Montag, 23. März 2020

wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht so glaubt ihr nicht

das stellt Christus im heutigen Evangelium fest.
Üblicherweise wird diese Stelle als ein Vorwurf Christi und damit verbunden die Aufforderung eben zu glauben ohne Zeichen und Wunder verstanden.
Gut das hat was für sich, und wird, auch von mir, häufig in Diskussionen verwendet, wenn ich versuche die innerkirchliche Lage zu verstehen, komme ich oft zu dem Schluss:
Es hat sich, seit den Zeiten Christi, nichts großartig verändert, die, die überhaupt eine Beziehung zum lieben Gott haben wollen, unterteilen sich in dogmatische, fromme Paragraphenreitende, und das  Heil in der strickten Einhaltung von Formalien sehende Pharisäer, dazu total verweltlichte, eigentlich überhaupt nicht an ein. wie auch immer geartetes Sein, nach dem Tode glaubende Sadduzäer und dazu das wundersüchtige Volk. Und das meine ich, dann in der Diskussion keineswegs nett.

Aber man kann diese Stelle auch so verstehen, dass es nun mal einfach so ist, wie es ist, der Mensch braucht zum Glauben eben Zeichen und Wunder und interessanterweise ist die Geschichte aller Religionen geradezu voll mit Wunderberichten.
Wer es mal mit evangelischen Freikirchlern, die sich alle auf Luthers drei Sola berufen, teilweise auch stark auf Zwingli, also auf die Idee, das der Glaube sich von allen Bildern und Zeichen befreit werden müsse, um richtig zu sein, wer es also mal mit diesen zu tun hat, der wird feststellen die sind noch wundersüchtiger und auf Zeichen versessener als die alte, fromme, katholische Tante, die in allem und jedem die persönliche Zuwendung der Mutter Gottes bzw in jedem  Magengrummeln einen satanischen Angriff sieht.
Nicht dass man mich hier falsch versteht ich stehe oft und oft bewundernd vor dem Glauben vieler Freikirchler die sich wirklich mühen um Gottvertrauen und dafür auch viele Nachteile, freudig, in Kauf zu nehmen bereit sind.

Es scheint also als brauche der Glaube wirklich Zeichen und Wunder, und wie ein Blick in andere Regionen und Konfessionen zeigt, als bringe der Glaube irgendwie auch die Zeichen und Wunder hervor.
Das würde auch dem häufigen Diktum Christi entsprechen, der häufig, nach erfolgter Heilung sagt. "Dein Glaube hat dir geholfen" allerdings und das wird nun schwierig scheint es so, dass es hierbei nicht primär um den richtigen Glauben ankommt, sondern um den Glauben überhaupt.

Es sprengt hier den Rahmen das weiter auszuführen, aber das Netz ist voll mit Berichten und das Reallife auch.
Was bedeutet das nun für uns?
Ich denke das ganze führt zu der ernüchternden Feststellung, dass das Zeichen und Wunder genau nicht der Beweis des Glaubens ist.
Ich kenne mehrere Geschichten wo Leute,  halt lalülala mit irgendwem nach Lourdes gefahren sind, dort Zeugen eines der wenigen Lourdeswunder wurden, und sich, im Gegensatz zu dem was nun das fromme Huhn, erwartet genau nicht bekehrt haben.
Mir scheint das auch, bei Licht betrachtet, eines der erstaunlichen Tatsachen der Wunder Christi zu sein, dass sie nicht zwingen, sondern irgendwie nebenbei erfolgen, die Kausalität nur für den sichtbar wird, der sie sehen will.
So ja auch im Evangelium von heute, der Junge wird zwar in dem Moment geheilt, wo Christus es dem Vater sagt, aber das kann ja auch reiner Zufall sein, wie soll denn das gehen, dieser Christus war ja noch nicht mal vor Ort., so kann man durchaus argumentieren.

Eine der frommen Tanten in meiner Familie hat das immer so gesagt im Grunde lebt der glaubende Mensch von dem  täglichen Brot, um welches er bitten soll (zu der Bedeutung von "täglich", die längst nicht so eindeutig, gewöhnlich täglich meint, wie man so meint siehe hier)
und die Zeichen und Wunder sind die Butter und die Wurst drauf.
Wie alle Bilder hat auch dieses Bild so seine Fehler, weil man im normalen Leben eben zwar mit nur Brot  über kurz oder lang Mangelerscheinungen hat, aber für das gläubige Leben reicht wirklich das Brot, dass der Vater uns gibt.

So sollten wir einfach nicht den Fehler machen den Glauben mit den Zeichen verwechseln, das (für den Glauben)  lebensnotwendig Brot mit dem Drumherum.
Aber gleichzeitig wissen, dass Gott weiß, dass wir das Drumherum auch brauchen und deshalb diese Fastenzeit, die wirklich sehr speziell ist, nicht schön reden, sondern begreifen, dass uns wirklich das genommen wird, was wir, wie Christus ja selber feststellt, brauchen um zu glauben.
Beten wir also.


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