Montag, 17. Juni 2019

Nachdenken über verheiratete Priester und dem Priester die Arbeit abnehmende Laien

Sofern ich die Meldungen richtig verstehe, geht es in der Kirche darum, dass in Zukunft die Priester heiraten sollen, und da sie dann weniger Zeit für ihre Schäfelein haben werden, sollen die Laien dem Priester unter die Arme greifen und in den Gemeinden Leitungsfunktionen übernehmen, wie das auf neudeutsch so schön heißt.
Mal völlig davon abgesehen, wer den ganzen Krempel, in Zeiten abnehmender Kirchensteuereinnahmen bezahlen soll, fragt man sich in was für einer Welt die Apologeten der "Laien an die Front " und  "Priester an den Herd!" Fraktion leben. Weil ja jeder popelige  Kleckerlesverein händeringend nach Leuten sucht, die helfen und sich deshalb überlegt, ob man nicht jemanden einstellen soll, den man halt fürs Machen bezahlt.


In dieser Situation gibt es sicherlich zwar Leute die gerne bei der Kirche ihr Brot verdienen, aber wir müssen uns gleichzeitig der Tatasche stellen, dass es irgendwie uncool gilt, bei der Kirche zu arbeiten, und die Fraktion der Laien die furchtbar gerne doch endlich Pfarrer spielen will, das nun einfach altersbedingt nicht mehr kann.
Nun sind wir beim zweiten Stichwort.
Die Erfahrung in Nachbarschaft, Freundes- und Bekanntenkreis zeigt dass die pure Versorgung einer kranken Person von der Familie, dem Freundeskreis nur in den seltensten Fällen geleistet werden kann.
Ich nehme mich da gar nicht aus, aber es ist teilweise einfach, bei aller Liebe und Zuneigung  kaum möglich die Oma im Altersheim regelmäßig zu besuchen, einfach weil  man ja arbeiten muss, wegen der Arbeit viel unterwegs sein muss und das Tempo teilweise so hoch ist, dass man nach Feierabend einfach nicht mehr kann und nicht mehr will.
Dann leben wir in einer Welt in der man der Ansicht ist, dass Kinder so ein Stress sind, dass  man die möglichst früh und möglichst umfassend wegzugeben hat, erleben wir seit Jahren dass sobald das Wort "Hilfe für Familien" fällt es nur und ausschließlich um Kitas geht.
Es ist also so, dass man, hierzulande und heutzutage sich noch nicht mal um die unmittelbaren Angehörigen (alte Eltern und kleine Kinder) kümmern kann und das hat durchaus auch nachvolziehbare Gründe, von denen die Butter aufs Brot der gewichtigste ist.
Und gerade die Kirchen sind da auch ganz arg dafür.
Nun sollen aber, wenn ich das richtig kapiere, die Laien, das sind die, die sich noch nicht mal mehr, einfach weil es nicht geht, um die eigenen Leute kümmern können, aber dem Pfarrer die Arbeit machen, weil der Herr Pfarrer, sich ja nun um die eigenen Leute (Frau, Kinder) kümmern können soll.
Ja sorum betrachtet ist der Herr Pfarrer ja dann das, was man den Hochwürden in jedem hergelaufenen antikirchlichen Roman vorwirft!
Er chillt sein Leben und die Schäfelein können es nicht, nur das im geplanten Szenario es den Schäfelein auch noch als total klasse verkauft wird, dem Herrn Pfarrer seine Arbeit zu machen, während Hochwürden mit der Tochter auf dem Spielplatz ist, während der ihn vertretende Laie die hochbetagte Oma rekrutieren muss, damit die auf die Laientochter aufpasst.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, die Sache ist einfach die, dass Priester nun mal kein Job ist, sondern eine Berufung ist, und diese Berufung eine Absonderung, ein Herausrufen bedeutet, wie es zahlreich im AT vorgebildet ist.
Und diese Herausrufung erfolgt nicht, weil der Gerufene so klasse ist, sondern um für das Volk! vor dem HERRN zu stehen und die Bindung von Gott und Mensch zu bewerkstelligen.

Interessant finde ich im Zusammenhang auch, dass das jahrzehntelange Trommelfeuer, bezüglich der ekklsiogenen Neurosen und all die Literatur darüber, wie es ist, sein Familienleben auf dem Präsentierteller der Gemeinde zu leben, irgendwie plötzlich nie geschrieben worden ist, sondern man davon ausgeht, dass das was für normale Menschen harte Aufgabe ist, nämlich das Familienleben zu leben, für die Priester reine Quelle der Freude, Kraft und Stärke ist.

Man könnte es noch mehr auf die Spitze treiben und feststellen, dass die Kirche der Ansicht ist, dass es gut ist Ehen bei Bedarf scheiden äh anullieren zu können und was die Laien angeht, der Wert von Ehe und Familie total überbewertet wird, während die Pfarrersleut natürlich das haben sollen, können, müssen, was für die normalen Leute so eine Last ist, dass man die Auflösungskriterien dringendst bedenken muss..

Es mag natürlich sein, dass ich einen entscheidenden Punkt übersehen habe, dass man nämlich modernistischerseits von einer Kirche träumt, in der es keine Priester mehr gibt, sondern nur Gemeinschaften der Gläubigen die gemeinsam christuswärts unterwegs sind.
Also das was ich als Urchristenromatik bezeichne und ja, es hat was ungemein faszinierendes, das stimmt.
Nun aber meine Einwände:
1. die Urchristen hatten etwas, was wir nicht mehr haben, sie waren nämlich bereit für ihren Glauben alles zu geben und das auch noch freudig "Mit Freude habt ihr den Verlust all eurer Güter hingenommen" (Hebr 10,34)  und in der Apostelgeschichte lesen wir, dass die Apostel sich freuten für den Namen des HERRN Schmach auf sich genommen zu haben.
Unter diesem Hintergrund ist es schon seltsam dass man unter Berufung auf die Urchristen sein will, wie alle Welt, weil man haben will!
2. es scheint das Modell der Urchristen sich nicht so besonders bewährt zu haben, sonst hätten wir es ja heute noch flächendeckend.
es hat 3. immer wieder Versuche gegeben, in abgegrenzten Gemeinschaften diese Ideale der Armut und der Gemeinschaft in Christus! zu leben aber das ist immer verbunden mit den Gelübden der Keuschheit und des Gehorsams,
wobei es 4. auch das Ideal des Eremiten gab und gerüchteweise auch noch gibt
aber all dieses Formen sind sozusagen das was der Priester definitv ist, er ist nämlich auf einen Platz außerhalb gestellt, damit er für das Volk (Ich wiederhole mich) vor Gott steht.
Um ein Bild zu gebrauchen, Gott ist die Quelle, die Priester und Ordensleute sind die Rohre  durch die das Wasser zu den Leuten kommt und wenn die Rohre das Wasser selber brauchen, nennt man das einen Wasserrohrbruch und ruft den Klempner.

1 Kommentar:

  1. Die vorgegebene Schablone ist schlicht die des Protestantismus: verheiratete Pfarrer, Pfarrerinnen, umtriebige Laien allerorten, einer wichtiger als der andere. Alle sind oberflächlich nett zueinander und keiner versucht, unangenehm aufzufallen - „eine richtig schöne Gemeinschaft“, wie Pfarrer Milch es immer ironisch ausdrückte.

    Seit ich in meiner damaligen Ortspfarrei einen Pfarrer im offenen und allseits (auch BO...) bekannten jahrzehntelangen Konkubinat mit seiner Pfarrsekretärin erlebte, muß man mir über die Folgen eines Zölibatswegfalls nichts mehr erzählen: Cliquenbildung, Spezl-Wirtschaft bzgl. Haushaltsmittel, der „Freundeskreis“ um die die „Pfarrerfamilie“ (ja, richtig gelesen: Familie...) nutzte Pfarrhaus und Gemeindezentrum samt Inventar als Privateigentum und biss schlicht alle weg, die nicht zur Clique dazugehörten. Theologisch wurde es immer seichter, statt dessen kam unverbindlicher "Therapeuten-Sprech", das tat keinem weh und alle waren zufrieden.
    Nur: katholisch war das nicht.

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