Samstag, 11. Januar 2020

Über den innerkirchlichen Niedergang und die Kämpfe zwischen den Frommen

Wir erleben innerhalb der Kirche, seit Jahrzehnten, einen Prozess des stetigen Niedergangs.
Das lässt sich einfach nicht leugnen, auch und wenn genau das seit genausovielen Jahrzehnten geschieht.
Was hat der mit gutem Gedächtnis geschlagene Katholik seit den Zeiten des 2. Vatikanums schon alles gehört? Vom neuen Frühling, gar dem neuen Pfingsten über die Reduzierung der Schwellen, die den angeblich sehnsüchtig vor den hohen Hürden lagernden Volksmassen, den Eintritt in die Kirche ermöglichen sollen, bis hin zu den Aufbrüchen in den Umbrüchen. Letzteres gehört zu den, in meinen Augen, absoluten Highlights der innerkirchlichen Euphemismen, man kann es nicht mehr verleugnen, dass da ein Problem ist und feiert deshalb das Problem.
Zu dem Punkt mit den sehnsüchtig vor den Toren lagernden Volksmassen, ist zu sagen 1. íst und war es schon immer recht einfach katholisch zu werden, ein bisschen Weihwasser über den Kopf und gut ist. Schwieriger war und ist es katholisch zu sein und das wird es wohl auch sein, solange diese Welt, so wie sie ist, besteht 2. fragt sich der geneigte Leser nicht erst seit den von JPII, in "Ut unum sint",  ausgemachten nichtkatholischen Christen, die sehnsüchtig darauf warten katholisch werden zu dürfen, frei nach Loriot "Ei wo sin se denn?"


Aber auch dieses Problem ist so originell nun auch wieder nicht, weiß man doch eigentlich,  dass es im Menschen diese grundlegende Sehnsucht nach dem "Wahren, Schönen, Guten", sprich nach dem guten Gott gibt und gleichzeitig fragt man sich bei einem Blick in die Geschichtsbücher, die Zeitung und in den Spiegel, ob dem eigentlich wirklich so ist.
Gerade die Kirche der Beichtstühle sollte das aber ganz genau wissen, was die Römer in das Wort gefasst haben "Video meliora proboque, deteriora sequor" (ich sehe das Gute und heiße es gut, dem Schlechten aber folge ich).

Nun gibt es aber, inmitten des düsteren Szenarios, welches auch hier im Blog ausgiebig beklagt wird, und welches in Papst Franziskus sozusagen Papst geworden ist, immer wieder Versuche, aus diesem circulus vitiosus der verzweifelten Innerweltlichkeit und der Antizipation rein innerweltlicher Kriterien als Maßstab des Christlichen auszubrechen.
Diese Versuche gleichen einer Wegsuche in zertrampelten Gelände, wo jeder Wegweiser so verwittert ist,  dass er kaum mehr lesbar ist und werden von Leuten unternommen, die zwar "näher mein Gott zu dir" wollen, aber dennoch, wie alle anderen auch, nur auf den Pfaden dieser Welt gehen können.
Wir suchen, wenn wir ehrlich sind, den Gott, den wir nicht kennen wir suchen also etwas, konkret jemand, von dem wir nicht wirklich wissen, wie er aussieht, wie er ist. Das ist das grundlegende Problem der Frommen.

Aber und das ist das fast noch Beklagenswertere an der Situation haben diese Leute, die von mir immer als "die Frommen" tituliert werden nichts besseres zu tun, als den jeweils anderen Suchenden vorzuwerfen in der falschen Wagenspur zu suchen.
Das wäre für sich genommen noch nicht mal so dramatisch, wenn man es denn beim Vorwurf belassen würde und man sich eingestehen würde, "die suchen, wir suchen, wir haben noch nicht gefunden, die auch noch nicht" weil man dann vielleicht  auf die Idee kommen könnte, sich einmal ehrlich, offen und ohne den innerkatholischen Erfolgszwang  über die Suche auszutauschen, damit nicht jeder überall,vergeblich, und unter weiterer Zertrampelung suchen müsste.
Nein, anstatt das zu tun, pflegt man sich über diejenigen aufzuregen, die ebenfalls, wenn auch woanders, mit anderen Mitteln, in anderen Klamotten ebenfalls am Suchen sind, und pflegt diese anderen Suchenden als Ursache der zertrampelten Wege und der verwitterten bzw umgestürzten und von ihrem  ursprünglichen Ort entfernten Wegweiser auszumachen.
Es gibt, ich will und kann das nicht abstreiten, im lieben Gott seinem Tiergarten nun wirklich seltsame Exemplare, die ernsthaft mit Vorsicht zu genießen sind,  aber auch diese merkwürdigen Exemplare sind schlussendlich auch nur Suchende, die sich genau das nicht eingestehen können.
Man leidet nämlich, meines Erachtens, schon zu lange an der Idee, dass man als anständiger Katholik der zu sein habe, der alles und jedes weiß,. der alles und jedes im Griff hat und genau eins nicht haben darf . Fragen ohne Antworten, Probleme  die sich nicht lösen lassen, Sorgen die sich zum Dauerzustand entwickeln und das Gefühl und Wissen um die eigene Unzulänglichkeit, kurz das permanente Gefühl ein erlösungsbedürftiger Mensch zu sein, der das aus eigener Kraft genau nicht hinbekommt.
Und bei diesem Punkt treffen sich die eh schon spinnefeinden Gruppen der innerkirchlich Suchenden mit denjenigen, die man  als die innerkirchlich dem gesellschaftlichen  Mainstream Folgenden ausgemacht hat. Mir sei hier ein ganz persönliches Wort gestattet, ich halte den Papst Franziskus keineswegs für die Ursache des,  dem Frommen sichtbaren, innerkirchlichen Niedergangs, denke auch nicht, dass es da in Rom eine Gruppe ganz Böser gibt, die die anderen, die Guten, über den Tisch zieht, und reinlegt. Nein, ich denke in Franziskus ist der Grundirrtum  des Katholischen einfach Papst geworden, dass man nämlich meint, man wärs, man sei so toll, dass man dem lieben Gott durchaus zeigen könne was er bei seinem Erlösungswerk der Menschheit grundsätzlich  falsch gemacht hat und die Welt erlösen kann, ohne Gottes Sohn zu sein und ohne dieses peinliche Kreuz.
Zu den Grundlagen des Christlichen gehören nämlich zwei Sachen die die einen, die anderen und die dritten gar zu gerne ignorieren, nämlich
1. wir müssen die Welt und die Menschen nicht retten, das ist bereits geschehen, das hat Jesus der Christus gemacht, Wir müssen uns nur retten lassen
2 das folgt aber rein logisch aus dem ersten, die Welt und die Menschen sind so, dass sie die Erlösungstat eines, des Gottes nötig haben.
3, das hört sich alles ungemein einfach und fast popelig an, ist aber, und hier hilft ein Blick in die Zeitung, die Geschichtsbücher, aus dem Fenster und den Spiegel, eines der schwersten Dinge überhaupt.
Nun und das ist der eigentliche Zweck des Beitrags gibt es auch immer wieder Stimmen die es schaffen das "Fenster zur Transzendenz" zu öffnen und die Dinge gerade zu rücken.
Eine solche Stimme ist es, wenn ein Pater Recktenwald von der Petrusbruderschaft auf dem Blog eines ausgewiesenen Traditionalisten die Mehrkonferenz verteidigt, deshalb sei hier dieser Beitrag verlinkt Klicken

2 Kommentare:

  1. Sie gehen mit gutem Beispiel voran...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mir ist schon klar, dass Sie das zynisch meinen, aber bitte genauer lesen, was ich geschrieben habe.

      Löschen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.