Donnerstag, 11. Oktober 2018

Über das Schweigen

In der Legende über den Gründer der Karthäuser heißt es, dass der damals noch nicht so heilige, aber sehr kluge, sehr gelehrte, sehr wichtige Herr Bruno sich dennoch mühte die Misstände, die er allüberall fand,  so er konnte, abzustellen.
Nur so zur Info der heilige Bruno lebte von 1030 bis 1101, also man kann sagen, schon damals war nicht alles Gold was glänzte, was einem aber, und das ist ja das schlimme an so historischen Tröstungen, nicht dazu verleiten sollte, zu denken: Naja es is ja schon immer jud jejange, legen wir die Hände in den Schoß.

Bruno war also nicht die klassische Geschichte wo ein weltlicher Schlurie sich irgendwann bekehrte und feststellt, die Welt und ihr Glanz, das bringt es nicht so wirklich, sondern einer der sich mühte.
Die Legende erzählt, dass bei der Trauerfeier für seinen Lehrer, der, der Sitte der Zeit entsprechend aufgebahrt in der Kirche lag, der Leichnam sich aufrichtete und verkündete "Ich bin gerufen zum gerechten Gerichte Gottes" und am nächsten Tag verkündete "Ich bin verdammt im gerechten Gerichte Gottes"
Bruno zog sich daraufhin von allen Ämtern zurück und gründete mit einigen Gleichgesinnten die erste Karthause.
Hier auf der offiziellen Homepage der Karthäuser, allerdings ohne die Legende, nachzulesen.



Nach einiger Zeit wurde Bruno an den Hof des Papstes, als Berater gerufen, alleine, und das ist ja irgendwie faszinierend, gerade weil er selber ja wusste um die Misstände, und man nun meinen sollte, dass er nun als Berater des Papstes Mittel und Wege ergreifen würde, um den, was das damalige Problem war, Bildungsstand im allgemeinen und im speziellen zu heben, und den unseligen Ämterkauf und die Verquickung von weltlicher und geistlicher Macht zu beseitigen.

Er tat es nicht, sondern zog sich erneut in die Einsamkeit zurück und errichtete eine neue Kartause im Sünden Italiens,
Ich kann mir nicht helfen, es erinnert mich an Papst Benedikt, dessen Rücktritt mich immer noch, nach all der Zeit, verstört, aber mir scheint dass in der Stille das Wort Gottes wieder gehört werden muss, damit wir die Antworten auf unsere vielen, unausgesprochenen Fragen, wieder vernehmen und uns der zugehörigen Fragen wieder bewusst werden können.

Auf jeden Fall, wenn man auf dieser Seite des Karthäuserordens herumsurft, überkommt, zumindest mich, eine tiefe Sehnsucht nach der Stille, der Weltabgewandtheit.

Nun ist es den wenigsten gegeben das auch so radikal umzusetzen wie die Karthäuser, aber wir sollten dennoch auch die Stille suchen und nicht vergessen, dass "unsere Stadt auch unsere Wüste ist" wie ein vor Jahren recht bekanntes Büchlein feststellte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.