Montag, 30. Dezember 2019

Weihnachten früher und heute, oder es geht schon recht lange schief, aber wir sind immer noch da

Meine Eltern waren nicht das, was man so landläufig unter fromm versteht, mit dem zweiten Vatikanum hatten sie beschlossen, dass nur noch so unmündige Christen, wie ihre Kinder regelmäßig in die Kirche zu gehen haben und so hoffnungslose Fälle wie die ältern Herrschaften der Sippe selbiges aus Unreflektiertheit eben tun.
Das haben sie auch recht konsequent durchgehalten, bis auf Weihnachten. In den Zeiten vor dem Internet wurde regelmäßig durch die Gegend telefoniert um herauszufinden ob es noch irgendwo in der autoerreichbaren Umgebung eine wirkliche Mitternachtsmesse zur Christnacht gäbe und dort auch hingefahren.
Im Anschluss fanden sich alle bei der Oma ein, wo man dann mitten in der Nacht bei Kaffee, Plätzchen, Stollen und Kuchen feierte, gefolgt von einem Besuch auf dem Friedhof wo man auch den Verstorbenen den Segen der Weihnacht vorbei brachte.
Es war anstrengend, aber auch schön.
Auf jeden  Fall war es so, dass dort wo noch die Messe um Mitternacht gefeiert wurde, das war in den späten 60ern fast nirgendwo mehr der Fall, aber dort wo es der Fall war, da war die Musik wunderschön.
Gut man müht sich da heutzutage wieder, was ich aber wirklich vermisse ist das Adeste fideles auf Latein, auch und wenn es im neuen Gotteslob sich findet, aber das war bestimmt nur dieser konservative Knochen von Benedikt, das kann man ja ignorieren, wie das pro multis im Hochgebet (Sarkasmus off) und deshalb sei es hierher gestellt






Im Beschreiben meiner Kindheitserinnerungen, betreffs Weihnachten, Liturgie und dem merkwürdigen Effekt, dass je mehr die Hochwürden., mitsamt der hauptamtlichen Laienspielschar sich  mühten, es den Leuten recht zu machen, um so mehr kamen die Leute nicht. - in meiner Heimatpfarrei war bis zum Konzil die Christmette, wie es sich gehört, um Mitternacht, und wackelte dann halbstundenweise vorgerückt, auf 21 Uhr, was eine, familienweihnachtsfeiermäßig gesehen, richtig dumme Uhrzeit ist, weil man damit unter massivem Zeitdruck steht,  Bescherung, Würdigung der Geschenke, gemütliches, gutes Abendessen nach strengem Zeitplan ablaufen zu lassen, weil die wenigsten ja neben der Kirche wohnen und da irgendwie auch hinkommen müssen. Man führte dann sogenannte Kinderchristmetten um, ich meine 16 Uhr, ein, die gibt es immer noch, ich muss ehrlich sagen, ich fand das als Kind blöd, weil, wie ich oben schrieb Weihnachten der Tag war, wo man wirklich mitten in der Nacht Kaffeetrinken und plaudern konnte und mitsamt den Eltern erst gegen 4 Uhr ins Bett kam, was irgendwie, zwar anstrengend, aber dennoch die Besonderheit dieses Tagen erfahrbar machte, an Weihnachten war alles anders!
Das alles ist aber schon Jahrzehnte her und man steht, als mit gutem Gedächtnis geschlagener Mensch, deshalb so fassungslos vor den Versuchen die  ollen Kamellen als der Weisheit letzter Schluss zu verkaufen.
Manchmal beschleicht mich daher der Verdacht, dass es da innerkirchlich eine Menge Leute gibt, denen es keineswegs darum geht die Leute wieder, oder überhaupt, zu Christus zu führen, sondern dass es denen darum geht, endlich, endlich die Kirchentür zuschließen zu können, damit allerdings ein Problem haben, weil sie ja nix gescheites gelernt haben und doch an ein sehr gutes monatliches Salär gewohnt sind. Der ideale Christ scheint der zu sein, der keinerlei Interesse an klassisch christlichen Aktivitäten wie das Lob Gottes, die Anbetung der Eucharistie, die Liturgie und die Sakramente hat, aber dennoch seine Kirchensteuer zahlt.
Dem mag aber sein wie es will, dennoch bleibt, rückblickend, die erstaunliche Tatsache, dass unsereins immer noch da ist!

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