Freitag, 27. September 2019

Klare Worte aus Regensburg

 Der Regensburger Bischof Vorderholzer  hat eine persönliche Erklärung zum angedachten synodalen Prozess abgegeben, die wir unseren Lesern ans Herz legen wollen.
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Nachdem der Bischof erklärt warum er mit "Nein" gestimmt hat, sagt er, dass er den Laden dennoch nicht verlassen möchte und auch weiter offen bleibt und überhaupt,. was man halt so sagt, wenn man wichtig ist.
Dann kommt aber der fulminante Satz, der da lautet:
Ich erinnere aber daran, dass ich mir nicht viel erwarte, und zwar deshalb, weil ich nicht sehen kann, dass die Voraussetzungen für einen echten „Dialog“ gegeben sind. Es fehlt m.E. eine von allen Beteiligten anerkannte theologische Hermeneutik und die Bejahung der Prinzipien der katholischen Glaubensbegründung, die eine Berufung auf Schrift, Tradition, Lehramt und Konzilien etc. als stärkste Argumente gelten lässt. 

und deshalb fürchtet der Bischof - und wir gehen davon aus, dass diese, seine Befürchtung nicht so unbegründet ist, wie er es im Schlussabschnitt  dann doch formuliert . dass ihn, nun wieder wörtlich zitiert:  der Dialog angesichts meines Wahrheitsgewissens mich eher in die Situation bringen wird, Zeugnis zu geben und zu ermahnen, „sei es gelegen oder ungelegen“. 

Bischof Vorderholzer erklärt dann dass er immerhin zweimal versprochen habe: (wörtlich) den katholischen Glauben unverkürzt zu vertreten und zu bezeugen: 2004 als Professor in Trier und 2013 bei der Bischofsweihe in Regensburg. Daran fühle ich mich gebunden und ich sehe dieses Versprechen gegenwärtig besonders herausgefordert. 

Es wird von konservativer Seite ja schon lange bemängelt dass dieses ganze Bischofskonferenzengedöns nicht katholisch ist. Jeder Bischof ist für seine Diözese direkt nur Gott verantwortlich und als Bischof direkter Nachfolger der Apostel.
Kirchliche katholische Hierarchie ist nicht so einfach, wie fromme und nichtfromme Hühner so meinen, der Papst hat viel weniger zu melden, als die einen meinen, und doch viel mehr, als die anderen es gerne hätten.
Er ist mehr als ein nur Bischof an besonderem Ort, unter anderen Bischöfen an nicht so besonderen Orten.
Er ist der Garant der Katholizität, aber das nur solange er sich als Diener der Diener Gottes versteht.
Er, der Papst ist der Fels auf dem die Kirche gebaut ist, und das ist er nur solange wie er fest steht im Glauben und in der Treue zu Christus und der Verwaltung der Sakramente, nicht der Finanzen der Kirche und der Ausgestaltung der Zimmer im Vatikan, so sehr das alles auch sein muss, weil vom und aus dem reinen Glauben zu leben ist uns, hier auf dieser Erde nicht beschieden, auch dem Papst nicht.
Ich habe mal eine alte, sehr seltsame Legende,  über Paspt Cölestin gelesen, da wird sein Leben als Einsiedler als ein solches geschildert, Petrus Murrone lebend auf einem Stein im Wald, sich ernährend und tränkend von der reinen Betrachtung des Wortes, (und ein bisschen Tau) fast mit dem Stein und dem Moos darauf eins werdend, ernsthaft nicht mehr von dieser Welt eher ein christliches Naturwesen geworden sein, von daher ist schon klar dass das schief gehen musste mit seiner Wahl zum Papst.
Der Einschub sollte nur sein, um zu beleuchten dass gewisse Ideen uralt sind und nicht funktionieren, auch die Säulensteher haben wir ja aus gutem Grund nicht mehr. Wobei diese ja immerhin Kranke geheilt und Drachen vertrieben haben, aber so die Rezeption eines Thomas Merton, dann am Ende dem Hochmut sich für was besseres zu halten verfallen sind, was auch das Drama der Wüsteneremiten gewesen sein soll.
Wie gesagt, wir hätten es gerne die Heiligen als die Wesen die einfach nicht von dieser Welt sind, die einfach alle Probleme lösen können, heilen, helfen und einem so weiter machen lassen, wie man es gerne hätte und die Kirche als Versammlung der Reinen, Guten, Perfekten, also die gute, alte Gnosis, die 1 nicht katholisch ist und 2. nicht funktioniert.

Aber zurück zu den Bischöfen,. so sehr der Papst sein muss, so wenig kann der Papst den einzelnen Bischof von der Verantwortung vor Gott für seine Schäfelein entbinden, auch und wenn seit dem 2. Vatikanum (und wohl auch schon früher, man denke an manche doch sehr weltliche Fürstbischöfe) Bischof mehr Job, austauschbar in Person und Ort, zu sein scheint.
Aber noch weniger  wie ein Bischof sich hinter dem Papst verstecken kann, auch und wenn es hierzulande gar zu gerne gemacht wird, von den einen wie von den anderen (wir täten ja gerne, aber der Papst...) ; noch weniger kann ein Bischof sich hinter den anderen Bischöfen verstecken, auch und wenn auch das hierzulande alte und schlechter Tradition ist, die mit der Zeit nicht besser wird.


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