Montag, 10. Juni 2019

Zum ewigen Rumgestricke am Vater unser

Heute war ich,  wie sich das so gehört,. in der Messe.
Der Priester hatte das erste Hochgebet gewählt und da heißt es "

Irgendwie fiel es mir heute ungemein schwer mich zu konzentrieren und so bin ich an diesem Satz hängengeblieben und habe mir überlegt, um was da eigentlich gebetet wird.

Gott soll also nicht unser Verdienst wägen, ja warum soll er das denn nicht tun?
In dem Satz wird die Alternative zum Wägen des Verdienstes als das gnädige schenken von Verzeihung genannt, das bedeutet doch wohl, dass das Wägen unserer Verdienste noch nicht mal das gnädige Schenken der Verzeihung seitens Gottes hervorrufen würde.



Das steht also im krassen Widerspruch zu dem üblichen theologischen Subtext, der einfach davon ausgeht, dass es Aufgabe der modernen Theologen ist, dem lieben Gott zu sagen, was er falsch gemacht hat, bzw gleich seine Fehler auszubügeln.
Es gibt da noch eine andere, ebenfalls weit verbreitete Variante, die bei allen Fraktionen, die wir so im Sortiment haben, gleichermaßen vertreten ist, nämlich die Selbstgefälligkeit, die davon ausgeht, dass man selber so klasse ist, dass man diese Erlösung durch das Kreuz gar nicht nötig hat, und es deshalb ganz anders machen kann, als Gott mit seiner Passion, dass man nämlich derjenige ist, der alle Probleme dieser Welt lösen können täte, wenn man ihn nur machen lassen würde und der davon ausgeht, dass diese Lösung aller Probleme gaaaaanz einfach ist,
Und allen Varianten ist gemeinsam dass sie denken, dass ihre Verdienste mehr als ausreichen in den Himmel zu kommen, den sie sich nicht als Ort wo man Gott in seiner Majestät ewig anbetet, vorstellen, sondern als doch sehr irdischer Ort, sozusagen als Extrapolation all dessen was man meint auf dieser Erde gut finden zu müssen.
Wie gesagt das Hochgebet sieht das anders, und da angeblich dieser Teil des Hochgebets älter ist, als das Konzil von Trient, auch schon der Priester Martin Luther genau das gebetet hat, fragt man sich schon, wie einer auf die Idee kommen kann, die Kirche lehre man könne sich den Himmel verdienen?
Aber darum soll es grad nicht gehen.
Es ist dennoch klar, die Kirche weiß, schon immer, und der Gläubige auch, dass Christus sagt, wenn man ihn liebt, so lebt man so wie er will und wenn man noch nicht zu Liebe zu Christus gekommen ist, so ist es nicht verkehrt dennoch die Gebote zu halten und aus dem Halten der Gebote kommt dann wieder die Liebe (Joh 14.15 und Joh 15,9)
Aber es gibt auf Seiten der Menschen immer die Unmöglichkeit aus eigener Kraft gut zu werden, auch und wenn Gott im AT immer wieder das Volk schimpft weil es beständig Mist baut.

Dennoch leben wir aktuell in einer merkwürdigen Zeit, das was man so klassisch als Gottes Gebote kennt, das ist für die meisten Gläubigen längst überholt,. ein alter Hut und Schnee von vorgestern, aber sie halten sich dennoch für so gute Menschen, dass sie das besser beurteilen können als der liebe Gott, der es zugelassen hat, dass faktisch die ganze Schrift, sofern man den modernen Exegeten glauben darf, aus Sachen besteht, die da gar nicht drin stehen.
Meines Erachtens ist die Bibel nicht einfach, und auch die historische Exegese nicht nur Mist, aber der Irrtum moderner Menschen ist eigentlich ganz einfach:
Die Exegese lehrt, dass entgegen dem Augenschein (die berühmte Theodizeefrage) Gott gut ist, es gut meint, und nun schließen sie, dass Gott deshalb all das gut findet, was sie, die Theologen und ihre Fans, gerade gut finden.
Dabei besteht hier die Lösung darin, dass Gott der Maßstab für gut und böse ist, auch und wenn der Mensch, da er ja vom Baum der Erkenntnis gegessen hat, es erkennt was gut und böse ist, nur hat man oft den Eindruck wollen tut er das nicht. Und jetzt sind wir wieder bei der grundsätzlichen Erlösungsbedürftigkeit des Menschen.

Und deshalb begreift man diese Vaterunserbitte "und führe uns nicht in Versuchung"  nicht mehr wirklich, dass man nämlich sich so aufführt, dass man Versuchung geführt werden müsste, einfach weil man so ungemein arrogant geworden ist, dass man von sich selber denkt, man wäre Gott, aber auch das ist, wie wir in den ersten Kapiteln des Buches Genesis lesen sooo originell auch wieder nicht.

So und nun erhebt sich die Frage "was tun?" nun erstens denke ich haben wir gerade Pfingsten und auch und wenn man oft und oft das Gefühl hat, dass alles aus ist und keinen Zweck mehr hat, und man resignieren möchte, so ist uns aber der Heilige Geist verheißen als der Tröster und der Beistand und darum sollte man beten.
Und zweitens möchte ich mein c.c. mal wieder loswerden, ja das "Vater unser" ist falsch übersetzt, aber es ist nicht die Stelle mit der Versuchung, sondern die Stelle mit dem täglichen Brot !
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