Sonntag, 14. Juni 2020

Frau Professsor Marianne Schlosser über die Fragen, die der kirchliche Umgang mit Corona aufgeworfen hat, also darüber wie relevant die Sakramente für uns sind

Dieser hier verlinkte, zugegeben sehr lange Beitrag von Frau Professor Marianne Schlosser "Sakramente in Zeiten von Corona"  von CNA, sei jedem zum Lesen und darüber Nachdenken  ans Herz gelegt.
Sie beschäftigt sich damit, dass  durch die Coronakrise lange sozusagen unter der Decke gehaltene und von allen Seiten ignorierte, aber nichts destotrotz drängende Fragen dadurch sozusagen aufgebrochen sind.
Die Frage die auf dem Grund aller drängenden, innerkatholischen Fragen liegt, ist die alte Gretchenfrage, allerdings abgewandelt ins katholische: "Ja sag wie hältst du es mit deiner eigenen Religion, ihren grundlegenden Grundaxiomen und die sind, im Falle des Katholischen eben die Sakramente und ganz grundlegend die Eucharistie!"
 Und auch das muss geschrieben werden, genauso wie der Doktor Faust fällt auch vielen solcherart angesprochenen Ober- und Unterhirten schon viel zu lange nichts besseres ein als rumzuschwurbeln, und,. genauso wie dem Doktor Faust nur die Feststellung sie würden es doch gut mit dem Fragenden meinen.....Besonders originell ist das alles wirklich nicht, sagt Gretchen doch, nachdem der Doktor Faust sich ins Zeug geworfen hat und rumgeschwallt hat* stellt Gretchen erstens fest, dass die Pfarrersleut auch nicht anders reden täten um dann aber das Urteil zu fällen dass dem Doktor Faust der Glaube fehlt. Weiterführende Gedanken seien dem Leser überlassen!



Aber zurück zum Text: Er enthält viele, gute und tiefe Gedanken auch den dass es durchaus manchmal Nächstenliebe sein kann, seinen Nächsten in Ruhe zu lassen, und nicht nur in Zeiten wo dies staatlich verordnet und bei Nichteinhalten mit Bußgeld belegt wird,
Und er greift auch das auf, was ich mit schon immer bei den Diskussionen um die Änderung des Vater Unser gedacht habe,. dass das Problem das tägliche Brot ist, und nicht die Versuchung:
nachdem die Autorin sehr ausführlich auf das katholische  Verständnis  der Eucharistie eingeht schreibt sie, betreffs der Frage ob die geistliche Kommunion nicht genauso gut sei wie die normale Kommunion;

In der Frage, ob die geistliche Kommunion nicht das Eigentliche sei, so dass die sakramentale Kommunion weniger wichtig sei, ist das Konzil von Trient sehr klar: Der Herr gab sein Leben als Lösegeld für uns, und er gab uns sein Fleisch zu essen: "ad manducandum". Daher sollen die Gläubigen so leben und so im Glauben gegründet sein, "dass sie dieses überwesentliche Brot häufig empfangen können" (panem supersubstantialem frequenter suscipere possint: sessio XIII De eucharistia cap. 8). Das ungewöhnlich klingende Adjektiv "überwesentlich" ist die wörtliche Übersetzung des griechischen Adjektivs epi-ousion, womit im neutestamentlichen Text des Vaterunser das "tägliche"(!) oder unbedingt notwendige Brot derer bezeichnet wird, die Gott in Christus ihren "Vater" nennen dürfen. Im darauf folgenden Canon 8 verwirft das Konzil die Behauptung, es genüge generell "das geistliche Essen": anathema sit!

nachdem die Autorin sehr interessant über die verschiedenen Zugänge zur Eucharistie geschrieben hat, sagt sie was ungemein wahres, dass man nämlich als frommer Mensch immer in der Gefahr ist, auf der einen oder  der anderen Seite vom Pferd zu fallen, und formuliert das so:

Aber die äußere Form ist nicht identisch mit der inneren Haltung. Ausdruck dieser Nicht-Identität ist die prophetische Kult-Kritik, die aus dem Alten Testament bekannt ist, und die Jesus aufgreift. "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch sein Herz ist weit weg von mir." Stets bestehen zwei Gefahren, Scylla und Charybdis des religiösen Lebens: Veräußerlichung (Rubrizismus zum Beispiel.) oder schlechte Spiritualisierung (als sei die äußere Form belanglos).


Meines Erachtens ist das Grundproblem des Umgangs mit Christus der, dass er einfach alles ist, dass er der Fernste und der Nächste, Der Herr und unser Bruder der für uns ans Kreuz gegangen ist, ist, dass er das Alpha und das Omega,l der Erste und der Letzte ist und eben jeder seinen eigenen Weg zu Gott hat und deshalb eben bei dem einen das im Vordergrund steht womit der andere nun überhaupt nichts anfangen kann.
Auch hierfür findet sich im Text ein wunderschöner Abschnitt, nämlich der hier:

Die heilige Gertrud d. Gr., die bekanntlich mit vertrauensvoller Sehnsucht nach der sakramentalen Begegnung häufiger kommunizierte, erzählt, dass sie sich einmal innerlich aufregte über die ihr übertrieben erscheinende Scheu einer Mitschwester beim Kommuniongang. Da sei ihr Christus erschienen und habe sie "liebevoll belehrt", dass er beides verdiene, sowohl demütige Ehrfurcht wie liebevolles Vertrauen; und weil diese beiden Empfindungen in gleichem Maß in ein und derselben Person selten vorkommen, so sollten sich die Kommunizierenden als "Glieder eines Leibes" mit ihren jeweiligen Vorzügen ergänzen.


So nun hoffe ich die Leserschaft neugierig gemacht zu haben auf den Text, den es lohnt zu lesen und  zu durchdenken um so vielleicht ernsthaft dahin zu kommen, wovon schon viel zu lange geredet wird, aus der Krise gestärkt hervorzugehen.

Hier also der Link klicken 
und ein Hinweis der lange Text besteht aus zwei Teilen, der Link zum zweiten Teil befindet sich am Ende des ersten Teils



*
Margarete So glaubst du nicht?

Faust Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht! Wer darf ihn nennen? Und wer bekennen: Ich glaub’ ihn. Wer empfinden, Und sich unterwinden Zu sagen: ich glaub’ ihn nicht? Der Allumfasser, Der Allerhalter, Faßt und erhält er nicht Dich, mich, sich selbst? Wölbt sich der Himmel nicht da droben? Liegt die Erde nicht hier unten fest? Und steigen freundlich blickend Ewige Sterne nicht herauf? Schau’ ich nicht Aug’ in Auge dir, Und drängt nicht alles Nach Haupt und Herzen dir, Und webt in ewigem Geheimnis Unsichtbar sichtbar neben dir? Erfüll davon dein Herz, so groß es ist, Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist, Nenn es dann, wie du willst, Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott! Ich habe keinen Namen Dafür! Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch, Umnebelnd Himmelsglut.

Margarete Das ist alles recht schön und gut; Ungefähr sagt das der Pfarrer auch, Nur mit ein bißchen andern Worten.

Faust Es sagen’s allerorten

Alle Herzen unter dem himmlischen Tage, Jedes in seiner Sprache; Warum nicht ich in der meinen?

Margarete Wenn man’s so hört, möcht’s leidlich scheinen, Steht aber doch immer schief darum; Denn du hast kein Christentum 

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