Montag, 15. April 2019

Über den Zusammenhang von Frieden und Wahrheit anhand des Evangeliums vom Palmsonntag

Im Evangelium vom Palmsonntag, dem langen, über die Passion Christi, steht ein interessanter Satz .nämlich der dass über die Verhandlungen über diesen Jesus die vorher verfeindeten Machthaber Herodes und Pontius Pilatus Freunde wurden.
Auch andere, vorher verfeindete Parteien, wie die den Hohen Rat stellenden Sadduzäer und die, dem Sadduzären eigentlich feindlich gesonnenen Pharisäer fanden sich zu wunderschöner Eintracht zusammen und sozusagen als Krönung der ganzen Harmonie vertrugen sich die beiden nicht nur untereinander, sondern mussten sogar den, bislang verhassten Pontius Pilatus zum Jagen tragen.
Man kann also sagen, dass sich während des Passionsgeschehen des HERRN alle vorher verfeindeten Gruppen vertrugen, die Herodianer, die Römer, die Pharisäer, die Sadduzäer und damit auch alle die Macht hatten im Land.
Es gibt sogar die Theorie dass in das allgemeine "Wir vertragen uns!" auch die Zeloten eingeschlossen waren, gibt es doch die Theorie dass der freigelassene Barabas ein Zelotenführer war.



Dennoch ist es ein falscher Friede, oder sagen wir richtiger ein Friede, eine Versöhnung, ein sich Vertragen und an einem Strick ziehen, das  den Frommen betroffen macht.
Friede und Versöhnung, Einheit und sich Verstehen ist sicherlich ein sehr hohes Gut, ein Gut, dessen Realisierung einiges an Verzicht und guten Willen sowie Aufwand rechtfertigt, aber dennoch bleibt, es ist kein Gut ansich, sondern es ist nur ein Gut, dass gut ist, wenn es im wahrhaft Guten der Gott ist seine Grundlage hat.
Und wenn der Friede erreicht wird indem man die Wahrheit, die doch Christus ist, leugnet, bzw sogar misshandelt und aus der Welt zu schaffen versucht, dann taugt doch der ganze Friede, die ganze Versöhnung nichts, dann sind wir beim Staat ohne Gott, der im besten Fall eine gut organisierte Räuberbande ist, wie der heilige Augustinus feststellte.
Man beachte das richtig, mit der Räuberbande in solchen herrschte teilweise ein sehr strenger Ehrenkodex (nicht wie Jack Sparrow in  Fluch der Karibik meint, dass es sich dabei nur um eine allgemeine Richtlinie handle) und es war so, zumindest in der Theorie, dass der Kodex von allem Mitgliedern der Piratencrew unterschrieben wurde, und diesen bestimmte Rechte (Anteil an der Beute, Wahlrecht des Kapitäns, Entschädigung bei Invalidität zubilligte und auch Strafen, oft drakonischer Natur, regelte. Hier ein Wikipedia Artikel zum Thema.

Auch waren Piratenreiche historisch gesehen oft recht erfolgreich, man denke an das Vandalenreich des Geiserich in Nordafrika auch die Wikinger haben einmal als Piraten angefangen.
Es geht mir  nun nicht um eine Wertung historischer Tatsachen die ein kleiner Blogbeitrag nicht leisten kann und will, sondern um den weitverbreiteten Irrtum, dass nur die Guten, die Frommen was ordentliches, nettes, sicheres hervorbringen können, man also das Gute und das Böse an objektiven Kriterien erkennen kann.
Frei nach dem Motto aus vergangenen Tagen, dass der Kommunismus verkehrt ist, das sieht man dadran, dass die da drüben weder Bananen noch Orangen haben, als wie wenn das, also die Verfügbarkeit von Bananen und Orangen das Kriterium für Gottwohlgefälligkeit sei, wobei ich nichts gegen Bananen und Orangen habe.
Aber mir scheint diese Verwechslung des Reiches Gottes mit der Möglichkeit zwischen 200 Sorten Fruchtjoghurt zu wählen, Teil des großen Missverständnisse zu sein, das in der Kirche schon länger ungut wuchert.
Christus lehrt uns zwar, dass man einen Baum an seinen Früchten erkennt, aber ich habe diese, zugegeben,  krassen Beispiele gewählt um zu zeigen, dass es sooooo einfach nun auch wieder nicht ist.
Es geht für den Christen darum seine Werte in der Wahrheit die Christus ist, zu gründen und damit gleicht er, wieder nach dem Evangelium dem Mann der sein Haus auf Felsen baut, und wenn man dieses Beispiel bedenkt, so dauert es halt länger auf Felsen zu bauen als auf Sand.
Aber gleichzeitig lehrt uns ein Blick ins Geschichtsbuch, ein Urlaub möglichst weit weg mit Besichtigung der Zeugnisse alter Kulturen, dass auch die Leute ohne Christus hervorragendes  geleistet haben, man denke nur an die sieben klassischen Weltwunder der Antike.
Und jedes Buch über vorchristliche Hochkulturen lehrt uns, dass es auch ohne Christus Hochkulturen gab.
Und dennoch ist es ist so, dass wir auf dieser Erde keine bleibende Stätte haben, hier in der Verbannung sind, wo der Acker uns Diesteln und Dornen trägt, aller Naturromantik zum Trotz und auch und wenn man heutzutage mit Herbiziden und Pestiziden auf dem Acker schafft und sich eher eine Bandscheibenerkrankung durchs Sitzen, denn durchs Hacken zuzieht so bleibt die Metapher doch gültig und es ist so, dass Christus uns erlösen wollte von diesem Geworfensein aus dem Paradies und wir ohne ihn nicht erlöst hätten werden können.

Daher: gesegnete Kartage

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