Donnerstag, 9. April 2020

Messe vom letzten Abendmahl.

Normalerweise würden wir heute alle so gegen 20 Uhr in der Kirche sitzen, und die Messe vom letzten Abendmahl feiern, mit all den beeindruckenden Riten, wo irgendwann die Orgel schweigt, am Ende der Altar abgedeckt wird  und, zumindest bei uns vor Ort, dann bis 24 Uhr Anbetung ist.
Diese Anbetung soll versuchen das zu tun, was den Aposteln so schwer gefallen ist, "eine Stunde mit dem HERRN wachen" und mit ihm beten.
Gut das alles geht  dieses Jahr in dieser seltsamen Zeit nicht.
Ich weiß nicht was hinter den Kulissen der Pfarreien geschieht, ob und wer von den Pfarrersleuten  versucht hat, Möglichkeiten anzubieten das zu tun, was uns als konstitutiv für unseren Glauben jahrzehntelang eingebleut wurden, nämlich in Gemeinschaft zu beten.

Jemand hat mir neulich, als wir über diese Dinge diskutierten und ich sagte "nun ja, die Kirche hat ja auch in früheren Zeiten durch die Einsiedler, die wirkliche Einsiedler waren, überlebt" erklärt, dass die Kirche mindestens seit dem 13. Jahrhundert genau von dieser Art der Frömmigkeit überhaupt nichts hält und das Einsiedeln nur "in Gemeinschaft" zulässt.
Gut ich habe versucht das zu recherchieren, es ist mir nicht wirklich gelungen und ich bin auch der Ansicht, dass jeder in seiner Kammer beten kann wie er will, und damit Gottes Gnade auf die Welt herabrufen kann, so wie es Reinhold Schneider in seinem berühmten Sonett schreibt.
Fakt ist einfach, es geht dieses Jahr nicht.
Und ja es ist wohl so, dass es ja die Blogozöse gibt, aber jeder der dazu gehört weiß das ist dennoch mehr ein Hilfsbegriff, weil es eben so ist, wie es ist.

Deshalb hier noch mal mein Hinweis auf die Gründonnerstagsmessen vergangener Jahre mitsamt meiner Begründung warum man die genauso gut angucken kann, wie eine der zahlreichen livestreams die uns derzeit präsentiert werden.
Und wir können ja immer noch den Schutzengel bitten für uns vor den Tabernakel zu knien, wenn wir selber nicht gehen können.
Eigentlich halte ich von der Idee einer nicht verfassten Kirche, einer, sozusagen unsichtbaren Kirche, die keine Ämter und Liturgien braucht, recht wenig, aber irgendwie ist diese Idee eine die sich in diesen Tagen regelrecht aufdrängt.

2 Kommentare:

  1. Und genau heute meine ich immer besser zu verstehen, warum in solchen Situationen eigentlich ein echtes, funktionierendes kirchliches Leben nur im traditionellen Ritus möglich ist.
    Deren Priester sind verpflichtet, ihr normales, tägliches Gebetsleben genau nach dem gegebenen Kalender zu verrichten, ja zu feiern, ob jetzt da andere Mitbeter oder eine Gemeinschaft dabei sind oder nicht , die Hl. Messe benötigt da keine Zuhörerschaft (es entfällt allenfalls eine Predigt). Und die Gläubigen "draussen" fühlen sich da immer mitgemeint und mitgenommen, ob ihre Anwesenheit möglich ist oder nicht. Sie könnten in dieser Hinsicht auch heute Einsiedler sein, wenn auch vielleicht mitten in der Stadt.

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    1. Ja das sehe ich auch so, ich kann auch heutzutage Einsiedler sein, mitten in der Stadt und ich vermute mal, es gibt davon sogar einige.
      Es ging aber in der oben erwähnten Diskussion darum, dass die Kirche selber, die in ihrer Geschichte viele Eremiten, die wirklich ganz alleine lebten, kennt, und diese sogar teilweise als Heilige verehrt werden, das irgendwann nicht mehr offiziell zulies.

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