Mittwoch, 12. Juni 2019

Ordensleben heute, auf ihr Töchter helft mir klagen

Man hört,. dass es den kontemplativen Orden an den Kragen geht, und zwar nicht von Seiten irgendwelche dezidiert antikirchlicher Kräfte, sondern von Seiten der Kirche selber.
So lesen wir, dass "Rom" den Orden der kleinen Schwestern Mariens aufgelöst habe, weil dort zuviel gebetet würde! Wie wir hier nachlesen können und dort auf der Homepage der Schwestern, wer des Englischen, Französischen, Spanischen  oder Italienischen mächtig ist selber nachlesen kann.

Interessant finde ich den vorletzten Absatz  der Erklärung wo sie schreiben, dass sie nun erst mysteriös und paradox erst ihre Berufung wirklich leben können in allem Leid teilhaben am Erlösungswerk Christi.
Dennoch bleibt es eine ungeheure, himmelschreiende Schweinerei, was hier geschieht. Es ist eins, wenn Leute die, aus welchen Gründen auch immer,. keinen Zugang zum Gebet haben, das Gebet als verschwendete Zeit ansehen, der Ansicht sind dass alles was zählt die tätige Arbeit sei.



Es ist, christlich gesehen der klassische Widerspruch zwischen Martha und Maria und ja es stimmt, und der Gewährsmann ist hier, mal wieder Romano Guardini, (in Der Herr)  wo er schreibt:  
 Immer wieder dringt dem tätigen Menschen der Vorwurf der Martha auf die Lippen: Ist das nach Innen gewendete Leben nicht frommer Müßiggang, religiöser Luxus? Drängt nicht die Not? Muß der Kampf nicht durchgefochten werden? Braucht das Reich Gottes nicht die selbstlose Arbeit? Gewiß, und das kontemplative Leben fordert selbst die Frage heraus. Die Gefahr, welche Martha empfindet, ist oft genug Wirklichkeit geworden. Viel Hochmut, Trägheit, genußsüchtiges Wesen haben sich hinter der Mariengestalt versteckt; viele Unnatur hat sich mit ihr zu rechtfertigen versucht. Dennoch bleibt das Wort Jesu vom besseren Teil bestehen....
aber, um es zu wiederholen,  es ist  das Wort des HERRN selber, dass Maria in ihrem Hören, zuhören, sitzen zu Füßen des Herrn den besseren Teil gewählt hat, der ihr nicht genommen werden soll.
Und es mag vielleicht manche überraschen, aber selbst extrem als tätig und aktiv verschriene Orden haben auch ihre "nur" Beter, so haben die Steyler Missionare, die nicht im Verdacht stehen irgendwie konservativ zu sein, oder zuviel Wert auf Liturgie und Beten zu legen, dennoch ihre Klausurschwestern, die Anbetungsschwestern  oder auch rosa Schwestern!
Der Orden der Mutter Theresa hat die sogenannten leidenden Mitarbeiter, das sind Leute die eben, aufgrund von Krankheiten oder sonstwas nicht tätig sein können und deshalb ihre Leiden im Gebet für die Missionare der Nächstenliebe aufopfern und es gibt einen kontemplativen Zweig der Mutter Theresa Schwestern und auch der Patres!
Wobei ich mich fast scheue diese zwar leicht zu überprüfenden, aber nicht allgemein bekannten Dinge zu schreiben, aus lauter Bedenken, die da in Rom könnten nun auch noch auf diese Leute losgehen.
Ich versteh, wie gesagt schon, dass man , wie es Guardini oben ja auch schreibt denkt dass das kontemplative Leben ein faules Schmarotzertum ist, und man doch einfach nur machen und schaffen muss, damit alles, alles gut wird.
Aber schauen wir auf Christus selber, der hat ja auch maximal 3 Jahre geschafft in der Öffentlichkeit und vorher da hat er im Verborgenen gelebt und selbst in der Zeit seines öffentlichen Wirkens hat er sich immer wieder zurückgezogen, 40 Tage in die Wüste und am Ende dieser 40 Tage sich geweigert aus den Steinen Brot zu machen!
Guardini schreibt in dem Abschnitt von "Der Herr" wo es um das Innere und das Äußere das Kontemplative versus das Tätige Leben geht am Ende:

Einmal werden die lauten Dinge verstummen. alles Sichtbare,
Greifbare, Hörbare wird ins Gericht kommen, und die große Umwendung wird vorsichgehen. Die äußere Welt sieht sich gern als die eigentliche an; das Innere nimmt sie nur hinzu, als ein etwas schwächliches Abseits, wohin der Mensch sich rettet, wenn er in der Hauptsache nicht mehr mitkann. 

 Und genau diese Haltung, dass das Innere nur was für schwache Leute ist, und innerhalb der Kirche eben keine schwachen Leute zu sein haben, die es nötig haben sich regelmäßig im Gebet zu sammeln zu erden und in diesem Gebet stellvertretend für die stehen, die es nötig haben, sich zu sammeln, an Gott zu binden, aber das nicht können und nicht wollen.. genau diese Haltung scheint in der Kirche die einzig wahre geworden zu sein.
Um es auf den Punkt zu bringen, man kommt nicht umhin, wenn man sich die Zustände innerhalb unserer Kirche vor Augen führt, dass nichts so nötig ist, wie das stille, anbetende, bittende, fragende Gebet, dass sich einfach ganz Gott auszusetzen. Also die Kirche gleicht im Moment einem Menschen dar den Ast absägt auf dem er sitzt! Es wird ja immer der Jakobusbrief ins Feld geführt, der angeblich auf die reinen Werke setze, Also ich finde immer dass Beten auch ein Werk ist, und der Jakobusbrief gegen die polemisiert, die den Glauben als reines Lippenbekenntnis leben und genau nicht beten und auch sonst nichts für Christus und die Brüder im Glauben tun.

Ich kann mich erinnern, dass es schon vor 30 Jahren, immer mal wieder Meldungen in den frömmeren Publikationen gab, dass der und der Pater von seinem Orden kalt gestellt, weil zu fromm, worden war, dass man den und den in "die Pampa" geschickt habe und der erst dann angefangen habe, dort in der nicht ausgesprochenen Verbannung seine Ordensspiritualität ganz neu entdeckt habe.
Dann kam es allerdings unter JPII zu den sogenannten Neokonservativen Bewegungen,. Es ist hier nicht der Platz das alles aufzuführen, aufzudröseln und auch Irrungen und Wirrungen in diesem Umfeld einzugehen, und ja auch hier ist wirklich nicht alles Gold was glänzt, aber es wurde versucht wieder ganz normal katholisch zu sein, und auf einmal war Beten und auch Kontemplation wieder in Mode. Wie oft habe ich den Satz gelesen, "die tätigen Orden sind vom Aussterben bedroht, aber die kontemplativen genau nicht".
Es lies sich auch beobachten, dass auf einmal klamm und heimlich manche Orden wieder zur Tracht zurückkehrten, und obwohl die zugehörigen Kapellen der Orden aus der nachkonzilaren 4 B Linie (Beton, Batik, Bergkristall, basteln) stammten, hörte man immer wieder dass man zum gemeinsamen Beten der Tageszeiten übergegangen sei und das sogar manchmal auf Latein.
Und ich muss ehrlich sagen, ich kapiere schon, dass so eine Schwester sich denkt "naja die dumme Beterei, jahrein, jahraus das gleiche, jedes Jahr dasselbe" aber ich muss sagen, mir hat das immer gut getan, mal ein paar Tage da einzutauchen und ich bin nicht die einzige.
Unter Benedikt waren wir dann wie Träumende und hofften nun dass der Herr das Geschick Zions endgültig wenden würde, um es mal biblisch zu formulieren, aber es war nur eine kurze Pause und nun sind wir wieder da, wo wir vor Jahrzehnten schon mal waren.
Und was, noch früher, Reinhold Schneider in seinem Sonett so ausgedrückt hat, dass selbst im Dom die Beter sich verhüllen!
Es scheint als würden die Starken in der Kirche, das sind zur Zeit die, die immer davon reden, wie nett man zu den Schwachen sein muss und wie geduldig man sein muss und so, was man irgendwie als Schwacher als zynisch empfindet, aber so geht es den Schwachen wohl schon immer, als hätten die einfach keinen Bezug mehr zu den eigentlichen Dingen des geistlichen, christlichen Lebens und hätten mit ihrer trampeligen, unsensiblen  Art aber endgültig alles das was man so klassisch unter katholisch versteht, demnächst zum Schweigen gebracht, aber um Romano Guardini das Schlusswort zu geben.

Einst werden die Dinge richtiggestellt. Was jetzt schweigt, wird als das Starke deutlich werden. Was verborgen ist, als das Ausschlaggebende. Die Gesinnung wird wichtiger sein als die Tat; die Wesenhaftigkeit schwerer wiegen als der Erfolg ... Aber auch so stimmt es noch nicht, sondern Innen und Außen werden eins sein. So viel wird das Äußere wirklich sein, als es vom Inneren gerechtfertigt wird. Was nicht auch innen ist, wird zerfallen. Nur das wird in die neue, ewige Schöpfung eingehen, was von innen her getragen und wahr ist.

Deshalb: Beten wir!




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