Samstag, 19. Januar 2019

Hausfrauentheologie oder wie Weihnachten weitergeht

Es gibt ja ganze Bibliotheken von mehr oder weniger (eher weniger) gelungenen Assoziationen von Christus und dem Licht, und das ganze unter dem Aspekt, dass in und mit Christus das wahre Licht in diese Welt kommt, weswegen der Termin am 25.12, also zur Wintersonnenwende einfach gut passt.
All das klassische Brauchtum, als da ist St Martin, Adventskranz, Weihnachtsbaumbeleuchtung und sogar noch das neuere Brauchtum mit den Lichterketten allüberall, bildet diese Symbolik der Hoffnung auf das Licht, das in die zunehmende Finsternis kommt, ab.
Nun ist es so, dass sich wirklich um Weihnachten herum das Sonnenlicht ändert, mit Beginn des Herbstes wird das Licht sanfter, mehr ins rote spielend, und im November und Dezember immer schwächer, milder, dunkler und düsterer.
Spätestens nach Neujahr, manchmal auch schon früher, aber immer erst nach Weihnachten wird das Licht hell, klar, durchdringend.
Ich vermute, das Ganze hängt einfach mit der Erdbahn zusammen, dem leicht geänderten Einstrahlungswinkel des Sonnenlichtes, aufgrund der Tatsache, dass die Erde um Weihnachten herum den einen Maximalpunkt der Ellipse durchläuft und dann sozusagen sich wieder zur Sonne hin bewegt.
Was mich aber jedes Jahr fasziniert ist, wenn man, im geänderten, hellen Licht aufeinmal Flecken an Möbeln, Fenstern, Wänden und dergleichen sieht, die die gestandene Hausfrau vorher, trotz regelmäßig ausgetobtem Putzfimmel einfach nicht gesehen hat, nicht hat sehen können.
Auch das ist, für mich, eine tiefe Wahrheit, nur im Licht Christi sind wir überhaupt in der Lage den Dreck um uns herum überhaupt wahrzunehmen und das ist, wie der ganze Glaube, nun mal, auf den ersten Blick, nicht gerade nett.



Andererseits erklärt genau das auch die sprungbereite Feindseligkeit, die unsereins so entgegenspringt.
Was sollen wir deshalb tun?
Nun, uns darüber im Klaren werden, was es ist, was uns angeht zum Putzlappen greifen, sprich zur Beichte gehen, und uns zu trösten mit dem Wort aus dem Johannesprolog "Die Finsternis hat [das Licht] nicht begriffen."
Mir selber wird wirklich jedesmal, wenn so, wie heute das Sonnnenlicht wirklich jedes Staubkörnlein sichtbar macht und ich davor stehe und denke "Na da hast aber die letzten Wochen ganz schön geschlampt" und mir dabei darüber klar werde, dass ich die letzten Wochen eigentlich der Ansicht war, bei mir herrsche Ordnung, das aber nur deshalb hab denken können, weil das Licht halt so schwach war; dann wird mir klar, worin das Problem mit dem Licht, das Christus ist, besteht, es erleuchtet alles, wie es im Lied heißt.
Aber das bedeutet auch, jedes Staubkörnlein, jede Macke, jede Schramme und jeder Fleck, der vorher gnädig in der Düsternis verdeckt war.

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