Freitag, 2. August 2019

Fundstück, zum Trost, oder bislang war es noch immer der Hund, der starb

Bloggerkollege Superpellicum hat hier einen Rundumschlag hingelegt, dem wenig hinzuzufügen ist.
Ja es hat den Anschein, als stürze die Kirche in sich zusammen, auf jeden Fall das, was man so als Frommer unter Kirche versteht.
Ja es scheint, als fehle es allüberall an Gottvertrauen, als habe Gott die schützende Mauer um seinen Weinberg niedergerissen und lasse diesen verwildern und wolle ihn nie wieder besuchen.
Ja man hat oft und oft das letzte Mohikanerfeeling, wobei man festhalten muss, liest man fromme Literatur aus der Zeit unmittelbar nach dem Konzil, so findet man sich da oft und oft, zu oft wieder und hat das Gefühl, das ist gestern geschrieben.
Genau hier liegt aber auch der Trost, es zieht sich die Klage, die berechtigte Klage, seit Jahrzehnten durch die Frommen, und allen Aufbrüchen, frommen Inseln, Pfarrern und Gemeinschaften, wo man noch hingehen kann, ist gemeinsam, dass sie nicht wachsen, sondern kümmern.


Aber es gibt immer wieder Priester, Gemeinschaften, Orte, Leute, wo man noch hingehen kann, wo man sich austauschen kann.
Liest man noch etwas wilder durch die Gegend, stellt man fest, dass die Klage noch älter ist,  Ida Frederike Görres schrieb, genauso wie Romano Guardini für den Quickborn Texte über den Zustand des Katholischen, die vom Stil und der Reflexion auf konkrete Ereignisse abgesehen, genauso gut gestern geschrieben worden sein könnten. Der Quickborn wurde 1933 teilweise verboten (es wurden nur rein religiöse Schriften und Aktivitäten geduldet) und 1939 endgültig verboten und hat sich danach nie wieder erholt, Das nur damit man den obigen Absatz besser einordnen kann.
Gilbert Keith Chesterton liest sich, von der Reflexion auf konkreten Personen und Ereignisse abgesehen ebenfalls, als schreibe er heute, dabei starb Chesterton bereits 1936. Von Chesterton stammt das Wort, dass es schon öfter so aussah, als ginge die Kirche vor die Hunde, aber bislang war es doch immer der Hund, der gestorben ist.* und so geht es quer durch die Geschichte weiter, bis hin zur Bibel, die in er Offenbarung des Johannes schreckliche Bilder malt. Und im ersten Satz selbiger Offenbarung wird uns gesagt, das was da geschrieben wird, das ist im Kommen, das geschieht bald, das wirft also bereits seine Schatten voraus und es hat noch keine Generation Christen gegeben, die von sich sagen konnte  "Also für uns gilt das nicht!"

Oben erwähnte Ida Frederike Görres schreibt irgendwo, (Ich meine in einem Essay über Elisabeth von Thüringen) dass das Wort von der kleinen Herde immer gilt und immer gegolten hat, was man an der Elisabeth von Thüringen ganz gut sehen könne, die doch in einer formal viel frömmeren Zeit als heute gelebt habe und dennoch mit ihrem Glauben auf nix wie Unverständnis gestoßen sei und sich deswegen eine Menge Ärger eingehandelt habe.
Eine heilige Theresa von Avila, die im 16 Jahrhundert in Spanien lebte, als das Katholische scheinbar dort blühte, sagte dennoch zu Christus "Wenn du alle deine Freunde so behandelst wie mich, musst du dich nicht wundern, dass du so wenige davon hast!"
Von daher gilt das Wort des Bloggerkollegen

Gott hat seiner Kirche ewigen Bestand zugesagt, ob nun Bomben explodieren oder ein geistliches Vakuum implodiert. Es ist eine kleine Herde, die geblieben war und vielleicht am Ende der Zeiten nur geblieben sein wird.

"Verzweifle nicht du kleine Herde" sagt Christus!


*das korrekte Zitat lautet: Wenigstens fünf Mal ist mit den Arianern und den Albigensern, den humanistischen Skeptikern, mit Voltaire und mit Darwin der Glaube allem Anschein nach vor die Hunde gegangen. Doch stets war es der Hund, der starb.

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