der Religion? Christliche Eltern, um all das müßt ihr euch kümmern, sonst versäumt ihr eure heiligsten Pflichten, sonst könnt ihr nicht bestehen vor eurem Gewissen in jenem [und vor Jenem], der euch die Kinder anvertraut, damit ihr sie auf den Weg zum Himmel führt.

Wir sind Amboß, nicht der Hammer! Ihr könnt eure Kinder, das edle, aber noch ungehärtete und ungestählte Rohmaterial leider den Hammerschlägen der Glaubensfeindlichkeit, der Kirchenfeindlichkeit nicht entziehen. Aber [auch] der Amboß formt mit. Laßt euer Elternhaus, laßt eure Elternliebe und -treue, laßt euer vorbildliches Christenleben der starke, zähe, feste und unerschütterliche Amboß sein, der die Wucht der feindlichen Schläge auffängt, der die noch schwache Kraft der noch jungen Menschen immer wieder stärkt und festigt in dem heiligen Willen, sich nicht biegen zu lassen in der Richtung zu Gott.

Was in dieser Zeit geschmiedet wird, seid [fast] ohne Ausnahme ihr alle. Wie viele sind abhängig durch Pensionen, Staatsrenten, Kinderbeihilfen und ähnliches. Wer ist denn heute noch unabhängig und freier Herr in diesem [seinem] Besitz und [oder] Geschäft?


Link zur kompletten Predigt hier 

Also Gänswein greift dieses bekannte Bild auf und stellt fest, ihm selber fehlt die Sicherheit, dass da noch ein Schmied ist, der weiß was er treibt,
Er sagt ja wörtlich doch ohne meinen Vater, dessen sicheren Händen ich wie den Händen Gottes vertraute.
Für einen so hohen Kurienmann ein starkes und deshalb auch erschreckendes Bild,

Ich sag das jetzt mal ganz dumm so Klagen über den Klerus gibt es schon lange, mal so, mal so und so, aber immer hatte man das Gefühl , gut die da in Rom, die machen zwar nichts, es gibt ja das Gerücht, dass nach dem Konzil ganze Wäschekörbe mit Beschwerden nach Rom gegangen sind, die genau nichts genutzt haben und auch dass mit Redemptoris Sacramentum jedem Laien die Möglichkeit gegeben wurde, sich im Falle liturgischer Missbräuche an Rom zu wenden hat genau nichts geändert.
So zählt es z.B als liturgischer Missbrauch,. wenn, obwohl sie gar nicht nötig wären Kommunionhelfer eingesetzt werden, aber who cares denn sowas?

Und nun stellt sich heraus es ist nicht nur die liturgische Schlamperei, nein, es ist einfach unfassbar, was sich da Priester, geweihte Leute geleistet haben,  mir fehlen da die Wort und ich versteh es nicht!
Von daher ist das Bild des abwesenden Vaters das Gänswein bringt, und das man sozusagen über die bekannte Metaphorik von Gaalens legen muss, ein Zeichen, wie schlimm es ist.

Irgendwann verfällt auch Georg Gänswein in das, was mich schon immer nervt, nämlich in die Rede von der Krise als Gnade, sorry, es fällt mir schwer das zu schreiben, aber ich hör das seit ich denken kann, so zum Beispiel bei Tischgesprächen in der frommen, katholischen Familie über diese ganzen Errosionserscheinungen nach dem 2. Vatikanischen Konzil und immer saß da auch - das ist in katholischen Familien halt so üblich -  mindestens eine Religonslehrerin dabei, die beschwichtigend von der Krise, als Gnade redete. Beschwichtigungshofrat, wurde in der Folge zum geflügelten Wort.

Dennoch hebt der George Gänswein, das eigentlich im letzten Abschnitt seiner Rede wieder auf, wenn er, betreffs der Benedikt Option als allerletzten Satz seiner Rede sagt:

In den letzten Wochen hat mir kaum etwas so viel Trost gespendet.

Nun noch ein Wort zur Benedikt Option, gelesen habe ich das Buch noch nicht, aber drüber gelesen, und ja die Grundidee, die trifft es wohl, und dürfte auch dem entsprechen was Benedikt XVI mit dem Wort von der Entweltlichung gemeint hat.
Nur denke ich, kann man nicht wissen was die Zukunft bringt und Benedikt von Nursia wollte ja nur das was er unter den römischen Tugenden verstand christlich leben, sah da im dekadenten Rom seiner Zeit überhaupt keine Möglichkeit und floh von daher in die Berge, wo er zunächst ganz alleine einsiedelte und sich dann andere einfanden. Will heißen ich finde es richtig, richtig gut, dass man endlich, endlich anfängt sich den Problemen zu stellen, ja sie wahrzunehmen und nicht mehr schönredet.
Aber ich habe das Gefühl gerade mit der Benedikt Option  wird versucht Strukturen zu schaffen, die uns helfen, die sicher sind, also die uns  weiter in der Illusion halten, die Sache im Griff zu haben.
Ich denke das wird sorum nichts!

Und nun ist mir, folgende Bibelstelle in den Kopf gekommen

Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.  33 Solches habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

das stammt aus den Abschiedsreden Jesu und korreliert mit der Stelle im Katechismus der katholischen Kirche  wo es unter Punkt 675 heißt:

ie letzte Prüfung der Kirche



675 Vor dem Kommen Christi muß die Kirche eine letzte Prüfung durchmachen, die den Glauben vieler erschüttern wird . Die Verfolgung, die ihre Pilgerschaft auf Erden begleitet , wird das „Mysterium der Bosheit" enthüllen: .....

677 Die Kirche wird nur durch dieses letzte Pascha hindurch, worin sie dem Herrn in seinem Tod und seiner Auferstehung folgen wird in die Herrlichkeit des Reiches eingehen.

und das geschieht, sagt der Katechismus nicht im Sinne dass  die Welt und die Kirche immer besser wird, sondern nur ,sondern durch den Sieg Gottes im Endkampf mit dem Bösen 
und so heißt es, erst dann, wenn Gott gesiegt hat, wird die BrautChristi vom Himmel herabkommen

Hier klicken und selber nachlesen, auch mit den Verweisen auf die entsprechenden Bibelstellen.

Also beten wir!


















































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