Mittwoch, 3. Juli 2019

Unser tägliches Kopfschütteln über den Papst, nimm doch von uns

möchte man fast beten, sollte man vielleicht auch tun.

Eigentlich wollte ich  nichts dazu sagen, eigentlich habe ich mir vorgenommen, da wir ja Ökumene haben, mich an den alten reformatorischen Schlachtruf zu halten "Rom und der Papst sind weit!", aber wie gesagt das Internet, und der Weg zur Hölle, der mit guten Vorsätzen gepflastert ist....

Also wie man hier nachlesen kann, hat Papst Franziskus einige Reliquien des heiligen Petrus an den Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel, ganz spontan, verschenkt.

Superpellicum hat hier einen guten ironischen Beitrag zu geschrieben
und auch dem Kollegen Bellfrell ist das Ganze sauer aufgestoßen



Nun fühle auch ich mich gerufen, meinen Senf dazu zu geben.
Also erstens wundert mich das Ganze überhaupt nicht, hat doch unser derzeitiger Papst gezeigt, dass er von dem ganzen klassisch Katholischen überhaupt nichts hält.
Ich habe mal die Exerzitien, die ein damals als der Befreiungstheologie nahestehender Mensch für Paul VI und die Kurie gehalten hat, gelesen (Ich komm jetzt nicht mehr drauf, wer das war, ja ja so vergeht nun mal der Glanz der Welt) aber ich erinnere mich noch, dass dieser Mensch schwer über die Reliquienverehrung herzog, und ja wer mal mit so superfrommen Hühnern unterwegs war, kann das sogar verstehen!
Nur ist das ja nicht die Schuld der Reliquien, sondern die Schuld derjenigen, die die frommen Hühner, so im Regen haben stehen lassen, dass sie einfach noch seltsamer geworden sind, als sie ohnehin schon sind, denke ich mir oft.
Schafe ohne Hirten verlaufen sich halt, fallen in die Dornen, lesen wir in der Schrift.

Mir scheint, dass unser Papst auch die Gedanken des damaligen Exerzitienmeisters teilt, nur bekommt das Geschenk dann schon ein merkwürdiges G'schmäckle.
Weil zuerst tut er so, als sei ihm das alles schnurz, und dann behauptet er, dass es Gott selber sei, der das Geschenk macht. (wie schon geschrieben: hier kann man das alles nachlesen)
Also wat denn nu?

Irgendwie macht mich das alles, immer noch, fassungslos.

Gut, im Film "Der rosarote Panther2" ist es schon lustig, wie Inspektor Clouseau. meint, dass man das Turiner Grabtuch mal dringend waschen sollte, aber wir sind hier im Vatikan und nicht in einem Slapstickfilm, das sollten Päpste, die angetreten sind, mit dem Zirkus aufzuhören, schon irgendwie auf dem Schirm haben.

Auf jeden Fall hat, nachdem was wir bei Kath.net lesen können, der Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus, die Reliquien mit Tränen in den Augen entgegengenommen und hat vor den Reliquien die göttliche Liturgie gefeiert, ja Petrus ist liturgisch zu den Orthodoxen geflüchtet, so könnte man feststellen.

Irgendwie verschlägt es mir einfach nur  die Sprache.

P.S die Sache mit dem Stadtnamen ist eigentlich ganz einfach, Kaiser Konstantin baute seine neue Hauptstadt dort wo seit fast 1000 Jahren die griechische Stadt Byzantion lag und nannte dann diese, die neue Stadt Konstantinopel (schwer unbescheiden, aber so sind sie halt die Mächtigen).
Man sprach dann immer nur von "der Stadt" wenn man Konstantinopel meinte, und das heißt auf griechisch tin poli und  wenn man davon sprach, dass man in die Stadt gehen wolle, in der Stadt etwas erledigen wollte, dort einen Besuch machen wollte, so sagte man man wolle stin poli, also in die Stadt gehen (oder sonstwas). Und so ist Istanbul nur die Verballhornung von "die Stadt".
Interessant ist das diese Art zu reden, sich auf das päpstliche Rom auch übertragen hat, es heißt "urbe" also wenn man sagen will dass man in Rom studiert hat, so sagt man man habe in urbe studiert und auch der päpstliche Segen heißt ja "urbi et orbi" der Papst segnet also "die Stadt und den Erdkreis".
Und auch hier könnte man weiter denken, dass Petrus nur aus der Stadt wo man ihn, von seinem Nachfolger, nicht wirklich will und auch die Stadt die urbe nicht als solche begreift, nun eben dahin gegangen ist, wo die Stadt halt noch die Stadt heißt., auch und wenn das nicht in der Absicht der Namensgeber ist,
Aber Gott kann auch auf krummen Zeilen gerade schreiben!

4 Kommentare:

  1. Sehr vorsichtig ausgedrückt scheint dem gegenwärtigen Amtsinhaber der spirituelle Zugang zu Reliquien zu fehlen. Daher geht er mit ihnen eher freihändig um, was mich bei ihm wenig überrascht. In diesem Pontifikat hätte mich eine Versteigerung bei ebay auch nicht gewundert, das passende mediale „Framing“ hätte man dafür schon gefunden.

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  2. Bringen Sie den derzeitigen Papst und seine Entourage bloß nicht auf dumme Gedanken! Vielleicht gucken die ja ab und an mal hier rein :-

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  3. Wartet's nur ab, bald einmal kann man per Airbnb im apostolischen Palast einchecken....

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  4. Das ist derzeit nicht sonderlich attraktiv .... Mater Ecclesiae wäre mir lieber, selbst wenn ich in der Küche Kartoffeln schälen müsste und nur einen kleinen Blick auf den Hauptbewohner erhaschen könnte!.

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