Sonntag, 19. April 2020

Schon wieder ein Bischof, der mich auf die Palme bringt

Domradio hat das Statement des neuen Bischofs von Augsburg veröffentlicht.
Wissen Sie was Herr Bischof? Bei Ihrem Gehalt von locker, flockig, soweit man hört, um die 12000€ brutto, (das macht  immerhin gut 6000€ netto, nur mal so) dazu gestelltes Palais und Dienstwagen mit Chauffeur, dabei zur Zeit wenig zu tun, was ich Ihnen alles gönne, sollten sie trotzdem nicht so über diejenigen herziehen die Ihnen das alles mit der abgedrückten Steuer finanzieren.
Sie können gerne mit all den von Ihnen ausgemachten Suchenden unterwegs sein, dazu aber auch bitte das Leben der Suchenden teilen,


Also raus aus dem Palais, auf das Geld verzichten, beim Jobcenter vorstellig werden und sich um einen Wohnberechtigungsschein bemühen und dann sich täglich im Bus zur Arbeit begeben und mit den "Suchenden in, soweit es die derzeitige Lage zulässt,  direkten Kontakt treten!"
Wie gesagt das, was Sie haben und was ich Ihnen gönne, ist ein gewaltiges Privileg und wenn Sie den Gläubigen schon das Privileg des sicheren, ererbten, von den Altvorderen im Gebet erflehten Glauben nicht gönnen, dann verzichten Sie doch zuerst mal auf Ihre eigenen Privilegien, die allerdings, bei Licht betrachtet, auch Ergebnis des Glaubens vergangener und gegenwärtiger "IchAG Gläubigen" sind.
Ich kann überhaupt nicht schreiben, wie sehr ich solcherlei Reden als das empfinde was Kirchenkritiker aller Jahrhunderte der Amtskirche vorgeworfen haben, es ist abgehobenes Gerede, allerdings unterstelle ich den so Redenden nicht böse Absicht, Verachtung der Schäfelein, oder gar Bösartigkeit, wie die Kirchenkritiker aller Jahrhunderte es taten, sondern ich denke, noch immer, unsere Oberhirten realisieren nicht wie gut sie es haben, sie scheinen wirklich zu denken, es ginge allen Leuten so gut wie ihnen, bzw es ging ihnen doch gar nicht gut, und man sei ja doch bescheiden, weil man schließlich keinen Privatjet habe und auch auf goldene Wasserhähne verzichte,  und dazu denkt man wohl, die meisten Leute würden es mit der Sorge um ihre Existenz einfach übertreiben, weil "Guckt doch mich an, ich mach mir auch keine Sorgen!". das ist allerdings ein Phänomen, welches keineswegs auf katholische Bischöfe beschränkt ist, auch das sei geschrieben. Allerdings ist es bei katholischen Bischöfen die den Anspruch haben mit den normalen Leuten und hier besonders denen die nicht so ganz mithalten können mit dem mainstream, auf Augenhöhe zu sein,  besonders ärgerlich, um  es mal vornehm auszudrücken.
Gut das Phänomen ist nicht neu, und in der Diskussion darum wie dem denn Abhilfe zu schaffen sei, kommt immer wieder folgende Seltsamkeit aufs Tapet: man klerikalisiert die Laien, unterstützt Forderungen nach denen die eh schon geplagten Laien auch noch den Job der Kleriker übernehmen sollen, kommt aber nicht auf Idee, solange die Frau Laiin mitsamt dem angetrauten Gatten in den berühmten drei Metern um den Altar herumspringt und dem Priester die Arbeit abnimmt, dann aber priesterlicherseits in die Wohnung von Herrn und Frau Laie zu eilen um dort ein Mittagsmahl zu kochen und danach noch die Spülmaschine einzuräumen, und die Kinder zu beaufsichtigen!

Also würde ich doch empfehlen, man macht einfach das wofür einem die göttliche Vorsehung auf so einen lukrativen und lockeren Posten gesetzt hat, sich um die kümmern die nun mal die kircheneigenen Schäfelein sind, also die Inneneinrichtung pflegen und das Geheimnis von Kreuz und Auferstehung zelebrieren.
Ich kann schon verstehen, dass man das nicht will, aber wenn man das nicht will, dann muss man auch als Bischof so ehrlich zu sich selber sein und sich eben was anderes suchen.
Wer mit den Suchenden suchen will, der muss, logischerweise, halt auch selber ein Suchender werden!

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