Sonntag, 19. Mai 2019

Was ich mich bei den Diskussion um die Vir probanti und die Frauendiakoneusen schon immer frage

ist: "wo will man die den hernehmen?"

Ich bin ja jetzt mehr oder weniger seit über einem halben Jahrhundert mehr oder weniger regelmäßig hierzulande im Gottesdienst und was ich in all der der Zeit feststellen musste, ist ein mehr oder weniger stetiger Niedergang von allem und jedem, besonders von der reinen Anzahl derjenigen die den lieben Gott meinen nötig zu haben und es mit der ersten , alten Katechismusfrage ernst nehmen.
Diese Frage lautete: "Wozu sind wir auf Erden?" und die Antwort lautete "um Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen, um dermaleinst auf immer bei ihm zu sein!".
Früher, also bis vor einigen Jahren, war wenigstens an Weihnachten und Ostern die Kirche proppenvoll, dieses Jahr hatten wir wirklich noch üppig Platz.
Noch eklatanter ist die Lage am "Weißen Sonntag" noch vor 20 Jahren hieß es "Wir bitten diejenigen die immer kommen, doch am Weißen Sonntag in die Vorabendmesse oder in die spätere Messe zu gehen, damit die Familien der Kommunionkinder gut Platz finden...." heute hießt es "Wir bitten diejenigen die immer kommen, doch auch am Weißen Sonntag zur Erstkommunionfeiermesse zu kommen, damit die Kommunionkinder und ihre Familien sich nicht so alleine fühlen...."



Es lässt sich also nicht leugnen dass wir definitiv ein Problem haben, und zwar ein Gläubigenproblem, wobei auch das nicht so besonders originell ist, sondern eigentlich seit Jahrzehnten  bekannt ist.
Wir erleben  was Romano Guardini in "Das Ende der Neuzeit" immerhin bereits 1951 so beschreibt:

Wenn wir die eschatologischen Texte der Heiligen Schrift richtig verstehen, werden Vertrauen und Tapferkeit überhaupt den Charakter der Endzeit bilden. Was umgebende christliche Kultur und bestätigende Tradition heißt, wird an Kraft verlieren. Das wird zu jener Gefahr des Ärgernisses gehören, von welcher gesagt ist, daß ihr, »wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten erliegen würden« (Mt 24,24). Die Einsamkeit im Glauben wird furchtbar sein.

Man hat einen  Guardinilehrstuhl errichtet und ihn über den grünen Klee gelobt, was er aber geschrieben hat, das hat man scheinbar nicht ernstgenommen, im Gegenteil.
Es geschieht wie er es gesehen hat und anstatt mal endlich, verweise hier auf die Benedikt Option, einzusehen, dass die Lage so ist wie sie ist, und diverse Stellen des NT , so das Wort von der kleinen Herde, wirklich so wortwörtlich gemeint sind, wie sie da stehen, tut man so, als würden strukturelle Veränderungen irgendwas helfen.
Man schwallte ja schon lange von den Vir Probandi, also Männern die sich im Leben bewährt haben und die, schon älter, aber immer noch mit Gattin an der Seite, sich doch furchtbar gerne zu Priestern weihen lassen wollen täten.
Um mal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, man hat ja diese Kurse für Diakone recht niederschwellig gemacht, und neben den hauptamtlichen Diakonen auch nebenamtliche Diakone vorgesehen, alleine der Run hier ist ausgeblieben und wenn ich sehe, was für ein Drama es ist, für jemanden der bettlägerig und krank ist, jemanden zu finden, der ihm die Kommunion bringt, so frage ich mich schon "wo laufen sie denn" all die vielen, vielen die so nett und engagiert sind, dass sie das klassische Weihepriestertum obsolet machen.

Ähnlich scheint es mir mit den Frauen zu sein, es ist ja keineswegs so, dass die Frauenklöster sich vor lauter Novizinnen nicht mehr retten können und es ist auch nicht so, dass die klassischen Orden sich immer mehr aus ihren Kliniken, Schulen, Heimen und was sie sonst noch so machen zurückziehen müssen, schlicht und ergreifend, weil  sie das Personal nicht mehr haben.
Ordensschwestern im Kindergarten? Ach geh, Fehlanzeige, das können die Orden doch gar nicht mehr leisten! Ordensschwestern als fest installiert in den Gemeinden und ein bisschen dafür zuständig zu gucken wo den Leuten der Schuh drückt, vielleicht noch dafür zuständig dass die Muttergottes immer frische Blumen hat, so wie es vor 50 Jahren in den katholischen Gemeinden noch üblich war?
Also nee, das können die Orden aber überhaupt nicht mehr leisten, die können ja noch nicht mal mehr ihre eigenen, alten, kranken Schwestern versorgen, versuchen diese teilweise zu ihren Familien zurück zu schicken, oder eben in ganz normalen Alten- und Pflegeheimen unterzubringen, wie sollen die sich da um die Gemeinde kümmern?

Wie gesagt mir scheint in der ganzen Diskussion geht man meines Erachtens von komplett falschen Voraussetzungen aus, Kleriker sind Kleriker und haben den normalen Leuten zu dienen, den normalen Leuten mindestens  einmal die Woche eine Ruhestunde mit dem Herrn zu organisieren, und ansonsten zu beten und die Schrift zu studieren, die Sakramente zu spenden, und das alles damit die normalen Leute in ihrem Alltag Gott loben können und den Alltag überhaupt bewältigen können.
Und deshalb ist es einigermaßen dusselig, dass man nun will, dass die normalen Leute, anstatt geholfen zu kriegen, dem Priester noch helfen sollen.
Das ist wie wenn mein Vater mir  eine Putzfrau anstellt und die dann will, dass ich mit ihr in ihrer Wohnung ihre Fenster putze.
So ist es nämlich, die Priester sind  Gottes Diener,  von ihm eingesetzt um den normalen Leuten zu helfen den Weg der Christus ist zu gehen.


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