Samstag, 29. Juni 2019

Kritik der Kritik an der BenOP

Ich halte die Benedikt Option keineswegs für ein unfehlbares Buch, und den Rod Dreher nicht für einen ex-cathedra sprechenden Papst, das sei vorausgeschickt, aber ich halte sein Buch für sehr hilfreich auch und weil er zusammengefasst sagt "hört auf euch Illusionen zu machen, ihr seid ihr und die Welt ist die Welt, das ist schon immer so, und wird solange so sein, wie die Welt existiert und dass das so ist, das könnt ihr in der Bibel nachlesen! Und was den aktuellen Zustand der Kirche in der Welt angeht, so konnte man sich da lange Illusionen machen, aber das ist nun vorbei!"

Interessanterweise kommt ein gut Teil der Kritik von Leuten, die sich gerne weiter Illusionen machen und sich auf den Missionsauftrag der Kirche berufen und dem Rod Dreher unterstellen er predige Weltflucht, Auswandern auf den Mars und dergleichen mehr.


Ich frage mich eigentlich immer was an der Weltflucht denn so schlimm sein soll, immerhin begegnen mir immer wieder Leute und das nicht erst seit gestern, die aus ihren jeweiligen Welten flüchten wollen, also den großen Traum vom Aussteigen und Auswandern träumen und auch das ist ja eine Form der Weltflucht. Wobei  immer wieder die Auswanderer, sowohl  die die einem Traum von Eldorado hegten, wie auch die, die  dem Traum  einer Gründung nach der eigenen Facon, die man für den Willen Gottes hielt, geträumt haben, feststellen mussten, dass sie sich selber immer mitgeschleppt haben, und egal wie schön es war, wo sie hingezogen waren, es wurde überall nur mit Wasser gekocht und jede Rose hat so ihre Dornen.

Ab und an habe ich noch meinen alten Geschichtslehrer vor Augen, ein kleines Männele, von dem wir immer gesagt haben, der sei noch aus der Kaiserzeit übrig, wie er mit leuchtenden Augen vom "Pursuit of Happiness" erzählte, vom Recht nach Glück zu streben, was mich immer gewundert hat, weil nach Glück streben das tut ja jeder, egal ob man es ihm nun explizit erlaubt oder nicht.

Also wir halten fest: Man kann gar nicht aus der Welt fliehen man kann nur aus einem bestimmten regionalen Teil der Welt fliehen. Man kann nur versuchen seine eigene Weltsicht im eigenen Kopf zu ändern und dann stellt sich das eigentlich gleiche auf einmal ganz anders dar.
Wobei es doch wohl so ist, dass die Christen davon ausgehen, dass die richtige Sicht auf die Dinge die Sicht ist, die der liebe Gott hat.
In der Natur ist es so, dass wir je nach Licht die Farbe einer Sache unterschiedlich wahrnehmen.
Jede kennt das; man kauft eine Jacke die sieht im Geschäft total cool aus  und kaum kommt man ans Sonnenlicht, sieht die Farbe oft ganz anders aus. Die Erdbeeren leuchten im Geschäft intensiv rot, lachen einem richtig an und auf  dem Küchentisch scheinen sie plötzlich erblasst zu sein.
Man geht übrigens stillschweigend davon aus, dass die Farbe im Sonnenlicht die richtige Farbe ist, und nun ja, analog gehen Christen davon aus dass die Dinge so wirklich sind, wie sie in der Sicht Christi sind.
Nun ja, und nun fragen wir mal wie das so ist mit der Sicht Christi auf die Welt?
 Da hätten wir zum einen die Anerkennung der weltlichen Autorität die, selbst wenn sie böse agiert, sogar den Gottesmord anordnet, aber dennoch von Gott selber kommt "Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre!" das sagt Christus zu Pilatus.
Und ich finde immer an dieser Stelle kann man mit einem sich richtig tief eingeschlichenen Irrtum aufräumen, der uns in der gegenwärtigen Situation helfen kann,  wo unsere kirchlichen Führungseliten nun ja, sagen wir es vornehm schwer merkwürdig daher kommen, so merkwürdig, dass sich einem wieder und wieder der Verdacht aufdrängt, die glaubten nicht wirklich.
Das ist etwas was, wenn es so wäre, nicht in meiner Macht liegt, es zu ändern, aber diese Welt ist eh nur die vorläufige, die nicht wirkliche Welt und am Ende dieser Welt werden alle vor Gottes Thron stehen und ihm, der eh schon alles weiß, erklären müssen, was sie gemacht haben, bzw nicht gemacht haben.
Dann und erst dann werden die Dinge richtig, also gerecht,  werden und vorher  ist halt vorher.
Den Christen soll es aber um das Hinterher gehen, um das Reich Gottes, das eben genau nicht von dieser Welt ist und soweit ich den guten Rod Dreher kapiert habe, meint er, es wäre dringend nötig, sich genau dessen wieder bewusst zu werden.
Dass wir noch in dieser Welt leben und in dieser Welt, Essen, Trinken, Wohnung, Kleidung, usw brauchten, das weiß Gott, hat er doch es zugelassen dass diese Welt so fällt dass all das exorbitant notwendig wird.

Und was die angebliche Verweigerung der Mission seitens Rod Drehers angeht, gut er ist orthodoxer Christ und ja es stimmt die orthodoxe Welt hat seit langem auf das was man so unter Mission versteht, verzichtet, aber das hat sie wohl getan, weil sie in einer Umgebung lebt, in der Mission schlicht und ergreifend nicht möglich ist und dennoch hat sie überlebt die Orthodoxie meine ich.
Und auch wir leben doch zunehmend in einer Welt in der es fast unmöglich erscheint in der eigenen Familie den Glauben weiter zu geben, von daher frage ich mich schon, von welcher Mission die Kritiker der BenOp denn so träumen.
Und Rod Dreher sagt ja nicht, dass man das nicht machen soll, aber es geht ihm primär um das Überleben in den Zeiten, die halt so sind, wie sie sind.

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