Samstag, 30. Mai 2020

Überlege dir gut um was du betest, es könnte dir gewährt werden

das sagen oft und oft alte Leute und als Mensch der doch allen andern von der Macht des Gebetes künden will, steht man da oft etwas seltsam berührt davor.
Aber, ziehen wir mal einen weiten Bogen, seit Jahren wird in den Fürbitten die arme Kirche der Armen herbeigebetet, und der derzeitige Papst ist davon ja der Vertreter überhaupt.
Auch die deutschen Bischöfe,. was schon irgendwie witzig ist, wenn man es bei Licht betrachtet.
Nicht dass mich einer verkehrt versteht, aber deutsche Bischöfe werden nun mal besoldet wie Staatsekretäre (wieviel das ist, da sträubt sich die Tastatur das hinzutippen)  und Pfarrer erhalten, sagt google, soviel wie ein Regierungsrat i.e. ca 4000€ brutto und davon müssen sie gerade mal Krankenversicherung zahlten, der Rest entfällt bei Pfarrers und Miete müssen sie auch nicht bezahlen, da ihnen ja die Wohnung, meist sogar ein ganzes Haus gestellt wird.
Nicht dass ich das denen nicht gönnen würde, aber unter diesem Hintergrund erinnern mich die beständigen Fürbitten an Kirkegards berühmte Feststellung

 "In dem prachtvollen Dom erscheint der hochwohlgeborene, hochwürdige Geheime General-Ober-Hof-Prediger, der erwählte Liebling der vornehmen Welt, er tritt vor einen auserwählten Kreis von Auserwählten und predigt gerührt über den von ihm selbst ausgewählten Text: ‚Gott hat das in der Welt Geringe und Verachtete auserwählt‘ – und niemand lacht.“

 gut das wissen wir alle, oder wollen es auch nicht so genau wissen, Fakt ist aber dass all das von der Kirchensteuer, bzw dem Staat bezahlt wird, weil der Staat die Kirche für so systemrelevant hält, dass er sich an napolonische Gesetze hier immer noch gebunden fühlt, anstatt diese eben halt zu ändern.

Nun hat schon der Vorgänger des jetzigen Freiburger Bischofs kurz nach seinem Amtsantritt einige merkwürdige Aktionen gestartet, u. a hat er alle Pfarrgemeinderäte und alle Gruppierungen mit seltsamen in schönstem Soziologendeutsch verfassten Leitliniendiskussionen beschäftigt und das Motto "Aufbruch im Umbruch" eingeführt.
Auf jeden Fall schrieb er irgendwann einmal im Konradsblatt, meine ich, dass er all das nur veranstalte, weil er sich sicher sei, dass die Gläubigenzahlen immer weniger werden würden und damit auch die Kirchensteuereinnahmen und damit auch die gesellschaftliche Relevanz und er bemühe sich nun genau, auch in seiner Eigenschaft als Vorflitzender der DBK, dass die Kirche einfach dennoch im Gespräch bleibe und als "wichtig" wahrgenommen würde.

Nun ja, könnte man angesichts der zurückliegenden Coronazeit mit all ihren Einschränkungen und  der schrittweisen Lockerung für Systemrelevantes feststellen, also der Staat betrachtet die Kirche als so unwichtig, dass er hier ganz zuletzt die Daumenschrauben wieder gelockert hat.
Das heißt so ganz richtig ist das eigentlich nicht, Gottesdienste sind schon länger wieder erlaubt, nur die Kirchen haben sich ungeheuer viel Zeit gelassen das auch einfach wieder zu tun.
Dass eigentlich Gottesdienste in manchen Bundesländern wie NRW überhaupt nicht verboten waren, sondern die Kirchen nur so taten als wären sie es, gehört zu den Fakten die einem nur noch sprachlos machen.

In unserem Gemeindeblättchen steht lang und breit was über Infektionsschutz und wie wichtig das sei, und dann folgt der Satz, dass man "auch dem Wunsch als Gemeinde zusammenzukommen und zu feiern, habe Rechnung tragen wollen" für mich hat das einen ganz merkwürdigen Beigeschmack, nämlich den, dass es unsere örtlichen kirchlichen Großkopferten eigentlich unverständlich finden, dass man Messe feiern will und halt diesem komplett danebenen Wunsch halt entsprechen täten.

Nun gut, vor gut einem Monat konnten wir uns  folgende Meldung der Videokonferenzsitzung des ständigen Rates der DBK zu  Gemüte führen klicken  oder nicht. Auf jeden Fall hört sich das alles noch nach dem üblichen Geschwafel an, von wegen, wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst, sind aber doch davon überzeugt dass schon alles gut wird, danken auch allen und jedem, und ja da ja alle so klasse sind, wird das alles schon werden...
aber es findet sich auch der folgende Satz darin

Der Ständige Rat hat sich auch mit der Frage des zu erwartenden Rückgangs der Kirchensteuer befasst. Dieser wird – das zeigt die wirtschaftliche Situation in der Pandemie – kommen. Seriöse Zahlen lassen sich heute noch nicht nennen, aber es wird ein schmerzlicher Prozess werden.

 Nicht finden tut man allerdings besorgte Worte betreffs des Seelenheils der Gläubigen die nicht gemeinsam Ostern feiern konnten, nicht finden tut sich die Besorgnis darüber dass das kirchliche Leben, was seinen Kernvollzug angeht, daniederliegt, nein das findet der ständige Rat sogar gut, dass es so ist.
Nun das ist Schnee von gestern,
Mittlerweile droht der kirchliche Winter sich so richtig warm zu laufen, wenn man diese Meldung hier sich zu Gemüte führt.
Es ist wohl so, dass die aktuellen Kirchenaustrittszahlen so horrend sind, dass man darüber nichts genaues findet, aber ich meine eine Kirche die aus lauter Angst vor einer Bedrohung dauerhaft in Deckung geht, und die sich überhaupt nicht bemüht Lösungen zu finden ihr Kerngeschäft aufrecht zu erhalten, wie soll man der noch glauben, wenn sie einen Gott verkündet der in aller Not die Menschen treffen kann, bei ihnen ist?
Was mich persönlich ärgert ist, dass die DBK in ihrer oben schon verlinkten   Erklärung den Krankenhausseelsorgern dankt, sorry mal vera..... kann ich mich selber!
Meine ehemalige Nachbarin ist kurz vor Ostern im Altersheim gestorben, die war wirklich fromm, der Mann war jahrzehntelang für die Caritas ehrenamtlich tätig, beide waren immer da, wenn es was zu arbeiten oder zu spenden gab, und nachdem der Mann dann gestorben war, hielt die alte Dame sich erst recht an ihrem Glauben fest. Gestorben ist sie aber im katholischen Altersheim mutterseelenallein, kein Priester durfte ihr die Sterbesakramente spenden und keiner, nicht einmal die Kinder, geschweige denn eine pastorale Mitarbeiterin durften kommen und ihr vorbeten!
Mir fällt dazu ernsthaft nichts mehr ein!

Auf jeden Fall ist es so, dass den Kirchen nun nicht mehr nur die Leute davon laufen, sondern auch das Geld knapp zu werden droht, einfach weil durch den Lockdown ja viele Selbstständige kein Einkommen hatten und deshalb auch davon keine Kirchensteuer abgeführt wurden und auch von  Kurzarbeitsgeld  keine Kirchensteuer abgeführt wird. Hier

In dem verlinkten Beitrag hört sich der Herr Finanzdirektor des Bistums Münster  noch ganz großspurig an, frei nach dem Motto "Wir haben es ja" sagt er da: dass die Kirche Menschen in wirtschaftlicher Not helfen wolle. Das geschehe durch seelsorgliche und beratende Angebote, "aber auch mit finanziellen Entlastungen. 
Gut ich spar mir das jetzt darauf herumzureiten, dass sich das so anhört als sei der Verzicht auf die Kirchensteuer bei Kurzarbeitsgeld oder der Verdienstausfallentschädigung  eine freiwillige Leistung der netten Kirche, auch und wenn es sich so anhört.

Auf jeden Fall, scheinen so langsam alle von ihrem hohen Ross herunterzukommen, und das Bistum Würzburg geht von Steuerausfällen in zweistelliger Millionenhöhe aus, wie man hier nachlesen kann und hat deshalb zunächst mal eine Haushaltssperre verhängt!
Es steht zu erwarten dass es anderswo ähnlich aussieht, und ja da ist sie nun ein bisschen näher gekommen, die arme Kirche der Armen.
Und anstatt sich zu freuen, dass der liebe Gott nun das gewährt was man seit Jahren als Ideal verkündet, schimmert durch die Meldungen doch schon die Panik durch.
Und so wären wir wieder bei der Überschrift, man sollte sich wirklich gut überlegen um was man den lieben Gott bittet, er könnte es einem nämlich gewähren!

P.S deshalb bin ich ein großer Fan der altbewährten, erprobten Gebete!

1 Kommentar:

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