Sonntag, 7. Oktober 2018

Gedanken zu Erntedank oder der tägliche Grusel am Sonntag

Heute an Erntedank war ich mal wieder in der Pfarrei vor Ort, dortselbst habe ich im Laufe der Jahre ein seltsames Prinzip festgestellt:
Es sind, um es kurz zu machen, lauter Modernisten dort, die aber irgendwie das nur sind, weil sie meinen, dass sie damit die Leute wieder in die Kirche bekämen und selber eigentlich am liebsten auf Latein den Rosenkranz beten täten, es aber nicht tun, weil....
Im Prinzip erinnert mich das an diese, mir als Zeichen angeblicher wahrer Liebe erzählte, Geschichte von dem alten Ehepaar, dass seit 40 Jahre gemeinsam frühstückt und zwar zwei Brötchen, Er gibt ihr die Unterhälfte, weil er die selber lieber hat, und sie nimmt sie, weil sie lieber die Oberteile isst.
Diese Geschichte ist für mich, eben genau nicht eine Geschichte wahrer Liebe, sondern eine Geschichte wie man es nicht machen soll.
Weil aber unsere Modernisten vor Ort abundan doch in die Oberseite vom Brötchen beißen, ist es entweder so; dass die Lieder okay sind, und die Predigt zum davonlaufen, oder die Predigt ist okay, dann sind die Lieder zum davonlaufen.
Heute nun war es so dass der Pfarrer gleich bei den deutenden Worten zur Eröffnung erstaunlich katholisch und klar war, was für den Verlauf des Gottesdienstes das Schlimmste befürchten lies.
Aber weil man ja auch das Gute sehen soll, sei das hier kurz referiert.

Er sagte, es sei Erntedank und vor dem Altar lägen nun wirklich von den guten Gaben der Erde was man nur im Supermarkt hätte zum Thema kaufen können (war auch so, sehr schön dekoriert, wirklich ansprechend) Dennoch, so sagte, er seien wir hierzulande eigentlich arme Leute, und zwar deshalb arm, weil Europa seinen Glauben und dazu gehörende Moral weitestgehend verloren habe  und sich darauf auch noch einen Stiefel einbilde......
Wie gesagt, bin schier von der Bank gefallen, weil der Pfarrer normalerweise alles und jedes klasse findet solange es nicht dezidiert katholisch ist,

dann ging es aber doch ganz anders weiter.
Das Evangelium vom Tage steht eigentlich quer zum Thema Erntedank, geht es doch um die Lilien auf dem Felde, die nicht säen nicht spinnen und doch prächtiger sind, als Salomon in all seiner Pracht..also Matthäus 6,24,ff  beim Schreiben diese Beitrags ist mir aufgefallen dass das eigentlich nicht das vorgesehene Evangelium war, heute ist nämlich als Evangelium die Unauflöslichkeit der Ehe dran.
Wie sagt man so schön: Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Also es ging bei der Predigt und bei sämtlichen deutenden Worten, von denen der gesamten Gottesdienst überquoll immer wieder darum, dass Gott den Menschen zum Verwalter, zum Hüter der gesamten Schöpfung gemacht habe.
Sorry mal, das ist einfach nicht biblisch!
Nach der Bibel hat Gott einen wunderschönen Garten angelegt, den Garten Eden und den sollte der Mensch bebauen und behüten,
Es gibt bekanntlich zwei Schöpfungsberichte, und wie die zusammenzubringen sind, darüber sind schon ganze Bibliotheken geschrieben worden, auf jeden Fall kommt das mit dem bebauen und behüten im 2. Schöpfungsbericht vor,. der im zweiten Kapitel der Genesis steht wo es heißt:

15. Da nahm Gott, der Her, den Menschen19 und setzte ihn in das Paradies der Wonne, auf das er es bebauete20 und bewahrte.21 

im ersten Schöpfungsbericht liest sich das etwas anders, aber auch in einem Zustand der nicht mehr ist, wo nämlich alles, Mensch und Tiere sich ausschließlich von Pflanzen ernähren

Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch,32 und erfüllet die Erde, und machet sie euch untertan, und seid Herren über die Fische des Meeres, und über die Vögel des Himmels, und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen.33 [1Mos 8,17, 1Mos 9,1]
29. Und Gott sprach: Sehet, ich habe euch alle samentragenden Pflanzen auf Erden, und alle Bäume, die in sich selbst den Samen ihrer Art tragen, gegeben, das sie eure Nahrung seien; [1Mos 9,3]
30. und allen Tieren der Erde, und allen Vögeln des Himmels, und allem, was sich auf Erden regt, und was beseelt ist, damit sie Nahrung haben.34 Und es geschah also.


Ich bin nun nicht der Experte für alte Sprachen, aber angeblich kann man das herrschen und untertan machen, etwas ist was im biblischen Kontext nicht den negativen Aspekt hat, den wir diesen Worten unterstellen.
Dass aber der Anfang dieses immer wieder zitierten Auftrags der Fürsorge um die Schöpfung das Fruchtbarsein und Vermehren ist, also das, nee das das interessiert uns nicht, wie schreibt Rod Dreher: Den Kampf um die Abtreibung den haben wir krachend verloren und wenn ich mich so umgucke, dann auch deshalb weil auch Katholiken zwar beständig sich auf diesen Genesis Abschnitt berufen, aber den davor, ach das kann der liebe Gott ja  nicht wollen, dass man sich dergestalt um die Zukunft kümmert, dass man die Menschlein ins Leben kommen lässt, die dann eben leben werden, diesen Streß sollen sich andere antun, man kann da vielleicht ein bisschen spende..... sorry ist böse,. aber so ähnlich geht es doch! Man nimmt sich aus der Schrift heraus, was einem passt und der Zusammenhang. who cares?
man kann auch übersetzen mit: Nehmt die Erde wie ein Kulturland in Besitz und was das herrschen über die Tiere angeht, so gilt hier das gleiche Wort wie das Verhältnis eines Hirten zu seiner Herde, der sie hegt und pflegt, weil er von der Herde lebt, was ja vor lauter Romantik meist vergessen wird.

Dennoch selbst wenn man die unterstellt, dass die Leute sich ca. 3000 Jahre lang geirrt hatten, was die Genesis angeht, muss man konstatieren, dass der Mensch vor dem Sündenfall anders war, als der nach dem Sündenfall und seit dem Sündenfall auch die Schöpfung nicht mehr das ist, was sie mal war,
Also diese Erde ist dazu bestimmt einmal zu vergehen, damit der neue Himmel und die neue Erde erscheinen können.

Und was mich nervt, ist,. dass man in den ortsüblichen grüne, ökobio trallala Predigten diesen eschatologischen Aspekt komplett vergisst.

Wir müssten normalerweise als Christen zusehen, dass die Erde in einem Zustand bleibt, damit auch kommende Generationen auf ihr so leben können, dass sie zu Christus kommen können und dafür ist schon immer die Schönheit ein ganz probates Mittel und auch und wenn die reine Natur einfach grausam ist, so leuchtet in ihr doch oft und oft das auf, was Hölderlin umschreibt, dass nämlich im Schönen sich das Göttliche verhüllt.

Und wie wir geplagten Katholiken des 21. Jahrhunderts mit den zahlreichen modernen katholischen Kirchen im 4 B Modus (Beton, Batik, Bronze, Bergkristall, zusammengebastelt) wissen ist es fast unmöglich  in so einem hässlichen Bunker auf die Idee eines lieben Gottes zu kommen, weswegen es dringend geboten ist, dafür zu sorgen, dass die Welt sich nicht flächendeckend in  eine hässliche Ansammlung von funktionalen Gebäuden und Verkehrswegen verwandelt.

Nur warum ausgerechnet die Apologeten der Bewahrung der Schöpfung gleichzeitig die schönen alten Kirchen, sobald sie können, mit hässlichen Altären, Bildern und Statuen ausstatten, das begreife ich nicht.

Um wieder die Kurve zum Anfang zu kommen, im AT wird immer wieder beklagt als grundlegender Abfall von Gott, wenn man das Geschöpf statt dem Schöpfer anbetet, wenn ich mit nun überlege, was mich eigentlich so ärgert, weil wer will schon dass die Erde in eine unbewohnbare Wüste verwandelt wird, dass man nix mehr essen kann, weil alles vergiftet ist usw, usw?
also ja, dann ist es wohl das, dass man innerkirchlich die Schöpfung anbetet, und meint für sie alles, aber auch auch alles tun zu müssen, anstatt den Herrn seinen Gott, den Schöpfer der sichtbaren und unsichtbaren Welt  zu lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele, allem Denken   und aller Kraft,

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