Montag, 3. Juni 2019

Was hat der Tanz ums Goldene Kalb mit der Pfingstnovene zu tun?

Wir sind seit Christi Himmelfahrt in der Zeit der Pfingsrnovene wo man, nach dem Vorbild der Apostel gemeinsam mit Maria um den verheißenen heiligen Geist beten sollte, und man kann es schlecht leugnen, dringend nötig wäre er schon.

Ich bin ja grundsätzlich der Ansicht unsere Problem ist, dass wir nach 2000 Jahren Christentum uns einbilden zu verstehen was Gott denkt und ihn dringend korrigieren zu meinen, was aus zwei  allgemein verbreiteten Irrtümern kommt.


Der erste ist: Die Kirche lehrt uns, dass Gott gut ist, perse gut, der einzig gute, der, der  es nur gut meint, der, der  reine Liebe zu seinen Geschöpfen ist, und deshalb meinen wir, das er, Gott, für das sein muss, was wir gerade als gut betrachten. Es liegt hier also eine Verwechslung der Bezugssysteme vor, und auf die allgegenwärtige Theodizee hat eine solche Sichtweise auch keine Antwort, auch und wenn man es derzeit mit der Hybris versucht dass die paar Hanseln von Gläubigen diejenigen wären, die an allem Unheil dieser Welt schuld seien und wenn sie, die paar Hanseln von Gläubigen, nur wollen dann wird alles, alles gut.
Der zweite Irrtum ist dem ersten verwandt, da wir in den letzten Jahrzehnten die Kirche auf die reine Vertikale also das Innerweltliche, Caritative, Wohltätige reduziert haben, (wobei hier ja die Evangelen noch besser sind als unsereins, was mich immer zu der Frage führt, wie das zusammengeht mit Luthers, sogar berechtigter, Kritik an reiner Werkgerechtigkeit, wobei es ja zu Luthers Zeiten so war, dass man das Guttun sozusagen als Eintrittskarte für den Himmel betrachtet hat, frei nach dem Motto 50 Gulden einem Bettler gegeben, macht 2 mal Ehebruch wett und man, soweit ich das begriffen habe, das mittels der Ablassbriefe sozusagen institutionalisierte. Gut dass das nie Lehre der Kirche war, dürfte klar sein, weil wer einen Ablass haben will der muss im Stand der Gnade sein, und das bedeutet eben keinerlei Anhänglichkeit an irgendwelche, auch nur lässliche Sünden. Mehr theologisch richtet sich Luthers Kritik aber, soweit ich das kapiert habe, gegen die heutzutage weit verbreitete Haltung, dass es egal ist, was einer glaubt, Hauptsache er ist ein guter Mensch und die Gegenüberstellung irgendwelcher reicher, nichtchristlicher oder anderschristlicher  Typen die irgendwelche angesagten Projekte mit ihrem Geld unterstützen, und der zwar frommen aber geizigen Tante Eulalie, wobei unberücksichtigt bleibt dass die Tante Eulalie sehr wohl merkt, wenn sie 20€ weniger hat, die reichen Typen aber genau nicht merken ob sie 20 oder 20 Millionen € spenden. Wie gesagt Luther war es wichtiger was einer glaubt, als was er tut, darüber kann man durchaus streiten, mir geht es nur darum was aus den sola fides und dem sola scriptura unter Ablehnung des Wertes  der guten Werke geworden ist)
Kehren wir aber zum Beginn des Satzes zurück, also nach 2000 Jahren Christentum ist uns gar nicht mehr klar, was das ist Christentum, die Feste sind Gewohnheit, teilweise mit einer Menge Brauchtum kommerzieller und nichtkommerzieller Natur versehen und zwar so sehr, dass das eigentliche Fest irgendwie verschwunden ist. Das ganze Brauchtum soll ja Hilfestellung sein und man hat manchmal den Eindruck dass das ganze Drumherum wichtiger geworden ist, als das Eigentliche .
In einem ganz speziellen Sinn hat man den Glauben und seine Vollzüge so auf den Sockel gestellt, dass er nichts mehr mit dem eigentlichen Leben zu tun hat.
Das ist übrigens etwas was schon Erich Kästner 1930! beklagt hat (hier klicken) auch und wenn er damit nicht explizit den kirchlichen Glauben, mit dem er es eh nicht hatte, meinte.

Also versuchen wir aber, um den eigenen Glauben zu erhalten, selber zu überlegen, was das eigentlich bedeutet Himmelfahrt und Pfingsten.
Hier habe ich es ja schon mal versucht  und ja Christus ist auferstanden aber er hat in der Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt genau kein irdisches Reich wiederhergestellt, er ist genau nicht denen erschienen die ihn umgebracht hatte. Sein ganzes Erscheinen hat etwas ganz anderes, er gibt keine klaren Anweisungen, er zeigt sich  als der, der auferstanden ist.
Romano Guardini hat es in "Der Herr" versucht zu beschreiben, dass der Auferstandene eben der vollendete Mensch ist, aber eben der ganz andere ist.
Die Jünger, die Apostel haben in Christus ganz konkrete Hoffnungen gesetzt und diese Hoffnungen wurden mit seinem Tod ganz einfach zunichte, aber mit seiner Auferstehung wurden diese, vorher begrabenen Hoffnungen genau nicht erfüllt. so lässt sich der Vorgang vielleicht am besten beschreiben. Die rein innerweltlichen Hoffnungen der Jünger die mit Christus verbunden waren, bleiben tot und das ist irgendwie in der ganzen Kirchengeschichte immer wieder geschehen und wird auch heute wieder geschehen.
Es geht den Menschen nicht anders wie den Aposteln, man erfährt Christus, gerät in seinen Kreis und verbindet damit, teilweise sehr edle, aber sehr innerweltliche Hoffnungen und immer muss man sie mit ihm begraben und immer wieder steht ER auf und die innerweltlichen Hoffnungen bleiben begraben, bis andere kommen, mit denen es aber genauso geht. Von daher besteht in der gegenwärtigen Zeit, wo rein innerweltliche Erwartungen, Hoffnungen und Engagements von höchster Führungsspitze als die Aufgabe der Kirche anundfürsich propagiert werden, zwar Grund zur Sorge, aber kein Grund zur Verzweiflung,.
Nun sind wir aber am Punkt. Es scheint als sei Gott ganz weit weg und als würden auch die führenden Männer der Kirche ihn nicht mehr erfahren. Genau das ist aber die Lage sowohl der wandernden Israeliten am Sinai und auch die Lage der Apostel nach der Himmelfahrt gewesen und, wie gesagt, auch irgendwie unsere Lage.

Im ersten Fall hat der Mann Mose das Volk unter Zeichen und Wundern geführt und man spürte ihm wohl auch an, dass etwas besonderes mit ihm war, die Schrift berichtet, wenn er mit Gott gesprochen hatte, lag eine Art Leuchten auf seinem Gesicht, so sehr dass er ein Tuch drüber decken musste.
Gut dieser ganze Auszug aus Ägypten ist ein beständiges Hin und Her, auch keine glatte Geschichte, aber ich finde, es ist sehr menschlich was da beschrieben wird, man kann es sich gut vorstellen. Die Leute die zwischen dem Gewohnten und dem Unbekannten, der Hoffnung auf besseres Leben und dem Wunsch zum Vertrauten zurückzukehren, zwischen den  Fleischtöpfe mitsamt der Sklaverei versus der Freiheit bei Brot und Wasser schwanken und nun in einer Situation sind, wo sie nicht mehr umkehren können und der, der behauptet im Auftrag Gottes geredet zu haben der ist schon seit Tagen verschwunden. Was nun folgt ist das Versagen des Stellvertreters,. das ist Aaron der ist immerhin der Hohepriester, wenn man es so will, Mose ist es ja genau nicht, auch interessant.
Also Gott ist fern, seine eingesetzten Diener haben keine Ahnung und so kommt es eben zu dem goldenen Kalb, damit man überhaupt was hat, da in der Wüste in der man gelandet ist.
Den Aposteln geht es ähnlich, Christus ist endgültig weg, der heilige Geist noch nicht gesendet, außer in einer Vorform am See Genesareth, nur und hier mag es sein, dass die Apostel durchaus aus der Geschichte was gelernt haben und die Parallele zu Mose der ja auch aufgestiegen ist zu Gott und Christus der ausgefahren ist zu Gott gesehen haben und deshalb sich ins Obergemach zurückgezogen haben um zu beten.
Nun ja, sagen wir so: da wissen wir ja auch was wir zu tun haben!
Eine Anmerkung noch, es ist ja viel  apokalyptische Literatur unter den Frommen im Umlauf und ab und an kommt die Forderung auf doch die Kirche zu verlassen, die so böse zu Christus ist.
Ja es ist eine schlimme Sache mit der Kirche, ohne Frage, und man kommt sich gerade in der Kirche, als gläubige Mensch oft und oft im Wortsinn gottverlassen vor, aber auch die Apostel verlassen die Stadt nicht sondern begeben sich in den Abendmahlsaal und beten zusammen mit Maria.
Nun erinnert jeder Tabernakel in jeder katholischen Kirche an den Abenmahlsaal und eine Marienstatue gibt es dort auch!
Also beten wir!

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