Freitag, 23. August 2019

Sind diese Dominikanerinnen die Nächsten?

Hilary White kommentiert für OnePeterFive das Vorgehen des Vaticans gegen das Dominikanerinnen-Kloster "Zur Hl. Verkündigung"  in der Toscana- ein Vorgehen nach inzwischen
bekanntem Muster. Hier geht´s zum Original:  klicken

"NONNEN DES DOMINIKANERORDENS IN DER TOSCANA GEGEN DEN VATICAN. HILFE VON DEN EINHEIMISCHEN"
"Spät im Juni haben wir aus einem Städtchen in der Toskana eine Warnung erhalten, daß ein weiteres Ordenshaus mit der falschen Einstellung einer -inzwischen gefürchteten- vaticanischen "Visitation" entgegen sieht. Das kontemplative Dominikanerinnen-Kloster in Marradi, seit 400 Jahren das spirituelle Herz der kleinen Bergstadt ist durch eine erzwungene Schließung durch den Vatican bedroht, offensichtlich weil ihre Zahlen vor kurzem unter das vom Vatican vorgeschriebene Minimum für "lebendige und vitale Autonomie" gefallen ist.

Die Einheimischen jedoch glauben, daß das ein Vorwand ist und der wahre Grund ist, daß die Gemeinschaft lange den allgemeinen liberalen Trends widerstanden hat, die das religiöse Leben in Italien dominieren und jetzt von Rom aggressiv aufgezwungen werden.
Ein vor Ort erstellter Bericht besagt, daß die von der Gemeinschaft gewählte Ordensoberin, S. Maria Domenica bereits von den Visitatoren des Vaticans von ihrem Amt abgesetzt wurde, die zur Zeit versuchen, einen Weg zu finden, um die Verantwortung für das Vermögen und die Geschäfte des Klosters zu übernehmen und die die Herausgabe der Dokumente über den Immobilienbesitz des Klosters fordern.

Das Dominikanerkloster Zur Hl. Verkündigung - eine erstklassige toskanische Immobilie in der idyllischen mittelalterlichen Stadt -wurde auf Kosten des Ortes erbaut und war für seinen Erhalt nie von der Diözese oder dem Dominikaner Orden abhängig.

Barbara Betti, klassische Musikerin, Freundin der Nonnen und Langzeitbewohnerin der Stadt, hat in einem Offenen Brief an den Vatican geschrieben, daß Marradi die Schließung des geliebten Klosters nicht schweigend hinnehmen würde. Ihr Brief ist in der Lokalzeitung Marradis erschienen und wurde dann von der Italienischen TLM-website "Messa in Latino" aufgenommen.
Sie schrieb: "Gestern sind die "Coadjutoren" angekommen, um den Besitz des Klosters zu übernehmen und um die alten Nonnen gewaltsam aus ihrem Heim zu werfen und sie in ein Altersheim zu zwingen. Ist das christlich?"

Betti beschreibt das Dominikanerinnen Kloster zur Hl. Verkündigung als "die letzte übrig gebliebene Bastion zur Verteidigung unserer historischen Identität, unserer Christlichen Wurzeln und unserer Moral". Das Kloster wurde mit dem Geld der Einheimischen gebaut-schrieb sie "zum immerwährenden spirituellen Schutz dieser Gemeinde."



Mit Bezug auf die Massenunterdrückung des Klösterlichen Lebens durch freimaurerische Regierungen im 19. Jahrhundert warnt Betti, daß das "was jene nicht vollenden konnten, jetzt durch aktuelle vaticanische Dekrete vollbracht wird,"

Vorangegangene Versuche sich mit einer befreundeten Gemeinschaft  in einer anderen Stadt zu verbinden, wurden von Rom verhindert und jetzt "bewegt sich alles extrem schnell, um die Schließung dieses Klosters zu erreichen"
Aber die Römische Kongregation- und ihre Anwälte- haben dieses mal- wo die Einheimischen bereit sind, für ihre Nonnen gegen Rom zu kämpfen -vielleicht ein "größeres Stück abgebissen, als sie kauen können."

Große Sorge bereitet das mögliche Schicksal von zwei der fünf Nonnen, die schon älter sind und keine andere Wahl haben würden, als in ein Altersheim geschickt  zu werden, wo sie -nach einem Leben religiöser Hingabe- von Fremden versorgt würden.
"Das Haus wegzunehmen- im Namen des Gehorsamsgelübdes, das die Kirche nicht länger respektiert, ist das moralisch? Sind wir in einer Welt, in der alt nutzlos bedeutet noch Verteidiger der Heiligkeit der Familie oder sind wir es nicht mehr?"

Betti schreibt: „Unsere stillen Schwestern wohnen legal [1] in der Gemeinde Marradi; Dies ist ihr Wohnsitz und wird es bis zu dem Tag sein, an dem sie in das Haus des Vaters zurückgerufen werden. Die 1898 unterzeichnete Verpflichtungserklärung [Gründung des Klosters als Rechtsperson in der Stadt] besagt, daß das Gebäude nur dann an einen anderen Eigentümer übergeben wird, wenn die letzten Schwestern verschwunden sind. “Um das Eigentum rechtmäßig beschlagnahmen zu können, müssen die vatikanischen Mitarbeiter die Nonnen zum Verlassen zwingen.

„Diejenigen, die entschieden haben, daß diese Immobilie nicht mehr ihnen gehören soll, haben es als selbstverständlich angesehen, daß sich hier in Marradi niemand um sie kümmert“, fügt Betti hinzu.

Sie weist darauf hin, daß der Versuch des Vaticans unter Franziskus, die Nonnen aus ihrer legalen Heimstatt zu vertreiben, nur gelingen kann, wenn die Nonnen selbst kooperieren. Das Dicasterium,  das solche Aktionen bisher durchführte, hat erwartet - und in vielen Fällen auch erreicht -, daß die Zerstörung ihres eigenen Ordenslebens unter gehorsamer, nonnenhafter Mitarbeit vonstatten geht. Aber Betti schreibt, daß Widerstand in diesem Fall nicht zwecklos ist: "Sie können sie nicht gegen ihren Willen wegbringen, was eine Entführung wäre, aber sie können sie mit dem Gewicht der Nichteinhaltung der Verpflichtung zum Gehorsam erschrecken."

Sie fragt, warum die Römer es "so eilig" haben. Vielleicht, sagt sie, liegt es daran, daß die Gemeinde kürzlich zwei Anfragen von potenziellen Kandidatinnen aus Australien erhalten hat, was bedeutet, daß der Vorwand, daß die Gemeinschaft bald zu klein oder nicht "lebensfähig" sein wird, nicht mehr anwendbar wäre.

„Unser Kloster ist keine leere Hülle, die sich über die Überreste einer Tradition und einer historischen Identität ausstreckt,  die diese Gesellschaft zerstören möchte. Es ist ein lebendiger und aktiver Körper. “

Das Marradi-Kloster ist finanziell selbsttragend, da die Einnahmen aus der Vermietung von Immobilien stammen, die im Laufe der Jahrhunderte als Geschenke und Spenden erworben wurden. Betti erklärt daher, daß die Menschen in Marradi das Recht haben, zu erfahren, was mit ihrem Kloster geschehen wird und "warum die planimetrischen Karten dieses Klosters angefordert wurden und zu welchem ​​Zweck".

2015 feierte die Gemeinde ihr 440-jähriges Bestehen mit der öffentlichen Präsentation eines Buches, vor "einer großen Menge" das ihre Geschichte dokumentiert.
Weit davon entfernt, eine moribunde Rsignation angesichts der bevorstehenden Auslöschung zu zeigen, haben die Nonnen erst kürzlich eine neue website erstellt, um für Berufungen zu werben.
Auf Kosten einer örtlichen Adelsfamilie erbaut, begann das Kloster 1575 mit zwei Nonnen des Dominikaner-Ordens, die aus Pratovecchio, Arezzo, kamen. Eine "Graswurzel-Initiative, die heute unter den neuen Regeln des Vaticans unmöglich wäre.

Die Gemeinde hat eine lange Geschichte in Durchhaltevermögen. Erstaunlicherweise überstand die Gemeinschaft die napoleonischen Unterdrückungen und die seiner ideologischen Nachfolger im Königreich Italien, obwohl die Nonnen während der französischen Invasionen in Italien in der Revolutionszeit eine Zeitlang gezwungen waren, zu ihren Familien zurückzukehren. Nach der Unterdrückung der Klöster im Jahr 1866 enteignete die antikatholische freimaurerische Regierung Italiens einen Teil ihres Klosters und zwang die Nonnen, in kleinen Quartieren zu leben. Die Gemeinschaft vermied die Unterdrückung - die zunächst nur für „nutzlose“ Kontemplative galt -, indem sie in der Grundschule unterrichtete, die die Regierung gewaltsam auf ihrem Grundstück gebaut hatte. Die Nonnen hielten durch und die Gemeinde überlebte die Weltkriege, Erdbeben und andere Rückschläge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Es gibt auf keiner Seite unserer katholischen Debatten noch welche, die behaupten würden, daß die Strukturen der Kirche, wie wir sie kennen, im gegenwärtigen Pontifikat nicht direkt angegriffen werden. Aber während viele zu Recht über den bevorstehenden Angriff auf das Priestertum bei der Amazonas-Synode besorgt sind, wurde dem anhaltenden Angriff auf das kontemplative Ordensleben von Frauen wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Diese begannen unmittelbar nach der Wahl von Papst Franziskus mit dem Angriff auf die Franziskaner der FFI und mündeten in einem Duo von Dokumenten des Papstes und der Ordens-Kongregation [2] "Vultus dei quaerere" (Juli 2016) und des gesetzgebenden "Cor orans" (April 2018). Die Situation in Marradi ist ein weiterer Beweis für die Macht, die diese beiden Dokumente der römischen Kurie verleihen, um entweder die Einhaltung des bergoglianischen „neuen Paradigmas“ zu erzwingen oder um eine Gemeinschaft aufzulösen, die sich widersetzt.

Die beiden Dokumente richten sich speziell an kontemplative Nonnen und stellen eine wesentliche Neuformulierung der Grundvoraussetzungen des kontemplativen Lebens dar, insbesondere in den Bereichen Autonomie und Selbstverwaltung, Kontrolle der eigenen Finanzen und Vermögenswerte, Bildung von Novizen und Klausur. Es ermöglicht die Zusammenfassung der Absetzung von Vorgesetzten und die Zwangsvollstreckung durch eine neue externe Leitung, die es einer Gemeinschaft unter ihrem Einfluss verbieten kann, neue Kandidaten aufzunehmen.

Wie es "Vultus dei quaerere" selbst ausdrückt, sollen jene Häuser kontemplativer Nonnen, die die Verwüstung der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil überstanden haben, „dem intensiven und fruchtbaren Weg folgen, den die Kirche in den letzten Jahrzehnten eingeschlagen hat, im Lichte der Lehren von [Vatikan II] und unter Berücksichtigung der veränderten soziokulturellen Bedingungen. “Und Cor orans ist der Muskel, der die Nachzügler dazu zwingen wird."

Ende Juli hat ein traditionalistischer italienischer Katholik "C" (dessen Namen wir zur Zeit nicht bekannt geben können), der das traditionelle religiöse Leben unterstützt, wegen ihrer aktuellen Situation Kontakt zu den Nonnen von Marradi aufgenommen. Die Schwestern- sagt "C", sind, nachdem sie gesehen haben, was passiert, nicht bereit, passiv zu bleiben und die Auflösung ihrer Gemeinschaft  zu akzeptieren aber bereit sind, Hilfe von traditionaklistischen Freunden und Unterstützern anzunehmen.

C hat mit einer Einheimischen von Marradi gesprochen, die sagte, daß es im Kloster Offenheit gegenüber den traditionellen Mess-Riten gibt und daß der Bischof da keine Hindernisse errichte.
"Die Dame brachte sehr klar zum Ausdruck, daß die Einwohner von Marradi wollen, daß das Kloster weitere Jahrhunderte als Ort des Gebetes und sonst nichts bestehen bleibt."
Auf diese Weise werden -trotz der unmittelbaren Drohung aus Eom- Frauen- die ein wenig Kampfgeist haben und an einem kontempaltiven religipösen Leben interessiert sind- einschließlich jener die der "außerordentlichen Form" verbunden sind, dennoch ermutigt, Kontakt zu den Schwestern aufzunehmen.

Die Publicity von Barabra Bettis Brief - sagt C- -war der "Stich in ein Wespennsnet von Klerikern. aber die Freunde der Gemeinschaft  sind äußerst bereit, in den Kampf zu ziehen, um sie nicht nur aus ihrem -sondern aus allen Klöstern fernzuhalten, weil sie die Kirche zerstören."

Die Dame  ”bestätigte C gegenüber, daß die Axt nicht zufällig auf die Marradi-Dominikaner gefallen ist, sondern direkt von der oberen Führung des Dominikanerordens stammt, die die Gemeinde in Kenntnis der Ergebnisse dem Vatican gemeldet hat.
Wie die französische Schwesterngemeinschaft, die kürzlich von Rom aufgelöst wurde, bestätigt das, 
daß "Cor Orans"- wie Kritiker vorausgesagt haben, als Waffe von Geistlichen bei der Machtübung und zur Erlangung der Kontrolle über das Vermögen von Klöstern eingesetzt werden wird.

Im Fall der Kleinen Schwestern von Maria, Mutter des Erlösers, aus Toulouse, begann der Bischof den Angriff als Vergeltung dafür, daß die Schwestern sich seinen Bemühungen widersetzten, die Kontrolle über ihre Pflegeheime zu erlangen. Unter dem Vorwand einer „autoritären“ Oberin und der Wiederherstellung einer eher „klassischen“ Form ihres Habits durch die Schwestern wandte sich der Bischof an die Ordenskomgregation in Rom.

Die den "Kleinen Schwestern" aus Rom aufgezwungene Nonne-ohne Habit- Akademikerin und Autorin des Buches " Die Migranten, Franziskus und wir" beschuldigte die Schwestern zu viel zu beten und früheren Formen des religiösen Lebens zu sehr verbunden zu sein. Nach einem zweijährigen Kampf baten 34 der 39 Schwestern um die Entlassung aus der Klausur und Entbindung von ihren Gelübden um in eine Leben im Laienstand zurückzukehren.

In Marradi sind die Menschen, die die Angriffe Roms auf die FFI, die "Kleinen Schwestern Marias, Mutter des Erlösers" und eine Anzahl anderer beobachteten, bereit zu kämpfen.
C schreibt, daß die Nonnen von der Gemeinde gut verteidigt werden.  Sie haben einen Anwalt und zwei gute, kraftvolle Priester, die -wie es aussieht- keine Skrupel haben, übel gesonnenen Leuten ein "Abreibung" zu verpassen.

C´s besonderer Wunsch war , daß die Geschichte des "Verteidigungskomitees " der Welt außerhalb Italiens bekannt wird. "Es wäre ein großer Dienst an der ganzen Christenheit, dieser Geschichte hinzuzufügen, wie eine Gemeinde ihre Nonnen verteidigt ! Katholische Gemeinden rund um die Welt müssen wissen, daß sie armen Mönchen und Nonnen, die von Schakalen und Hyänen verschleppt werden, helfen können und müssen."

Der Kampf um Marradi könnten bald international werden. C berichtet, daß- obwohl  im Augenblick keine weiteren Details bekannt gemacht werden können- wir sagen können, daß eine Lösung von einem "Kontemplativen Orden der Lateinischen Messe (kein novus ordo), der derzeit in der benachbarten EU beheimatet ist, und zur Zeit eine Basis in Italien sucht, kommen könnte.

Die Nonnen und ihre gläubigen Verteidiger in Marradi  hätten keinerlei Problem damit, sich an die Lateinische Messe anzupassen. Mir ist inzwischen oft berichtet worden, daß sie (Nonnen und Gläubige) nur eines wollen: daß ihr Kloster ein Ort Heiliger Gebete bleibt" schloß C."

Quelle: H. White, OnePeterFive 

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