Samstag, 20. April 2019

Osterputz und christliche Hoffnung, Hausfrauentheologie

Gestern am Karfreitag versammelten sich nicht nur  die paar verbliebenen Gläubigen zur Karfreitagsliturgie, sondern auch einige Leute, bei strahlend schönem Frühlingswetter, so strahlend schön, dass es fast als Antithese zum Karfreitag daher kam, weil einem, alleine wegen dem Wetter das Herz so fröhlich wurde, also diese Leute versammelten sich, weil sie schlechtes Wetter haben wollten, wenn ich das richtig kapiert habe.
Ich selber verbrachte den Karfreitag mit Osterputz und ja ich muss sagen, zwischendrin fand ich die Anliegen der Klimademonstranten gar nicht so verkehrt, weil doch die Frühlingssonne dermaßen was von klar schien, dass jedes Staubflöckchen und jeder Dreckfleck regelrecht,. ob seiner plötzlichen Sichtbarkeit, nach dem Putzfeudel zu schreien schien, und dabei anklagend zu sagen schien: Na da haste aber den ganzen Winter über schwer geschlampt.

In solcherlei Gedanken versunken vor mich hin putzend, fiel mir dann auf, dass es jedes Ostern dasselbe Elend ist, mit der Putzerei und mir jedesmal das ganze Geschehen als fast symbolisch erscheint für das Kommen des Reiches Gottes.



Es ist schlicht und ergreifend so, dass wir erst im Lichte Christi so richtig sehen wo der Dreck sitzt und ohne dieses helle Osterlicht einfach nicht wirklich sehen.
Dann das allergrößte Problem sind ja immer die Fenster, lassen die nicht nur das Licht durch sondern sehen selber im duchscheinenden Licht so richtig dreckig aus.

Vielleicht hat der eine oder andere schon mal, aus welchen Gründen auch immer, eine Mitternachtsputzaktion gestartet und im schummerigen Licht der Energiesparlampen sauber geputzt, nur um sich dann zufrieden ins Bett zu legen um am nächsten Tag dann im Licht eines trüben Tages ganz stolz auf sich selber zu sein, oder auch am nächsten Tag im hellen Licht zu sehen, was man alles übersehen hat und das man teilweise nur den Dreck anders verteilt hat, was sich in sichtbaren "Streifen" bzw, "Schlieren" manifestierte

Vielleicht ist genau das der große Knackpunkt der kirchlichen aktuellen Verkündigung, weil sie zu sagen versucht, dass Christus gekommen ist um uns zu sagen, wie toll wir sind und die Realität genau dem wiederspricht.
Christus ist gekommen uns uns zu zeigen wo wir noch putzen müssen und es ist nun mal so., dass sie Wand neben den Fenstern viel dreckiger ist, als die Fenster, aber man den Dreck auf den Fenstern eher sieht, und wenn die Fenster nun genauso dreckig wie die Wand werden, so kann das Licht nicht mehr da durchscheinen.
Allerdings ganz so hoffnungslos, wie die Sache nun bei Licht betrachtet, aussieht ist die Lage nicht, das vielgeschmähte Mittelalter hat in seinen berühmten gotischen Fenstern. hier in seine Kirchen einen sehr tröstlichen Symbolismus eingearbeitet.
So ein echtes gotisches Fenster sieht von außen immer irgendwie grau und farblos, kurz dreckig, aus.
Sitzt man aber im Inneren einer original gotischen Kirche und scheint das Licht direkt durch diese Fenster leuchten sie und auch hierin kann man ein Symbol für die Möglichkeiten Gottes sehen, der auch von außen hässliche Fenster zum Leuchten bringen kann.


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