Mittwoch, 19. August 2020

DIe heutige Lesung ist hochaktuell

 Schon gestern waren die Lesungstexte sehr, sehr zutreffend, auch und wenn sie nicht nett waren.
Heute wird sozusagen noch eins draufgesattelt. Die Lesung aus dem Buch Ezechiel stammt aus dem 34. Kapitel und lautet folgendermaßen.

1 Hierauf erging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen:
2 »Menschensohn, richte deine Weissagungen gegen die Hirten Israels und sage zu ihnen: ›Zu den Hirten spricht Gott der HERR also: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst geweidet haben! Ist’s nicht die Herde, welche die Hirten weiden sollen?
3 Die Milch habt ihr genossen, mit der Wolle euch bekleidet und die fetten Tiere geschlachtet, aber meine Herde nicht geweidet.
4 Die schwachen Tiere habt ihr nicht gestärkt und die kranken nicht geheilt, die verwundeten nicht verbunden, die versprengten nicht zurückgeholt und die verirrten nicht aufgesucht, sondern mit Gewalt und Härte über sie geschaltet.

5 So haben denn (meine Schafe) sich zerstreut, weil sie keinen Hirten hatten, und sind in ihrer Zerstreuung eine Beute aller wilden Tiere geworden.
6 Auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel sind meine Schafe umhergeirrt, und über das ganze Land hin haben meine Schafe sich zerstreut, ohne daß sich jemand um sie gekümmert oder auf sie geachtet hätte.
7 Darum, ihr Hirten, vernehmt das Wort des HERRN!
8 So wahr ich lebe!‹ – so lautet der Ausspruch Gottes des HERRN –: ›weil meine Schafe geraubt und meine Schafe von allen wilden Tieren des Feldes gefressen worden sind, ohne daß ein Hirt da war, und weil meine Hirten sich nicht um meine Schafe gekümmert, sondern nur sich selbst, aber nicht meine Schafe geweidet haben:
9 darum, ihr Hirten, vernehmt das Wort des HERRN!
10 So spricht Gott der HERR: Nunmehr will ich an die Hirten (= gegen die Hirten vorgehen) und will meine Schafe von ihnen zurückfordern und ihrem Hirtenamt ein Ende machen, damit die Hirten nicht mehr sich selbst weiden! Nein, ich will meine Schafe ihnen aus dem Rachen reißen, daß sie von ihnen nicht mehr gefressen werden!‹«

Interessant auch die Wendung am Ende wo festgestellt wird, dass der HERR die Schafe aus dem Rachen der Hirten reißen wird und ER es sein wird, der uns von unseren unfähigen Hirten retten wird.
Beten wir also!

Und vergessen wir bei allem eines nicht, dieser Text ist uralt und schon als Christus kam, hat er diese Hirtenmetaphorik aufgegriffen und die Leute haben verstanden, was er damit gemeint hat, litten doch auch sie unter den schlechten Hirten.
Und wenn man mal die Patina von den Heiligengeschichten wegwischt, so muss man feststellen, es war noch nie besser. Die meisten Heiligen hatten nichts als Ärger mit den unfähigen Hirten, die es den Heiligen verwehren wollten, sich adäquat um die Schafe zu kümmern.
Und auch das Wort Christi "Verzweifle nicht du kleine Herde" galt schon in formal frömmeren Zeiten, also beten wir!

1 Kommentar:

  1. Das Leben ist kurz - ich lese lieber zum zweihundertsten Mal das 34. Kapitel des Ezechiel. LEON BLOY

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