Montag, 9. September 2019

Köhlerglaube versus schlauer Glaube

Der derzeitige Papst hat, ohne es zu wollen, ja mit gegenteiliger Absicht, dem von ihm geschassten ehemaligen Leiter der Glaubenskongregation einen Glauben bescheinigt, wie Christus ihn will und ganz nebenbei, was seinen eigenen Glauben und dem von ihm präferierten Homies, mein altes Vorurteil so richtig bestätigt.
Um was geht es?



Nun der Papst hat dem Kardinal Müller, der ja immerhin klug genug ist, um ein Theologiestudium zu absolvieren und halbwegs wichtig in der Kirche zu sein, bestätigt einen Glauben zu haben wie ein Kind.
Damit wirft der Papst dem Kardinal vor, doch tatsächlich daran zu glauben, dass dieses Jesus Gottes Sohn ist, dass er uns am Kreuz erlöst hat und jedes Recht im Himmel und auf Erden hat, uns Vorschriften zu machen, die wir, wenn wir unser Heil wirken wollen, auch einhalten müssen, weil die Vorschriften des guten Gottes nur gut sind, und dazu auch noch daran zu glauben, was der allererste Papst feststellt, dass "uns kein anderer Name unter dem Himmel und auf der Erde gegeben ist, durch den wir gerettet, werden, als der Name unseres Herrn Jesus Christus!"
Man hört förmlich das Gekicher über den kindlichen Anspruch, dass dem auch wirklich so ist,. das Gekicher über das Trotzköpfchen, das nicht erwachsen werden will und einfach nicht einsehen will, dass die Regeln der Rechtschreibung doch etwas anders sind, als in der Grundschulfibel dargestellt.

Und genau hier sind wir beim Knackpunkt.
Klar wird man Kinder, um im Bild zu bleiben, nicht gleich mit irgendwelchen Superspezialsonderfallregeln beim ersten Buchstabierenlernen überfallen. Aber selbst die Superspezialregeln der Aussprache irgendwelcher Superspezialfremdwörter setzen nicht die Regeln der Aussprache der Fibelsätze außer Kraft.
Man tut aber seitens der superschlauen Theologen so, als seien all die rein in den Hirnen dieser Leute existierenden konstruierten Fälle von Leuten, die durch ihren Lebensstil kund und zu wissen tun, dass ihnen der liebe Gott und seine Kirche komplett egal sind, und die sich angeblich danach verzehren, zur Kirche gehen zu wollen und einfach nicht in der Lage sind, eine einfache Kirchentür zu öffnen und zum stillen Zwiegespräch vorm Tabernakel niederzuknien, als seien also diese wirklich spezialgelagerten Sonderfälle die große, große Norm.
Man diskutiert das in die kreuz und in die quer und vergisst dabei die einem vom lieben Gott anvertrauten Schäfelein, die ob der stetigen Vernachlässigung immer grauer und schrulliger werden.
Chesterton beschreibt schon in den 30ern des letzten Jahrhunderts die merkwürdige Tendenz, dass die jungen, gebildeten Damen der Gesellschaft die seltsamsten  Gewohnheiten des letzten Menschenfressers aus Hinterindien (Chestertons Formulierung) vehement verteidigen und gutreden, es aber für eine Zumutung halten, sich selber an Weihnachten in den Familienkreis zu begeben und sich dort von Tante Elsa aus Cheltenham die immer gleichen Geschichten von früher erzählen zu lassen.

Prinzipiell sollte Theologie, nach einem Wort welches verschiedenen Heiligen zugeschrieben wird, den Glauben des alten, frommen Mütterleins erklären und diesen nicht verachten.
So einfach ist das.
Wenn man bedenkt, wie sehr der derzeitige Papst darum bemüht ist, sich selber als den Nichtintellektuellen auf dem Petrusstuhl darzustellen, wie sehr er darum bemüht ist, von sich selber das Bild des einfachen Menschen, dem das ganze kulturelle Gedöns suspekt ist, in der Öffentlichkeit zu transportieren........ wenn man das bedenkt ist es fast schon skuril, wenn einem dann nichts wie der bekannte, intellektuelle Hochmut moderner Theologen aus so einem Wort anweht.
Leider bestätigt der Gute damit meinen anfänglichen Verdacht, dass all das Armuts-. Demuts- und Bescheidenheitsgedöns nichts anders ist, als, im besten Fall, Gedöns.
Ach Benedikt was hast du uns nur angetan?

1 Kommentar:

  1. Die beiden letzten Sätze, besonders das mit dem Gedöns, kann ich nur ganz dick unterstreichen. Beim Stichwort "Demut" steht mir Papst Benedikt vor Augen!

    AntwortenLöschen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.