Donnerstag, 31. Dezember 2020

Lesung von heute, sehr treffend über die Vergänglichkeit der Welt und den Bestand Gottes

 Es ist manchmal ernsthaft faszinierend, wie allen Weichspülbemühungen zu Trotz, es manche Bibelstellen doch geschafft haben in die Messtexte zu kommen.

So haben wir heute die Lesung aus dem 1. Johannesbrief.

Das mit dem Apostel Johannes ist schon so eine merkwürdige Sache, Wir sind es gewohnt uns unter dem Johannes so einen Softi vorzustellen, wozu auch die übliche Darstellung als sanfter, junger Mann im Kreis der doch alt und knorrig dargestellten anderen Apostel ihren Anteil hat. Am bekanntesten ist hier das Abendmahlsbild von Leonardo Da Vinci, aber auch auf anderen Bildern erkennt man den Johannes sofort, weil er immer so sanft und lieb guckt.

Interessanterweise heißt es in der Schrift aber von ihm, dass Christus ihm und seinem Bruder Jakobus den Beinamen "Boanerges" (Donnersöhne) MK 3,17 und das Bibellexikon meint, das wäre daher gekommen, weil sie keineswegs sanftmütig waren, sondern meinte, auf  ein Dorf dass sie nicht aufnehmen wollte, sollte doch Feuer vom Himmel fallen und es verbrennen. Christus wies sie deshalb zurecht.

Ich denke es kommt hier eines der schwerwiegendsten Missverständnisse des Christentums an die Oberfläche, dass man nämlich meint wer  sanftmütig, geduldig und demütig daher komme, der sei auch schwach. Ich denke das Gegenteil ist der Fall! Wirklich so wie Christus sanftmütig, demütig und geduldig sein, das kann nur der, der wirklich stark ist und Christus kann das nur sein, weil er Gott ist.

Weil Gott der wahrhaft Starke, der Herr aller Herren, der Schöpfer aller Ding ist, deshalb kann er siegen indem er verliert. Es kann sich, das ist logisch, nur der klein machen, der groß ist. Nur rumgedreht geht es nicht, wer klein ist, kann sich zwar aufblasen, aber er wird dadurch nicht groß!

Nun aber zurück zu dem Lesungstext aus dem 1. Johannesbrief, dort unterschiedet der Apostel sehr streng und sehr genau zwischen Gott und der Welt und stellt folgendes fest:

liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht.
Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.
Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.

Auch hier wieder das oben angerissene Schema. Die Welt ist nicht Gott, sie hat keine Dauer, sie vergeht mitsamt ihrer Begierde.

Ich denke, das ist ein aktuell sehr hilfreicher Text! Mag sein dass alles was so in der Welt und von der Welt ist,.sich bedrohlich aufgeblasen hat, die Lage des Glaubens, die "Sache Gottes" wie es mal hieß, auf dem absteigenden Ast ist und man mit der Herde mitlaufen möchte, weil man im Versuch in sich selber zu ruhen um in Gott ruhen zu können, permanent scheitert und da auch keinen Sinn mehr drin sieht, 

Aber all das was so groß und wichtig daher kommt, das hat es auch nötig, wie der Volksmund so treffend sagt. Nun denn Gott hat es aber nicht nötig und deshalb hat er Geduld mit uns und da sind wir wieder bei dem einen Satz aus der ersten Predigt von Papst Benedikt XVI der da lautet:

 Wir leiden unter der Geduld Gottes. Und doch brauchen wir sie alle. Der Gott, der Lamm wurde, sagt es uns: Die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet.

 

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