Mittwoch, 2. Oktober 2019

Fundstück über welche die vorwärts in die Vergangenheit wollen,

Eigentlich wollte ich einen erbaulichen Beitrag über den heutigen Schutzengeltag schreiben, dann ist mir dieser Beitrag von Summorum pontificum untergekommen, der sich mit der Sehnsucht vieler nach dem Mittelalter beschäftigt.
Nun ist es nun mal so, dass gerade deutsche Geschichte hochkompliziert ist, einfach wegen dem was man unter dem  Begriff "deutsche Kleinstaaterei" zusammenfasst.
Man stellt sich da eine Ansammlung, im wesentlichen gleicher, mehr oder weniger pittoresker Winzterritorien vor, die alle  irgendwie gleich sind und sich immer weiter aufspalten, weil alles unter die Söhne, manchmal auch die Kinder verteilt wird.
Dem ist nun leider überhaupt nicht so, auch und wenn dem durchaus teilweise so war.
Es gibt aber auch die Fälle wo man dann in Heimatkunde lernt, dass das heimatliche Dorf mal zu diesen Fürstenhaus dazu gekommen ist, und dann mit diesem zu jenem.
Ich vermute  mal, wenn man das irgendwie darstellen könnte, auf der einen Seite die verschiedenen deutschen Fürstentümer, Grafschaften, dem Kaiser gehörende Gebiete, den diversen Fürstbischöfen gehörende Gebiete und deren Entwicklung, wie in einem Film, also in zeitlicher Abfolge, das wäre ein ungeheures Gewusel und eine permanente Veränderung.
Irgendwann so gegen Ende hätten wir wohl folgendes Bild  und bevor alles einheitlich blau werden konnte, war es vorbei mit dem Glanz und er Gloria von Preußen und damit dem Glanz und der Gloria von Fürsten, Königen, Kaisern und mit adeligem Titel ausgestatteten Herrschern von Kleinstterritorein.
Und damit war es auch vorbei mit der Vermischung von geistlicher und weltlicher Macht, die ja gegen Ende eher Stein des Anstoßes, Stichwort Kulturkampf, war.

Dennoch war es nicht so, dass die Macht der Klöster einfach gut war und so sehr man über die Berechtigung aufständiger Bauern schwadronieren kann, so sehr bleibt, wenn es denen richtig gut gegangen wäre, wären sie wohl nicht in Scharen so Leuten wie Thomas Müntzer, Florian Geyer, Jäcklein Rohrbach, Jakob Wehe und anderen zugelaufen.
Man muss auch sehen, im Gegensatz zu der irgendwie herumgeisternden Idee, dass sich die Bauernaufstände nur gegen die Klöster in ihrer Eigenschaft als Herren der leibeigenen Bauern, sondern auch gegen die weltlichen Fürsten,
es wurden nicht nur Klöster gestürmt und abgefackelt , sondern auch Burgen, hier eine kleine Liste
Auch das ist, wie meist in der Geschichte nicht so einfach, wie man so meint, hier die Guten, dort die Bösen, aber es ist nicht bekannt dass Äbtissinnen ihre Bauern besser behandelt hätten als die Äbte oder die Fürsten.
Will heißen, so rein objektiv ja es gab im Mittelalter Äbtissinnen mit weitreichender Macht, aber die hatten sie wegen des Feudalsystems, was ja wohl keiner wieder will, dass jemand, rein wegen irgendwelcher  ererbter Titel standesgemäß in einem Kloster unterzukommen hat.
Wobei man auch hier sehen muss, dass dieses Unterbringen im Kloster ja oft und oft dazu diente, den adeligen Besitz zusammenzuhalten, und dafür zu sorgen, dass man alles dem Ältesten Sohn vermachen konnte und eben die eh schon nicht besonderes große Grafschaft unter 5 Geschwister aufgeteilt werden musste.
Dennoch ist wohl nicht alles schlecht gewesen, aber so gut wird es auch nicht gewesen sein, weil sonst hätte sich das System ja bewährt..
Ab und an wird es ja in manchen Heiligenlegenden verschämt angedeutet dass diese oder jene Heilige, dieser oder jener Heilige nur deshalb ins Kloster aufgenommen wurde, weil irgendwer sich für ihn eingesetzt hat, man bleibt sonst nämlich in den Klöstern gar zu gerne unter sich, standesmäßig meine ich, auch und wenn, auch das sei, der Ehrlichkeit halber hinzugefügt, es auf diese Methode zu manchen Heiligen gekommen ist.
Wenn ich nun, und wie gesagt hier ist dem Bloggerkollegen nur und ausdrücklich zuzustimmen, mir so überlege, wie manche Damen vom Mittelalter schwärmen, die, die da normal gar nicht von schwärmen, habe ich so den Verdacht die hätten gerne wieder dass sie unter sich sind und nicht überall auf normale Leute stoßen müssen.

Im übrigen denke ich zumindest immer, es gibt einfach zwei Tendenzen der Projektionen aktiver, eine gute Gesellschaft herstellen wollender Menschen, die eine ist die auf eine glorreiche , gut gedachte , goldene Zukunft hin, die andere ist die der Glorifzierng und  Versuch der Restauration der gut gedachten, goldenen, Vergangenheit.
Zwischen diesen beiden Polen oszillieren die Begründung der Reformen, Innovationen, Revolutionen,  Umstürze kurz aller Veränderungen.
Für beides lassen sich Bibelstellen ins Feld führen und so verkehrt ist  ja nun, bei Licht betrachtet, weder das eine, noch das andere, kommen wir doch aus dem Paradies und sind unterwegs zum ewigen, seligen Sein bei Gott.
Was nun die Übertagung dieser Bestimmung des Menschen in das alltägliche Geschäft angeht, so erteilt hier die Schrift den Apologeten der Wiedererrichtung des Paradieses auf Erden, also der Restauration des vergangenen goldenen Zeitalters im hier und jetzt, aber auch den Apologeten der Verwegnahme der ewigen Glückseligkeit am Ende aller persönlichen und allgemeinen Geschichte, in hier und jetzt eine Absage und sagt  dazu, bei Kohelet, lapidar "Es gibt eine Zeit zum Niederreißen, es gibt eine Zeit zum Aufbauen!"
Der ganze Test ist recht ernüchternd und ich habe ihn unten mal hinkopiert*
Die Lehren die Kohlet aus seinen ernüchternden und im Wortsinn, desillusionierenden  Beobachtungen zieht, sind dennoch tröstlich.
So stellt er 1. in Vers 11 fest, dass Gott alles vortrefflich eingerichtet hat, auch und wenn und weil der Mensch es nicht durchschauen kann, dann stellt er 2. in Vers 17 fest dass Gott am Ende alle richten, also richtig machen wird, den Gerechten und den Gottlosen und um dann festzustellen, dass es das beste ist sich bei allem was man tut zu freuen, was auch bedeutet dass man danach trachten soll das zu tun, woran man sich freuen kann.
Also eher die Fenster zu putzen, damit man sich freuen kann anstatt die vor lauter Zorn über ihr dreckiges Sein einzuwerfen und sich zu ärgern dass man dann zwar den Dreck nicht mehr sehen muss, aber nun friert.
Und damit sind wir beim Thema des heutigen Tages,,  des Schutzengetages, gelandet, weil wer, wenn nicht unser Schutzengel kann uns leiten inmitten all des Krummen um uns herum, dass ja, wie man an dem Buch Kohelet sieht so originell auch wieder nicht ist, so zu leben, dass wir uns freuen können weil wir kommen aus der guten Vergangenheit und hingehen in die gute Zukunft und deshalb auf dem guten Weg, der Christus ist, bleiben müssen.










* Jegliches Ding hat seine Zeit und alles Vornehmen unter dem Himmel seine Stunde.
2 Das Geborenwerden hat seine Zeit und ebenso das Sterben; das Pflanzen hat seine Zeit und ebenso das Ausraufen des Gepflanzten;
3 das Töten1 hat seine Zeit und ebenso das Heilen; das Einreißen hat seine Zeit und ebenso das Aufbauen;
4 das Weinen hat seine Zeit und ebenso das Lachen; das Klagen2 hat seine Zeit und ebenso das Tanzen;
5 das Hinwerfen von Steinen hat seine Zeit und ebenso das Sammeln von Steinen; das Liebkosen hat seine Zeit und ebenso das Meiden der Liebkosung;
6 das Suchen hat seine Zeit und ebenso das Verlieren; das Aufbewahren hat seine Zeit und ebenso das Wegwerfen;
7 das Zerreißen hat seine Zeit und ebenso das Zusammennähen3; das Schweigen hat seine Zeit und ebenso das Reden;
8 das Lieben hat seine Zeit und ebenso das Hassen; der Krieg hat seine Zeit und ebenso der Friede.
9 Welchen Gewinn hat also der Tätige davon, daß er sich abmüht?
10 Ich habe die (leidige) Aufgabe betrachtet, die Gott den Menschenkindern gestellt hat, sich damit abzuplagen.
11 Alles hat Gott vortrefflich eingerichtet zu seiner Zeit, ja auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt, nur daß der Mensch das Tun Gottes von Anfang bis zu Ende nicht zu durchschauen4 vermag.
12 So habe ich denn erkannt, daß es nichts Besseres für den Menschen gibt, als sich der Freude hinzugeben und sich gütlich zu tun in seinem Leben;
13 freilich auch, daß, sooft jemand ißt und trinkt und zum Genießen bei all seiner Mühsal kommt, daß das auch eine Gabe Gottes ist.
14 Ich habe erkannt, daß alles, was Gott tut5, ewige Geltung hat: man kann da nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen; und das hat Gott so eingerichtet, damit man sich vor ihm fürchte.
15 Was da ist, das ist schon längst gewesen, und was geschehen wird, ist längst dagewesen; denn Gott sucht das Entschwundene6 wieder hervor.
16 Weiter aber habe ich unter der Sonne wahrgenommen: an der Stätte des Rechts7, da herrschte das Unrecht, und an der Stätte der Gerechtigkeit, da herrschte die Gesetzlosigkeit.
17 Da dachte ich bei mir in meinem Sinn: »Den Gerechten wie den Gottlosen wird Gott richten; denn er hat für jedes Vorhaben und für alles Tun eine Zeit festgesetzt.«
18 Da dachte ich bei mir selbst: »Um der Menschenkinder willen ist das so gefügt, damit Gott sie prüft und damit sie einsehen, daß sie an und für sich den Tieren gleichstehen.«
19 Denn das Schicksal der Menschen und das Schicksal der Tiere ist ein und dasselbe: die einen sterben so gut wie die anderen, und sie haben alle den gleichen Odem, und einen Vorzug des Menschen vor den Tieren gibt es nicht:
20 alles geht an denselben Ort; alles ist vom Staube geworden8, und alles kehrt zum Staube zurück.
21 Wer weiß denn vom Lebensodem des Menschen, ob er aufwärts in die Luft emporsteigt, und vom Lebensodem des Tieres, ob er nach unten zur Erde hinabfährt?
22 So habe ich denn eingesehen, daß es für den Menschen nichts Besseres gibt, als daß er sich freue bei seinem Tun; ja das ist sein Teil9; denn wer wird ihn dahin bringen, daß er Einsicht in das gewinnt, was nach ihm sein wird?


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