Freitag, 9. August 2019

Amazonasynode, die Arroganz des weißen Bischofs und Loriot

Tu Domine hat die Forderungen des Herrn Bischofs Kräutler für die Amazonassynode zusammengefasst hier klicken
Fangen wir vorne an, der Herr Bischof Kräutler ist Österreicher, und naja streng gesehen kann er, nach seiner eigenen Logik, höchstens für die Auslandsösterreicher und deren Wünsche sprechen, weil Indio ist er nicht.
Der Herr Bischof, der ein bekannter übriggebliebener Befreiungstheologe ist, und besonders in den einschlägigen deutschsprachigen Publikationen zu publizieren pflegt, hat vor Jahren mal eine erhellende Betrachtung (ich weiß nicht mehr genau wo) zur Perikope mit dem Mann, der eben genau kein Festgewand angelegt hat und deshalb vom Fest ausgeschlossen wird, geschrieben.
Der Herr Bischof fand das nachgerade empörend und berichtete von seinen Schäfelein aus dem Urwald, die sofern Sonntags Messe ist, sich fein machen, um zu kommen, was der Herr Bischof unmöglich fand.
Ich hoffe man sieht den Widerspruch. Die Schäfelein haben das Gefühl für das Sakrale, eben dafür, dass das Betreten heiliger Orte eben auch besondere Disposition seitens der Menschen erfordert, was, nebenbei alle Kulturen und Religionen bislang so gesehen haben!
Dem Herrn Bischof passt das nicht, er versucht sein Missbehagen anhand ausgerechnet der Perikope zu erklären, die genau das nicht hergibt und behauptet dann zu wissen, was seine Schäfelein wollen, die doch, zu seinem Leidwesen sich genau nicht so verhalten, wie er es gerne hätte.

Sorry mal, hier spricht der Oberlehrer par excellence!


Machen wir weiter, der Herr Bischof wünscht, dass seine Schäfelein von der bösen, bösen Industrie und ihren bösen, bösen Produkten verschont bleiben, aber er selbst reist ziemlich mit den bösen, bösen Flugzeugen durch die Gegend und hält allüberall Vorträge, man google "Vorträge Bischof Erwin Kräutler" und staune!
Wir halten fest, es ist das alte quod licet jovi, non licet bovi, (was dem Jupiter erlaubt ist, ist noch lange nicht dem Ochsen erlaubt).
Ne Brílle hat er auch, deren Stärke aller Wahrscheinlichkeit nach von einem bösen, technischen Gerät ausgemessen wurde und die mittels ebenfalls böser technischer Geräte gefertigt wurde, handgemacht sieht sie auf jeden Fall nicht aus! Bei  seinen Vorträgen spricht der Herr Bischof über böse, ebenfalls industriell gefertigte Mikrofone.
Ich bin die Letzte, aber das nur am Rande, die unsere Art zu leben für das gelbe vom Ei hält, aber man muss sich über eines klar sein: unsere Art zu leben hat auch so ihre Vorteile und nehmen wir was einfaches, die durchschnittliche Lebenserwartung. Selbige  liegt in den Regionen mit lauter böser, böser Industrie knapp unter 80. Was nun die Amazonasindianer angeht, muss man lange, lange suchen, bis man hier einen Wert findet, aber hier bin ich doch fündig geworden die durchschnittliche Lebenserwartung der Amazonasindianer liegt bei 45!.
Auch hier wieder der Widerspruch: der Herr Bischof ist ja schon 80, und wird es, so wie er aussieht (ja ich weiß das kann man nicht sagen), obwohl er ja fleißig die bösen, bösen Industrieprodukte nutzt, und auf seinen Reisen auch wahrscheinlich gut speist, schon noch doppelt so alt werden, wie seine Schäfelein!
Sorry mal mir platzt bei sowas immer der Kragen!
Sollen die einen sich doch öko bio trallala rumplagen, das ist die klassische, zu Recht verurteilte,  Art des adeligen Schlossherren, dem seine leibeigenen Bauern egal sind.
Was der Herr Bischof macht, ist in meinen Augen noch gemeiner, er will, dass die Leute sich weiter rumplagen müssen, und das auch noch gut finden, während er selber rumreist und Vorträge hält wie wichtig es ist, dass die nur keine Wasserleitungen, keine modernen Medikamente, keine Kühlschränke und keine anständigen Werkzeuge haben und deshalb auch nur 45 werden!
P.S im Rest Brasiliens da wo kein lieber Bischof Kräutler die lieben Indios vor den bösen, und verderblichen  Errungenschaften von Wissenschaft und Technik fernhält, liegt, selbst in den Armenhausregionen, die durchschnittliche Lebenserwartung  bei über 70!
In "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley dürfen besonders verdiente Mitglieder der Gesellschaft einen ganz besonderen Ausflug machen, nämlich in ein Reservat, wo ein Indianerstamm, hübsch abgeschottet, vor sich hin lebt, ich kann mir nicht helfen, die Parallele drängt sich auf.
Es drängt sich mir noch eine andere Parallele auf, die stammt aus einem Lied von Reinhard Mey und die lautet  "Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen Die dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen ........Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: "Halt' du sie dumm, ich halt' sie arm!"


             

So nun die andere Seite der Medaille: mir ist schon klar, dass unsere Art zu leben auch so ihre  Fehler hat, aber man kann doch als Kirche nicht dafür sein, dass die einen in Armut im Wald vor sich hinleben, während der Rest der Menschheit via Internet sich die Socken aus nachhaltigen Bambusfaseren von den Hängen des Himalaja dortselbst  stricken und liefern lässt.
Um es nochmal anhand  "Schöne neue Welt"  zu beleuchten: es muss einen anderen  Weg geben und den hat auch die Kirche zu suchen, das sollte eigentlich klar sein.
Schon Paulus sagt "Prüfet alles und behaltet das Gute!"
Und weil man das auch hinschreiben muss, es geht auch nicht, dass man gegen die Goldsucher, für die die Indios nur lästig sind, nichts unternimmt, es geht auch nicht, dass man die Leute vertreibt wegen Straßen, Rodungen usw, das ist schon klar.
Aber man sollte mal hier einfach auch von Seiten der Kirchen darauf hinweisen, dass das Land eben den Indios gehört und man im Falle von Industrieansiedlung bzw sonstwas mit den Besitzern des Landes so verfahren sollte, wie es dem Recht auf Eigentum entspricht

Zum Rest der Forderungen des Bischofs, als da sind die ollen Kamellen von wegen Viri Probati und Frauen um den Altar ist neben "gähn" leidlich auf Loriot zu verweisen



          

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