Samstag, 17. November 2018

Wie heute eine Ordenberufung leben?

Mir scheint unter dem derzeitigen Pontifikat ist die einzige Möglichkeit eine solche Berufung zu leben, die in keinen Orden einzutreten!

Der heilige Augustinus ist auf seine Idee mit einer Gemeinschaft von Klerikern gekommen, indem ihm von einem Günstling des Kaisers erzählt wurde,  der sei in Trier in einem Hinterhof über drei alte Männer in einer Hütte gestolpert, die dort in aller Einfalt versuchten dem Vorbild des Heiligen Einsiedlers Antonius nachzuleben.

Der Günstling des Kaisers habe sich so in die Lebensbeschreibung des Heiligen Einsiedlers vertieft, dass es ihn so ergriffen habe, dass ihm seine ganze Karriere, der gesamte römische Kasierhofstaat und all die damit verbunden Annehmlichkeiten komplett egal wurden, und er einfach in der Hütte blieb.
(Confessiones des heiligen Augustinus 9. Kapitel).
Es ist also einfach nicht wahr, dass vor dem heiligen Benedikt und außer dem Wüstenvätern es sonst keine Mönche und Nonnen gegeben hätte, das Gegenteil ist wahr, es hat immer wieder Leute gegeben die sich gerufen gefühlt haben, Gott in besonderer Weise zu dienen und es war eigentlich so, dass es viel mehr Ordensgründer gegeben hat, als die, die wir so kennen.



Historisch war es so, dass Karl der Große beschlossen hatte, dass sich alle Orden in seinem Reich der Benediktusregel zu unterwerfen hatte, und es vorher halt jedes Kloster nach seiner eigenen Regel lebte.
Wie es immer so ist, wurde das im Laufe der Jahrhunderte nicht so wirklich befolgt, es kamen andere, große Ordensregeln auf, die Franziskaner, die Dominikaner, Orden die es nicht so mit der Stabilitas Loci hatten, und es kam wohl auch zu einer Art Zusammenwohnen frommer Leute, den Beginnen, mitsamt Vorformen, die dann wiederrum zu Klöster wurden und irgendwann eine der erlaubten Ordensregeln annahmen.
Das ist eine Geschichte, die etwas schamhaft verschwiegen wird, aber die letzte Ordensregel die päpstlicherseits anerkannt wurde, war die des Ignatius von Loyola und ansonsten hatten wir die Franziskaner, die Dominikaner, die Augustiner Chorherren und die Benediktiner.
Irgendwann, aber das finde ich nicht im Netz wurden alle KLöster dazu gebracht sich einer der bekannten Regeln zu unterwerfen.
Aber wie es halt immer so ist, es ergaben sich dann doch andere Gründungen, die sich dann eben Kongregationen nannten, auch ihre Regel erhielten, noch die Schwestern der Mutter Theresa sind "nur" eine Kongregation.
Gut heutzutage sind die Unterschiede gerade egal und man hat so das Gefühl,. wer zu fromm ist, der wird nicht von der Welt seltsam beäugt, sondern von denen die eigentlich dafür sorgen sollten, dass Leute die versuchen das Fenster zur Transzendenz offen zu halten, durch ein Leben in Gebet und Askese, dass diese Leute das im geschützten Rahmen und ohne zu verhungern oder zu erfrieren sowie in der Gewissheit, bei Alter und Krankheit nicht auf die Straße gejagt zu werden, tun können.

Wie ich schon mal schrieb, muss man um zu leben wie ein Mönch nicht unbedingt in ein Kloster eintreten und eigentlich gehen die Legenden und Gründungsgeschichten der Klöster immer davon aus, dass sich da Leute zusammengetan haben, und nicht dass da  großflächig Werbung gemacht wurde.

Ich denke wirklich es bringt wenig auf die sich gerade auflösenden Strukturen zu starren, und auf die Erlaubnis aus Rom zu warten wieder fromme sein zu dürfen, so richtig es ist, nicht in Naivität zu verfallen und die Ereignisse zu kommentieren.
So wie es aussieht müssen wir eben mal wieder von vorne anfangen, so wie der unbekannte Günstling des Kaisers, der sich entschied den Palast mit einer Hütte zu vertauschen und das ohne zu warten, bis sich da ein ordentlicher Orden draus entwickelte.

Und wenn wir das tun, so mag es untergehen, wie die zahlreichen Klostergründer in der Geschichte des Christentums untergegangen sind, aber ohne all diese Leute hätte es keinen Benedikt von Nursia, keinen Franziskus von Assisi, keinen Dominikus und auch keinen Gründer der Augustiner Chorherren gegeben.

Ich denke immer, dass unser Blick durch die 2000 Jahre Christentum die wir auf dem Buckel haben, getrübt ist, wir sehen die Siege und nicht mehr das Training das dafür nötig war, wir sehen auch nicht mehr die Teamkollegen und die Niederlagen die auf den rechten Weg geführt haben.

Der heilige Benedikt von Nursia ist derzeit im innerkatholischen frommen Raum doch wieder schwer im kommen, auch und wegen der "Benedikt Option" Rod Drehers, aber wie wir hier nachlesen können, hat der heilige Benedikt von Nursia seine Regel nicht aus dem Nichts erfunden, sondern konnte auf vorhandenes aufbauen, so auf den Mönch Romanus, der ihn in seiner Höhle versorgte.


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