Samstag, 28. Mai 2022

Beim Vatican-Prozess: die Sonderrolle des Staatssekretariates

A. Gagliarducci hat bei CNA einen Artikel über den Vaticanischen Prozess um die Finanzen des Staatssekretariates veröffentlicht.
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"DER VATICANISCHE FINANZPROZESS WIRFT EIN LICHT AUF DAS STAATSSEKRETARIAT"

Mit den 10 Angeklagten wäre der vaticanische Finanzprozess vielleicht besser in drei verschiedenen Prozessen zu handhaben. Dennoch gibt es einen gemeinsamen Faden: die Rolle des Staatssekretariates, des mächtigsten Dikasteriums im Vatican. 

Die drei letzten Verhandlungen fanden in der vergangenen Woche statt. Am 18. und 19. Mai hat Kardinal Angelo Becciu Fragen des vaticanischen Staatsanwaltes, der Nebenkläger und anderer Anwälte beantwortet. 

Während der langen Befragung, bei der es nicht an Augenblicken von Spannung fehlte, unterstrich Becciu an einem Punkt, daß er "stark bezweifle, daß der [vaticanische] Generalrevisor von den Konten des Staatssekretariates wußte." 

Es lohnt sich, daran zu erinnern, daß die Ursprünge des Verfahrens in einem Bericht des Generalrevisors liegen, der für die Buchprüfungen der Abteilungen des Vaticans verantwortlich ist. 

Becciu argumentierte, daß der Revisor die Situation nicht im Detail kennen konnte, weil "das Staatssekretariat vom finanziellen Standpunkt vollkommen unabhängig war".

"Um seine Autonomie verletzten zu können, mußte man ein spezielles Mandat des Papstes haben" sagte Becciu, "aber das ist nie vorgekommen. In dcr Tat wurde uns 2016 ein Reskript von Kardinal Parolin übergeben, das diese Autonomie bestätigt."

R.I.P. Kardinal Sodano

Paolo Rodari berichtet für "La Repubblica", daß gestern, am 27. Mai in Rom der emeritierte Staatssekretär Kardinal Angelo Sodano verstorben ist. 
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"DER EMERITIERTE STAATSSEKRETÄR KARDINAL ANGELO SODANO IST GESTORBEN" 

Er wurde 94, war Staatssekretär zweier Päpste, wurde1991 von Johannes Paul II ernannt, am 15. September 2006 akzeptierte Benedikt XVI seinen Amtsverzicht, 

Im Alter von 94 Jahren ist in Rom Kardinal Angelo Sodano, Staatssekretär und emeritierter Dekan des Kardinalskollegiums gestorben, 
In den letzten Tagen hatte sich der Gesundheitszustand des alten Kardinals, der am 23. November 1927 in Isola d`Asti geboren wurde, der an Covid 19  erkrankt war, verschlechtert. Die Infektion war zu anderen Krankheiten, an denen der berühmte Purpurträger, der sich in der Römischen Columbus-Klinik befand, seit längerem litt, hinzugekommen.

Staatssekretär zweier Päpste, ernannt1991 von Johannes Paul II, seinen Amtsverzicht hatte Benedikt XVI am 15. September 2006 angenommen. Am 21. Dezember 2019 hatte Franziskus seinen Verzicht auf das Amt des Dekans des Kardinalskollegiums akzeptiert. 

Sodano hat während großer Teile des Pontifikates von Johannes Paul II die Geschicke der vaticanischen Diplomatie geleitet, Er war es, der mit Staatsoberhäuptern verhandelte, um in vielen Konflikten den Frieden zu fördern. Vor der Berufung zum Staatssekretär war er Nuntius in vielen Ländern. 1977 waar er Nuntius in Chile. Das Land stand damals unter der Diktatur von Augusto Pinochet. 
1978 gelang es Sodano Johannes Paul II dorthin zu bringen. Die Reise blieb aus mehreren Gründen historisch, u.a. auch wegen der gegen den chilenischen Diktator angewandten Strategie, dem es gelang, sich auf dem Balkon gegen dessen Willen an der Seite des Pontifex´ fotografieren zu lassen. 
Nach Chile kehrte er als Staatssekretär nach Rom zurück. Er hat Wojtyla bei 54 internationalen Reisen begleitet. Er ist auch nach der Wahl von Benedikt XVI für ein weiteres Jahr im Amt geblieben und für diverse Jahre Dekan des Kardinalskollegiums, eine Aufgabe, die kaum mehr als eine Ehre aber sehr prestigeträchtig ist. 

Freitag, 27. Mai 2022

Musik am Abend

 Giuseppe Torelli  Trompetenkonzert in D-Dur

              

und heute vor 10 Jahren...

am 27. Mai 2012 -die Pfingst-Predigt von Papst Benedikt XVI 

und hier geht´s zum deutschen Predigt-Text:  klicken 

ZITAT: 
..."Heute vormittag möchte ich einen wesentlichen Aspekt des Pfingstgeheimnisses näher betrachten, der auch in unseren Tagen von großer Wichtigkeit ist. Pfingsten ist das Fest der Vereinigung, des Verstehens und des Miteinander der Menschen. Wir alle können feststellen, daß in unserer Welt das Verstehen und die Gemeinschaft der Menschen untereinander oft oberflächlich und schwierig sind, obwohl wir durch die Entwicklung der Kommunikationsmittel einander immer näher kommen und die geographischen Entfernungen zu schwinden scheinen. Es bleiben Ungleichgewichte, die nicht selten zu Konflikten führen; der Dialog zwischen den Generationen wird mühsam und zuweilen überwiegen die Gegensätze; wir erleben im Alltag, wie die Menschen immer aggressiver und streitsüchtiger werden; einander zu verstehen scheint zu anspruchsvoll zu sein, und man zieht es vor, sich im eigenen Ich, in den eigenen Interessen zu verschließen. Können wir in dieser Situation jene Einheit, die wir so sehr brauchen, wirklich finden und leben?"  (...)

Quelle: Papst Benedikt XVI, LEV, La Santa Sede


Fundstück

Kardinal W. Brandmüller hat für kath.net einen Kommentar über die schon traditionellen Sonderwege der deutschen katholischen Theologie und Kirche verfaßt. 
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Unter dem Titel: 

"OHNE JUDA, OHNE ROM BAUEN WIR GERMANIENS DOM" 

beginnt der Beitrag so- ZITAT

"Ohne Juda, ohne Rom bauen wir Germaniens Dom dieser Slogan von Hitlers frühem Ideengeber Georg von Schönerer (1842-1921) gibt einem deutschen Ressentiment Ausdruck, das letztendlich  in der Schlacht im Teutoburger Wald seinen Ursprung hat. Die Niederlage Roms in der Hermannsschlacht des Jahres 9 p. Chr. ist wenigstens seit zweihundert Jahren fester Bestandteil teutscher Erinnerungskultur. 
Was Wunder, dass von da auch ein eigenartiges Licht auf das Verhältnis deutscher Katholiken zu Rom fällt von den Gravamina Nationis Germanicae gegen Rom des frühen 16. Jahrhunderts bis heute. 
Gehen wir dem nach, so finden wir Spuren davon an der Wende zum 19. Jahrhundert. Manch einer gibt die Schuld am Untergang der Reichskirche eben jenem Rom, das keinen Finger gerührt habe, um die alten Fürstbistümer und Reichsabteien aus dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches zu retten eine Dolchstoßlegende avant le mot." (...)

Quelle: Kard. W. Brandmüller, kathnet

Tweet zum Tage

Papst em. Benedikt XVI hat mit einer kurzen Botschaft die Konferenz "Christen in der Pluralistischen Demokratie" in Budapesr gegrüßt. "Seine Heiligkeit sagte, er sei glücklich, daß dieses Thema diskutiert wird und er sei sich der delikaten Situation des Landes bewußt, das zum früheren Ostblock gehörte."

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute noch einmal über alte englische Sitten und Gebräuche bei den Bitt-Tagen und Bitt-Prozessionen vor  Himmelfahrt. 
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"BITTPROZESSIONEN UND DAS LETZTE EVANGELIUM"

Die Leser erinnern sich vielleicht, daß bei den Bitt-Prozessionen an Kreuzen Stationen gemacht wurde. Mein eigener Verdacht ist, daß die Steinkreuze, die an den zu den Kirche führenden Wegen stehen, besonders ganz am Ende der Penwith-Halbinsel, dem lieblichsten Teil ...von Cornwall, jene Kreuze sind, an denen diese Stationen gemacht wurden. Und (sogar bevor das Trinken anfing) Passagen aus dem Hl. Evangelium gelesen wurden. 

Weil da Norden, Süden, Osten und Westen, die vier Punkte des Kompass sind, und es vier kanonische Evangelien sind, wurden die Lesungen entsprechend angeordnet. Das Verkündigungs-Evangelium (Lukas 1:26-38), das Epiphanias-Evangelium (Matthäus 2:1-12) ...das Himmelfahrts-Evangelium (Markus 16:14-20) ...und das Weihnachtstag-Evangelium (Johannes 1:1-14)

Das Gerücht sagt, daß die Leute im Usus Deterior das Himmelfahrts-Evangelium der Hl. Markus nur alle 3 Jahre hören dürfen...das mag ich kaum kommentieren...und daß die modernen landesprachlichen Bibeln starke Hinweise darauf enthalten, daß es nicht "authentisch" ist,,, das mag ich kaum kommentieren....(aber ich denke, daß W. Farmer dazu seine eigene Ansicht hatte). Als Ergänzung zu den Prozessionen der Bitt-Tage werden ihre dämonischen und thaumaturgischen Hinweise (Verse 17-18) sicherlich eine beträchtliche Resonanz gehabt haben. Eine Schande, daß die meisten modernen Anbeter vor all dem geschützt werden.

Scharfe Augen haben sicher erkannt, daß jede dieser vier Lesungen der Evangelien eher inkarnatorisch als soteriologisch sind. Es wäre falsch, diese Tatsache zu sehr zu betonen: schließlich ist die Hingabe an die fünf Wunden, die in den Bannern der Gemeinden und Zünfte sicher stark betont wurden, radikal soteriologisch. Aber die Hervorhebungen tragen ihre eigenen Botschaftencin sich. Die Praxis der Rogationen war im Wesentlichen inkarnatorisch, insofern sie göttliches Handeln und Wohlwollen mit der geschaffenen und materiellen Welt in Verbindung brachte. Mittelalterliche Christen hätten im Gegensatz zu ihren modernen Nachfolgern keine selbstbewussten Predigten benötigt, die sie belehrten, daß das Evangelium nicht auf das beschränkt ist, was innerhalb der Kirchengebäude vor sich geht.

Es gibt Handlungen, die ihre eigene innewohnende Bedeutung haben. Die "aufklärerische" Vorstellung, daß nur das verbal Verstandene einen Stellenwert hat, muss widerlegt werden. Ich bin mir sicher, daß der größte "Novus-Usus“-Anbeter nicht jede Faser seiner Intelligenz grimmig und starr auf jede volkssprachliche Formel konzentriert, die er in der Kirche hört oder äußert. Die Dinge werden verinnerlicht und zu einem Teil einer heiligen Routine gemacht. Das Erhebet die Herzen ist voller Bedeutung ... aber man muss nicht Craddock Ratcliff sein oder schnell  jede Menge Theologumena durchdacht haben, wenn man auf diese Einladung antwortet. Die Liturgie soll nicht wie ein Kindergarten sein, der das Einmaldrei auswendig lernt.

Der Prolog des Johannes war jahrhundertelang Favorit bei den Christen. Er konnte als eine Art Letzte Ölung oder Taufe gelesen werden; er war ein Segen für das Wetter, die Ernte und die Felder. Als Jungmann kurz nach dem Krieg schrieb, erinnerte er daran. daß er in Salzburg und Kärnten "immer" noch als täglicher Wettersegen gebraucht wurde. Es gab Orte, an denen die Lesung dieses Evangeliums mit der Segnung des nach der Messe verteilten "gesegneten  Brotes"  assoziiert wurde. 

Und wir sind so glücklich, daß wir diese heiligende Lektion in fast jeder Messe im Usus Authenticus haben! 

Objektiv - unabhängig von jeder Aufklärung- haben die Worte dieser erhabenen Lesung ihre eigene Logik und Bedeutung: subjektiv stellen sie das Individuum und seine Gemeinschaft in die diachronen und synchronen Einheiten, die unserer Existenz in dieser Welt Struktur geben."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Heute vor 116 Jahren

am  27. Mai 1907sprach Papst Pius X die Karmeliterinnen von Compiègne selig, die am 17. Juli 1794 -vom Revolutions-Tribunal wegen "Fanatismus und Aufruhr" verurteilt- unter der Guillotine starben,  Bis heute wurden sie noch nicht kanonisiert. Märtyrerinnen der Französischen Revolution. 

Donnerstag, 26. Mai 2022

Christliche Kunst

 Das schöne Fest Himmelfahrt

China und der Hl. Stuhl, Jimmy Lai, Kardinal Zen und das Schweigen des Vaticans

George Weigel kommentiert und kritisiert in einem Beitrag für FirstThings die Reaktionen des Vaticans auf die Verfolgung, Inhaftierung und Verurteilung des emeritierten Bischofs von Hong Kong, Kardinal Zen. 
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                                 "DER KARDINAL UND JIMMY"

Tertullian, der erste große Christliche Theologe, der in Latein schrieb, soll die Maxime Semen est sanguis Christianorum geprägt haben, die typischerweise (und ziemlich frei) als "das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche" übersetzt wird. Märtyrer -so denken wir gewöhnlich- sind die, die wegen des Hasses auf den Glauben ihr Blut vergießen": die von der vaticanischen Heiligsprechungs-Kongregation benutzte Definition. Aber eine alte christliche Tradition - wahrscheinlich so alt wie Tertullian- betrachtet jene, die als Christen schwere Verfolgung erleiden, als Märtyrer oder präziser "Märtyrer-Bekenner". 

Nach diesem Standart sind im Mai 2022 die beiden prominentesten Märtyrer-Bekenner der Kirche der emeritierte Bischof von Hong Kong, Kardinal Joseph Zen, S.D.B. und der Hong Konger Journalist, Unternehmer und Freiheitskämpfer Jimmy Lai. 

Jimmy ist sein Monaten im Gefängnis; Kardinal Zen könnte dahin unterwegs sein, obwohl der 90-jährige Kirchenmann entlassen wurde, nachdem er am 11. Mai unter dem drakonischen neuen nationalen Sicherheitsgesetz Hong Kongs verhaftet worden war. Es spricht Bände über die bösen Männer in Peking, die China zum häßlichen Gesicht des zeigenössischen Totalitarismus gemacht haben, daß sie so große Angst vor dem Kardinal und Jimmy haben. Und warum fürchten sich Chinas scheinbar allmächtige Männer? Weil Joseph Zen und Jimma Lai glauben, daß wir für die Freiheit gemacht sind und besonders die Freiheit, Gott zu kennen, zu lieben und zu verehren. Nachdem sie ihr Leben wegen dieser Überzeugung auf´s Spiel setzten, haben sich Kardinal Zen und Jimmy Lai geweigert sich vor kommunistischen Drohungen zu verbeugen- und beide haben Verfolgung, Schikanierung und Haft erlitten, weil Hong Kong von Führungspersonen wie Carrie Lam und John Lee erstickt wurde, die die Frechheit besitzen, sich selbst "Katholiken" zu nennen. 

Der hassenswerte Thomas Cromwell war wenigstens so anständig, klarzumachen. daß er zu einer anderen Mannschaft gehörte als Thomas Morus. 

Ich schulde Kardinal Zen große Dankbarkeit dafür, daß er sich nach Kräften bemüht hat, die beiden Bände meiner Biographie von Johannes Paul II., "Zeuge der Hoffnung" und "Das Ende und der Anfang", ins Chinesische zu übersetzen und in Hongkong zu veröffentlichen – ein langwieriger, schwieriger Prozess im Jahr 2020, kurz bevor die Pekinger Schurkokratie und ihre lokalen Apparatschiks begannen, das unabhängige Verlagswesen in dieser pulsierenden Stadt zu schließen. Papst Johannes Paul hatte mich gedrängt, eine chinesische Übersetzung von "Witness to Hope" anfertigen zu lassen; Ich glaube, er stellte sich vor, das Buch in der Volkssprache Chinas nach China zu bringen, sei eine Möglichkeit für ihn, in ein Land zu reisen, das er zu besuchen gehofft hatte, aber wusste, daß er es wohl nie tun würde. Kardinal Zen ehrte mich und das Projekt, indem er selbst die Übersetzungen von "The End and the Beginning" anfertigte. Der Kardinal war besonders entschlossen, daß seine chinesischen Landsleute die ganze Geschichte des kommunistischen Angriffs auf Johannes Paul verstehen sollten, die ich in diesem Band aus Quellen der Geheimpolizei des Warschauer Pakts dokumentiert habe. Er wusste, daß es eine warnende Geschichte für chinesische Katholiken war; damit hatte er sicherlich Recht.

Fundstück

"Die Tagespost" befaßt sich mit der Aussage des amtierenden Pontifex´, sich wegen seiner nicht zu verbergenden Knieprobleme, die ihn mittlerweile in den Rollstuhl gezwungen haben, " nicht operieren lassen, sondern eher zurücktreten zu wollen". 
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Unter dem Titel

                      "GIBT ES BALD DREI PÄPSTE?"

beginnt das Fundstück so- ZITAT:

"Daß Papst Franziskus bei den meisten öffentlichen Auftritten und den üblichen Audienzen nun im Rollstuhl sitzt, ist inzwischen schon ein gewohntes Bild. Franziskus spricht von Beschwerden im Knie, die er mit "Infiltrationen“ und einer völligen Ruhestellung des Beins in den Griff bekommen wolle. Aber eine Besserung stellt sich nicht ein.

Als der Papst am vergangenen Dienstag mit den italienischen Bischöfen zusammenkam, als diese in Rom zu ihrer Vollversammlung zusammenkamen, soll Franziskus Journalisten zufolge auch über seine Behinderung gesprochen haben. Er wolle sich, so schrieb etwa Sandro Magister auf seinem Blog bei "L’Espresso“, auf keinen Fall operieren lassen, wenn die Vollnarkose dieselben Folgen habe wie jene bei der Darmoperation im Juli 2021. "Bevor ich mich operieren lasse, trete ich eher zurück“, soll der Papst gesagt haben – wegen "der Probleme im Kopf“, die eine Vollnarkose verursachen."  (...)

Quelle: Die Tagespost

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über eine alte englische Himmelfahrts-Hymne und ein Wortspiel.
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              "WORTSPIEL AM HIMMELFAHRTSTAG"

Dom Anselmo Lentini, der Vorsitzende der Gruppe, die in den 1960-ern mit der Revision der Brevier-Hymne beauftragt war, war überzeugt, daß das "Wortspiel" ["nimius lusus verborum" wie er es nannte] in Texten für den modernen Gebrauch fehl am Platze war. Deshalb mochte er auch zwei wunderbare Zeilen in einem Himmelfahrts-Messe-Hymnus aus dem 5. Jahrhundert nicht.

culpat caro, purgat Caro
regnat Deus Dei Caro

Zuerst schaffte er sie ab; dann ließ er sie wieder zu, aber bereinigte sie. 

[wörtlich: Fleisch sündigt, Fleisch reinigt, Gott herrscht, das Fleisch Gottes. Der Anglikaner Fr. John Mason Neale hat es auf feine Weise in einen englischen Vers gekleidet: das Fleisch hat das gereinigt, was das Fleisch befleckt hat/ und Gott, das Fleisch Gottes, hat geherrscht.]

Unverändert scheinen mir das zwei der sublimsten Zeilen lateinischer Poesie  der letzten zweieinhalb Jahrtausende zu sein, ob heilig oder profan,

Besucher der Kathedrale von Cefalu in Sizilien werden die selbe Art Wortspiel sehen, das in den Dienst der selben erschütternden Wahrheit gepreßt wurde. In dieser von König Roger II gebauten normannischen Kirche, die mit einem rein hellenischen Mosaik des Pantokrators von 1141 geschmückt ist, geht ein "elegisches lateinisches Couplet rund um den Bogen der Apsis, das sich so liest: 

Factus Homo Factor hominis factique Redemptor iudico Corporeus corpora corda Deus.
[Zum Menschen gemacht, urteile ich, der Schöpfer des Menschen und Erlöser dessen, was ich gemacht habe, als inkarnierter Gott, über Leiber und Herzen.]
 
Lentini war ein gelehrter, fähiger und zivilisierter Mann. Das besagt meiner Meinung nach, daß sogar der Allerbeste derer, die in jener schrecklichen Dekade und durch die Mode ihrer Zeit so blind sein konnten,. Tatsächlich ein Beweis dafür, daß die Liturgie sich immer nur natürlich entwickeln sollte und ohne unabweisbare Ideologien."

Quelle: litrugicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Papst Franziskus hat Kardinal Zuppi zum Vorsitzenden der CEI gewählt.

Nico Spuntoni berichtet für La Nuova Bussola Quaotidiana die Erkennung des Erzbischofs von Bologna, Kardinal Matteo Zuppi, zum Vorsitzenden der italienischen Bischofskonferenz, was insofern auch außerhalb Italiens interessiert, weil Msgr. Zuppi als papabile gilt.
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"AN DER SPITZE DER CEI - ZUPPI, DER KARDINAL DER GEFÄLLT"

Wie vorhergesagt, hat Papst Franziskus den Erzbischof von Bologna zum Nachfolger von Kardinal Bassetti fü die Spitze der italienischen Bischofskonferenz ernannt. Und sofort wird er sich mit heiklen Dossiers befassen müssen, wie der Forderung nach Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs.

Zuppi ist es geworden. Am Ende hat Papst Franziskus den Erzbischof von Bologna zum neuen Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz ausgewählt. Das wurde den Bischöfen, die sich in der Generalversammlung im Hilton Rome Airport in Fiumicino versammelt hatten, vom scheidenden Präsidenten, dem achtzigjährigen Kardinal Gualtiero Bassetti, mitgeteilt.

Matteo Zuppi, 66, gehörte zu dem von den Bischöfen ernannten Trio, das dem Papst zur endgültigen Entscheidung vorgelegt wurde. Die beiden anderen waren Kardinal Paolo Lojudice, der Erzbischof von Siena-Colle di Val d'Elsa, und Monsignore Nino Raspanti, Bischof von Acireale. Tatsächlich war es Franziskus selbst, der das Feld der Wahl mit seinen Worten in dem Interview mit Corriere della Sera am 3. Mai einschränkte, als er Direktor Luciano Fontana anvertraute, daß er "einen Kardinal" bevorzuge. Ein paar Tage später gab es die Ernennung von Monsignore Stefano Russo in die suburbikarische Diözese Velletri-Segni, die bestätigte, was in dem Interview erwartet wurde: Es wird der neue Präsident sein, der seinen Sekretär wählt.

Die überparteilichen Reaktionen der italienischen Politik auf die Nachricht vom neuen Oberhaupt der italienischen Bischöfe geben eine Vorstellung von Zuppis Fähigkeit, von allen Seiten geschätzt zu werden. Seine Arbeit als Weihbischof von Zentral-Rom und dann als Erzbischof von Bologna hat einen breiteren Konsens gefunden, und seine Person gefällt auch denen, die ihn über die Grenzen der Diözesen hinaus, gut kennen.

                          ALLEN EIN GESEGNETES HOCHFEST                                                        CHRISTI HMMELFAHRT 

Mittwoch, 25. Mai 2022

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute noch einmal über ländliche, mittelalterliche Gebräuche rund um die Bitt-Tage und Bitt-Prozessionen vor Himmelfahrt.
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                                 "MARX UND SPARX"

...oder als was sie heute gern gekannt werden wollen, Emmandess-(M & S) ein in grauer Vorzeit von den Herren Marks und Spencer gegründetes englisches Warenhaus. Wenn Sie die Oxforder Filiale in der Queen-Street besuchen, könnten Sie - ich weiß nicht mehr ob bei den Damenmoden oder Lebensmitteln...einen großen Stein finden, schamvoll hinter Glas verborgen. Das ist einer der Grenzsteine einer der Oxforder Pfarrgemeinden...könnte das vielleicht die Gemeinde der jetzt abgerissenen City Corporation Church at Carfax (Sancti Martini in Quadrifurcu) gewesen sein? 

Die Bittprozessionen haben an einigen Orten die Versuche der "Reformer" sie abzuschaffen, überlebt. Ein wichtiges Überlebenselement war ihre Rolle in der Bewahrung der Gemeindegrenzen; an jedem Stein machte die Prozession  Halt und ein Junge (Jungen?) wurde verprügelt. Und ein Junge (Jungen) wurde auf den Kopf gestellt und sein Kopf gegen den Stein geschlagen (das waren die prä-feministischen Tage). Es scheint, daß man dachte, wenn der Bursche (die Burschen?) diese Erziehungsmaßnahmen überlebte, er die genaue Lage der Grenzen eher nicht vergessen würde.

Die mittelalterlichen Lateinischen Christlichen Bittprozessionen, die ich beschrieben habe, erfüllten wichtige historische Zwecke, die Gemeinde von "heute" zu einer fokussierten Identität mit der des Vorjahres zu bringen. Zu den mitgeführten Bannern werden auch die Schutzheiligen der Gilden gehört haben: Händler-Gilde..."Die Frauen-Gilde"; die Mädchen; die Jungen Männer...die unzähligen Vereinigungen- zur Unterscheidung und zur Kombination- in einer Katholischen Gesellschaft. Jede Gilde hatte ihre eigenen Warte, die den Groß-Warten der Pfarrgemeinde unterstanden (nach der "Reformation", bei der alle Gilden zerstört wurden, brauchten die Warte nur als "die Warte" oder die "Kirchenwarte" angesprochen zu werden). Und jede Gilde hatte ihren eigenen Schutzheiligen. 

In der Bittprozession wurde die "Truhe" mit den Pfarr-Reliquien mitgeführt und die Heiligen-Litanei gesungen. Auf diese Weise wurde die zeitliche communio mit den himmlischen Patronen ausgedrückt. Und so blieben die Heiligen als lebendige Teilnehmer an den Feiern der Gemeinde im Gedächtnis. 

Im Wesentlichen waren diese Bitt-Feiern das, was wir heute als "sakramental" definieren. Die dienten dazu, Himmel und Erde zusammen zu  bringen. Das Universale vereint mit dem Örtlichen; vereint die unterschiedlichen Klassen in der Gemeinde, geheiligt Land und Stadt. 

Christliche Kunst

 "Die Vision der Throne"   Giotto Di Bondone,  1299

Fundstück

Wie CNA berichtet hat sich der vaticanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin für den Offenen Brief der polnischen Bischöfe an die DBK dankbar gezeigt. 
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Unter dem Titel: 

"POLENS BISCHOFSVORSITZENDER. PAROLIN "DANKBAR" FÜR OFFENEN BRIEF ZUM "SYNODALEN WEG"

 beginnt der Artikel so - ZITAT

"Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin ist offenbar dankbar für den Offenen Brief der polnischen Bischöfe zum deutschen "Synodalen Weg".
Das hat Erzbischof Stanisław Gądecki in einem Interview mit der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI gesagt, das am 23. Mai veröffentlicht wurde.

Der 72-jährige Erzbischof wurde zu seinem Treffen mit Erzbischof Paul Gallagher, dem Sekretär des Vatikans für die Beziehungen zu den Staaten, in der ukrainischen Hauptstadt Kiew befragt, berichtete die "Catholic News Agency", die englischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch. 
Gądecki erklärte gegenüber KAI, dass er seinen  Brief, in dem er seine "brüderliche Sorge" über die Richtung des deutschen "Synodalen Weges" zum Ausdruck brachte, mit Erzbischof Gallagher besprochen hat."  (...)

Quelle: CNA

Hl. Gregor

                                 

                           HEILIGER GREGOR BITTE FÜR UNS 

Zum heutigen Festtag des Hl. Gregors veröffentlicht La Nuova Bussola Quotidiana seine Lebensgeschichte. 
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            HEILIGER DES TAGES - DER HEILIGE GREGOR

Sein Name ist mit der "Gregorianischen Reform" verbunden, der umfangreichen Reformarbeit, die bereits von seinen Vorgängern begonnen wurde und deren größter Vertreter er war. Er exkommunizierte Heinrich IV., der dann in der Ära des "Investiturkampfes" den berühmten Bußgang nach von Canossa vollbrachte, und verteidigte das Recht des Heiligen Stuhls zur Ernennung von Bischöfen.

In dieser für das Christentum sehr unruhigen Zeit des elften Jahrhunderts bildete sich die außergewöhnliche Persönlichkeit des heiligen Gregor VII (ca. 1015-1085) heraus, mit dessen Namen die "Gregorianische Reform" verbunden ist. Die wurde so genannt, weil Gregor der größte Vertreter und Unterstützer des umfangreichen Reformwerks war, das bereits von seinen Vorgängern begonnen wurde und einer Kirche, die durch die weit verbreitete Unmoral des Klerus und die kaiserliche Einmischung erniedrigt wurde, neues Leben einhauchte.

Ildebrando di Soana, gebürtiger Toskaner, studierte als junger Mann in Rom und dann in der Abtei von Cluny, mit einer Ausbildungszeit in Deutschland dazwischen. Zu diesem Zeitpunkt konnte Hildebrand die Ordensleute treffen, die sich am aktivsten für die Reform der Kirche einsetzten, wie Brunone von Toul. Brunone wurde 1049 Papst mit dem Namen Leo IX. (1002-1054) und arbeitete daran, den kirchlichen Zölibat zu verteidigen und die Simonie zu bekämpfen.

Der heilige Leo IX. sandte Ildebrando als päpstlichen Legaten nach Frankreich, wo er sich mit dem Fall Berengar von Tours befasste, der einen Skandal ausgelöst hatte, indem er die Realpräsenz Jesu in der Eucharistie in Frage stellte. Hildebrands Autorität im Leben der Kirche wuchs allmählich. Er arbeitete auch mit den Nachfolgern von Leo IX. zusammen, zu einem historischen Zeitpunkt, an dem das (962 verkündete) "Privileg von Otto" in Kraft war, das die Zustimmung des Kaisers für die Wahl des Papstes erforderte. Er wurde in der christustreuen Kirche so geschätzt, daß die Reformkardinäle Papst Stephan IX am Sterbebett schworen, bis zur Rückkehr Hildebrands nach Rom keinen Papst zu wählen: Sie beschlossen dann, sich ihm in der Toskana anzuschließen und gemeinsam Nikolaus II. (†1061) zu wählen. Er war es, der mit der Bulle In nomine Domini (1059) der Macht der Einmischung des Kaisers in die Papstwahl ein Ende setzte und das ausschließliche Vorrecht der Kardinäle bei der Wahl des Papstes festlegte.

Hildebrand bestieg 1073 den päpstlichen Thron und setzte die Reform der Kirche energisch fort. Er handelte gegen die Simonie, kirchliche Konkubinate und andere Unmoral, die sich im Klerus verbreitet hatte. Aus der reichen Korrespondenz, die uns überliefert ist (438 Briefe), geht sein ganzes Charisma hervor. So schrieb er an den heiligen Hugo von Cluny: "Wenn ich dann mit den Augen des Geistes nach Westen, Süden oder Norden schaue, so finde ich kaum Bischöfe durch Erwählung und Lebensführung legitim, die sich aus der Liebe Christi und nicht aus weltlichem Ehrgeiz leiten lassen". 1075 schrieb er das als Dictatus Papae bekannte Dokument, eine Liste von 27 Thesen, in denen er feststellte, daß nur der Papst von Rechts wegen als "universal" bezeichnet werden kann, weil die Kirche direkt von Gott gegründet wurde; und nur der Papst kann die Bischöfe absetzen und umsetzen und dasselbe mit dem Kaiser tun. Gregor VII. bekräftigte kurz, daß die geistliche Macht des Papstes der zeitlichen Macht eines jeden Herrschers überlegen ist, weil jeder Nachfolger Petri auf Erden als Stellvertreter Christi wirkt.

Was vom nächsten Konklave erwartet wird...

S. Magister veröffentlicht bei Settimo Cielo die Antwort, die ihm Francesco Arzillo  auf seinen Artikel vom 12. Mai ("Fratelli Tutti adieu! Vor dem Konklave sollten die Kardinäle noch einmal "Dominus Iesus" lesen") geschickt hat. In beiden Fällen geht es um das kommende Konklave.
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"DAS KONKLAVE LIEGT IN DER LUFT. EINE BEGRÜNDETE KRITIK AN DER ZEITSCHRIFT DER KARDINÄLE" 

Ich habe diese Antwort auf den Post vom 12. Mai von Settimo Cielo erhalten und veröffentliche sie. Der Autor des Briefes, Francesco Arzillo ist Richter in Rom und geschätzter Autor von philosophischen und theologischen Essays. 

(In der Zwischenzeit soll Papst Franziskus bei Gesprächen hinter verschlossenen Türen mit den italienischen Bischöfen am Nachmittag des 23. Mai, als er über seine Gesundheit sprach, gesagt haben, daß er beabsichtige, sich keinesfalls einer Operation unter Vollnarkose, die ihn wie nach der Dickdarm-OP vor ein paar Monaten so ins Grübeln gebracht hatte, zu unterziehen- und daß er jetzt behauptet: "Ich lasse mich nicht operieren, ich trete zurück").

"Lieber Magister",

Die Initiative der Zeitschrift "Cardinalis", die das Bewusstsein der Exponenten des Kardinalskollegiums für die aktuellen Bedürfnisse der Kirche im Hinblick auf das nächste Konklave fördern soll, scheint von einer einzigartigen Form des "pragmatischen Widerspruchs" betroffen zu sein.

Tatsächlich handelt es sich um eine Analyse, die auf  eine Weise präsentiert wird, die selbst demselben Säkularisierungsprozess zuzuschreiben ist, dem entgegengewirkt werden soll.

Wir wenden praktisch dieselben Mechanismen wie die moderne Politik auf die Wahl des Papstes an, in dem Sinne, daß wir bei den Kritikern des gegenwärtigen Pontifikats die Erwartung einer Wende auf der Grundlage einer anderen programmatischen Plattform wecken, ähnlich wie es bei politischen Wahlen ist,  in denen ein Mehrheits- und Regierungswechsel ins Auge gefasst und realisiert wird.

Dienstag, 24. Mai 2022

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute noch einmal über alte, englische Bräuche der Bitt-tage und bei den Bitt-Prozessionen vor Himmelfahrt 

                  "DIE  BÖSEN GEISTER WEGTRINKEN"

Früher in dieser Woche habe ich gezeigt, wie das Angelsächsische Konzil von Cloveshoe von 747 versuchte, die Bitt-Tage von "vanitatibus" und "maioribus epulis" zu reinigen. Aber wenn man Duffy liest [hier geplündert] wundert man sich, ob das englische Landvolk jemals...ähm...Kanon 16  verinnerlicht hat! 

Einige Zitate: "und dann hatten sie einige Biere oder andere Getränke" In der Bittwoche verließen sie die Stadtgrenze, Montag auf einem Weg, Dienstag auf einem anderen, Mittwoch wieder auf einem anderen, beteten um Regen oder gutes Wetter, wie es gerade erforderlich war; tranken und aßen dort am Montag, der ein Fastentag war, Dienstag war ein Fisch-Tag und sie hatten ein Frühstück mit Butter und Käse usw. im Pfarrhaus und Getränke bei Mr. Clopton "tranken auf den immerwährenden Himmelfahrtsabend." [funds] to fynde a drinkenge upon Ascention Even everlastinge ...". "[They had] good chere after".

Die Bitt-Prozessionen sollten die bösen Geister, die Streit und Krankheit hervorriefen, aus der Gemeinde treiben. Sie sollten gutes Wetter, Segen und Fruchtbarkeit für die Felder bringen. Aber- wie die alten Lustrationen- verfestigten auch die Grenzen (wenn die Prozession einer Gemeinde zufällig auf ihre Nachbarn traf, konnte es Faustkämpfe geben: nicht zuletzt weil jeder den anderen  verdächtigen konnte, seine Geister über die eigene Grenze zu treiben). Wieder- wie bei den alten Lustrationen- formalisierten und bestätigten sie die Unterscheidung zwischen  gereinigten Raum innerhalb und dem profanen Raum außerhalb der Grenzen. 

Um die Grenzen der Gemeinde sowohl zu heiligen als auch zu markieren wurden die Truhe mit den Reliquien und die Banner der Gemeinde getragen. Die Heiligen-Litanei wurde gesunge, die Glocken geläutet, um die  Geister in die Flucht zu jagen, "that flye above in the eyer as thyke as motes in the sonne". Das Kreuz wurde getragen, "damit der Teufel, wo auch immer er das Zeichen des Kreuzes sieht, flieht, ...und er nicht schlägt und nicht verletzen kann". An mit Kreuzen markierten Stationen wurde aus den Evangelien gelesen: William Glyndale machte sich darüber lustig" sie lesen in der Bittwoche im Feld aus den Evangelien, für ein besseres Wachstum."

Eine letzte Frage- hervorgerufen durch das bewunderungswürdige Ceremonies of the Sarum-Missale des bewundernswerten R.J. Urquhart (T und T Clark: ein  fast unschätzbares Buch). Zu den herumgetragenen Bannern gehörten auch der Drache und der Löwe.

Genau!

Aber war das draconis vexillum nur ein Banner? Die Holzschnitte (im Prozessionale) lassen an etwas anderes denken, etwas Dreidimensionaleres. In einigen Orten wurde er aus Leder gemacht und war aufblasbar oder mit Häcksel gefüllt."

Klingt sehr vergnügt, oder? Zuerst fragte ich mich instinktiv, ob der Drache und der Freund Leo eine unheilabwehrende Funktion hatten. Duffy berichtet uns dagegen, daß der Drache einen langen Stoffschwanz hatte, wenn er am Montag und Dienstag vor der Prozession hergetragen wurde, aber daß der Schwanz ihm am dritten Tag abgeschnitten wurde" als Symbol für den Sieg über den Teufel."

Hmmm."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke


Christliche Kunst

 "Das Lamm am Fuß des Kreuzes, flankiert von zwei Engeln"  1180 

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute anläßlich des heutigen Gerichtstermins von Kardinal Joseph Zen  über das Zeugnis Christlicher Märtyrer und schließt sich der Bitte Kardinal Bos um Gebet für die Christen Hong Kongs und den Kardinal an. 
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                               "FIDEI CHRISTIANAE CONFESSOR"

Möge unsere Selige Jungfrau, die große Gottesmutter, die allerheiligste Maria, Hilfe der Christen, unsere Liebe Frau von Shanghai für uns alle bitten. 

Kardinal Bo hat heute seine Bitte um Gebet für die Christen in Hong Kong und jetzt besondes für Kardinal Joseph Zen  wiederholt. 

Im Christlichen Griechisch bedeutet martys, "Zeuge", jemanden der Christus bis zum Tod bezeugt. Der Lateinische confessor scheint ursprünglich die selbe Bedeutung gehabt zu haben; der Sinn verschob sich dann auf einen Christen, der bereit war für sein Zeugnis zu sterben, aber nicht dazu berufen wurde, das zu tun."

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Fundstück zum Prozess gegen Kardinal Zen

CNA berichtet über den heutigen Gerichtstermin. 
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Unter dem Titel:

"CHINAKRITISCHE KARDINAL ZEN WEIST VORWÜRFE BEI GERICHTSTERMIN ZURÜCK"

beginnt der Artikel so: ZITAT

"Kardinal Joseph Zen, der 90-jährige ehemalige Bischof von Hongkong, hat bei einem Gerichtstermin am Dienstag – dem Weltgebetstag für die Kirche in China – die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Der Prozess soll nun am 19. September seinen offiziellen Anfang nehmen.

Zen war am 11. Mai zusammen mit mindestens vier weiteren Personen aufgrund seiner Rolle als Treuhänder des 612 Humanitarian Relief Fund verhaftet worden, der pro-demokratische Demonstranten in der Sonderverwaltungsregion Hongkong bei der Bezahlung ihrer Anwaltskosten unterstützt. Noch am selben  wurde er gegen Kaution freigelassen."  (...) 

Quelle: CNA 

Erzbischof Salvatore Cordileone hat seine Pflicht als Hirte erfüllt

Luisella Scrosati kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana die Weigerung des Erzbischofs von San Francisco, Salvatore Cordileone, Nancy Pelosi, der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses,die Kommunion zu spenden.
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"ERZBISCHOF CORDILEONE STRAFT PELOSI, EINE LEKTION IN KATHOLIZITÄT" 

Herausgefordert durch die Führerin der Demokraten und ihre Unterstützung der Abtreibung und das Recht auf die Kommunion hat der Erzbischof von San Franciscus das getan, was jeder Bischof in einer ähnlichen Situation tun sollte: er hat Pelosi verboten, die Eucharistie zu empfangen. Augenscheinlich wird Cordileone für diese Entscheidung sowohl von Politikern als auch in der Kirche stark kritisiert werden, aber sein erklärender Brief läßt vom Standpunkt des Hirten auch keine Ausnahme zu. 

Eine Entscheidung von großem Mut und wahrer pastoraler Nächstenliebe. Der am 20. Mai veröffentlichte, vom Erzbischof von San Francisso an die Sprecherin des Hauses Nancy Pelosi adressierte Brief wird als politischer Akt, als Einmischung der Kirche interpretiert werden, in einer aktuellen delikaten Situation, in der die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zum "Recht auf Abtreibung" als Ausdruck eines gnadenlosen Urteils gewartet wird. In Wahrheit ist das in jeder Hinsicht eine fällige Handlung; ein Adjektiv, das die Entscheidung von Msgr. Cordileone überhaupt nicht verkleinern sondern den Verdienst des Hirten betonen soll, der das tut, was er zur Wahrung der Heiligkeit der Sakramente, dem Schutz der ihm anvertrauten Menschen und der Maßregelung der Sünder tun muß. 

Das ist keine Rückkehr ins Mittelalter- gemäß der negativen Bedeutung, die diesem Ausdruck gegeben wird- sondern die Anwendung einer präzisen Regelung des aktuellen Kanonischen Rechts, trotz der Tatsache, daß die Mehrheit der Hirten -zum großen Schaden der Gläubigen- so tut, als gäbe es diese Regel nicht

Pelosis Pro-Choice-Positionen sind wohlbekannt. Wieder und wieder (siehe hier) hat sie sich selbst als Katholikin zur Schau gestellt, als fünffache Mutter, nach ihren eigenen Worten, fromm und praktizierend, die die "Wahlfreiheit" der Frauen- und niemandes anderen- unterstützt, eine Schwangerschaft zu beenden oder fortzusetzen. Kürzlich wurde die Führerin der us-amerikanischen Demokraten Initiatorin einer Forderung an den Kongress, die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Roe vs. Wade von 1973 als Gesetz zu kodifizieren. Cordileone hat- wie er in seinem Brief an sie schreibt- seit dieser neuen Initiative Pelosis mehrfach versucht, sie persönlich zu treffen, aber ihrerseits ohne jegliches Anzeichen einer Bereitschaft. 

Montag, 23. Mai 2022

Fr. Hunwicke spricht....

bei liturgicalnotes heute über die Himmelfahrt traditionell vorausgehenden Bittage und Bittprozessionen. 
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      "MEIN PROBLEM MIT DEN BITTPROZESSIONEN" 

Nach den historischen Quellen wurden die Bittprozessionen zu den Bittagen vom Hl.
Mamertus, dem Bischof von Vienne (nahe dem Zusammenfluss von Gere und
Rhone) um 470 erfunden, dann 511 auf ganz Gallien ausgedehnt und in Rom erst in
der Zeit Leos III (795 – 816) übernommen.

Was ist nun mein Problem?
Bereits 747, also vor dem Pontifikat Leos III., ordnete das Regionalkonzil von
Cloveshoe in Can. 16 an, daß am 25. April die größere Bittlitanei zu veranstalten sei
und die kleinere Bittlitanei an den drei Tagen vor Himmelfahrt. Von der größeren
Bittlitanei spricht der Beschluss als "nach dem Gebrauch der römischen Kirche“, von
der kleineren als "nach unserem früheren Gebrauch“.
So weit, so gut – oder?

Der gleiche Beschluss teilt uns mit, daß gegenwärtig die Bittprozession vom 25. April
"nach deren (dem römischen) Gebrauch als die größere Bittlitanei“ bezeichnet werde.
Aber warum sollte die römische Kirche den Umzug vom 25. April als die „größere
Litanei“ bezeichnen, wenn es keine "kleineren Litaneien“ gab, von denen man sie
unterscheiden wollte?

Ich bin nicht davon überzeugt, daß es 747 in Rom noch keine "kleineren Litaneien“
gab. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, daß es, auch schon vor Mamertus in
Vienne, Bittprozessionen für gutes Wetter gegeben hat – aber vagae, tepentes,
infrequentes ... oscitabundae supplicationes, und daß es tatsächlich der Heilige war,
der daraus eine ernsthafte (d. h. auch stärker von der Geistlichkeit veranstaltete)
Angelegenheit mit Fasten, Gebeten, Psalmen und Tränen machte.

Fundstück

KNA hat Bischof Paul Hinder zu seinem 18-jährigen Dienst und seinen Erfahrungen als katholischer Hirte auf der Arabischen Halbinsel interviewt. 
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Unter dem Titel: 

                    "DIE TOLERANZ IST GEWACHSEN" 

beginnt der Beitrag so ZITAT 

"18 Jahre lang war Bischof Paul Hinder auf der Arabischen Halbinsel aktiv. Heute leben dort 3,5 Millionen Katholiken, überwiegend Arbeitsmigranten aus Asien. Im Interview spricht er über den Dialog mit Muslimen und Grund für Optimismus.

KNA (Katholischen Nachrichten-Agentur): Herr Bischof Hinder, wie haben Sie den Zustand der Religionsfreiheit auf der Arabischen Halbinsel erlebt?

Bischof Paul Hinder:  
In allen Ländern ist der Islam die offizielle Staatsreligion. Die Ausübung nicht-muslimischer Religionen ist in den meisten Ländern innerhalb der zugewiesenen Plätze - Kirchen, Tempel, Synagogen - mit Ausnahme von Saudi-Arabien garantiert. Individuelle Religionsfreiheit im Sinne der Konversion einer muslimischen Person zu einer anderen Religion ist allerdings überall strafbar."  (...)

Quelle: KNA, domradio.de Bischof P. Hinder

Die Italienische Kirche als Spiegel des Pontifikates

In seiner heutigen Kolumne für Monday in the Vatican kommentiert A. Gagliarducci die bevorstehende Wahl des Präsidenten der Italienischen Bischofskonferenz und interpretiert den Umgang des Papstes mit der Italienischen Kirche als Spiegel des Pontifikates. 
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"PAPST FRANZISKUS, DIE KIRCHE IN ITALIEN ALS SPIEGEL DES PONTIFIKATES" 

Die Ernennung des neuen Präsidenten der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) nächste Woche, wird zeigen, wie Papst Franziskus die letzten Konturen seines Pontifikates gestalten will. Es wird allgemein angenommen, daß das Pontifikat von Papst Franziskus jetzt keine großen Erneuerungs-Höhepunkte mehr haben kann sondern nur einen letzten Vorwärtsschub vor dem Ankerwerfen am Ende des Pontifikates, so lange oder kurze Zeit das auch noch dauern mag. 

Warum ist die Ernennung des Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz wichtig? Weil der Papst der Primas von Italien ist und die Bischöfe selber die Fortsetzung der alten italienischen Tradition verlangt haben, daß der Präsident der Bischöfe direkt vom Pontifex gewählt wird. Papst Franziskus wollte, daß eine Wahl stattfindet, aber am Ende werden die Bischöfe dem Papst nur eine Liste der drei Kandidaten mit den meisten Stimmen bringen. Der Papst wird entscheiden, ob er aus dieser Liste auswählen will oder nicht. 

Tatsache ist, daß kein Bischof daran denkt, für jemanden zu stimmen, den der Papst nicht als Vorsitzenden will. Vor fünf Jahren wurde Kardinal Gualtiero Bassetti zum Präsidenten gewählt, nachdem der Papst auf jede mögliche Weise seine Zustimmung signalisiert hatte: er hatte ihn zum Kardinal kreiert, obwohl er Erzbischof einer Diözese oder Kardinalat war, Perugia, und Vizepräsident der CEI; er hatte ihn an Stelle des amtierenden Präsidenten, Kardinal Angelo Bagnasco, in Audienz empfangen; er hatte ihn zum Mitglied der Bischofskongregation ernannt. 

Logischerweise setzten die italienischen Bischöfe dieses Profil fort. Während er formal sagte, er würde es vorziehen, wenn die Bischöfe ihren Präsidenten selber wählten, macht Papst Franziskus klar, was er will. 

In einem Interview am letzten 6. Mai mit dem Corriere della Sera, sagte er, er wolle, daß der Präsident ein Kardinal ist und ehrfurchtgebietend. Also reduzierte er die Liste möglicher Präsidenten auf zwei Persönlichkeiten: Kardinal Matteo Zuppi, Erzbischof von Bologna und Kardinal Paolo Lojudice, Erzbischof von Siena. 

Es könnte trotzdem eine Überraschung geben. Angenommen Papst Franziskus beruft für Juni ein Konsistorium ein, um den Erzbischof von Neapel Domenico Battaglia zum Kardinal zu machen. In dem Fall könnte er plötzlich im Rennen um die Präsidentschaft der Italienischen Bischofskonferenz sein. 

Sonntag, 22. Mai 2022

Musik am Sonntagabend

           Henry Purcell 

           

Fr. Hunwicke spricht...

bei liturgicalnotes heute über den ersten Papst, der ein Ketzer und Anathema war, Papst Honorius I. 
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"DE PONTIFICE ANATHEMATIZATO UND DIE ROGATIO-WOCHE* !" 

Die formale doktrinale Lehre des Römischen Pontifex ernst zu nehmen, ist gesunder Katholischer Instinkt, sogar wenn diese Lehre nicht ex cathedra verkündet wird und demgemäß nicht garantiert unfehlbar ist. Ich habe Mansi auf meinen Computer-Bildschirm geladen, um den formalen Brief noch einmal zu lesen, in dem unser früherer Hl. Vater das Konzil bestätigte. Das ist guter Stoff: gelungen geschrieben mit vielen glücklichen Wendungen. Seine Heiligkeit (oder Seine Gelehrtheit) war ein Wahnsinns-Latein-Stylist!

Ich bin fasziniert von dem Absatz, in dem er (ich schreibe natürlich über den Hl. Papst Leo II.) das vom Konzil (Konstantinopel III. ist natürlich das Konzil, über das ich schreibe) erlassene Anathema des Konzils gegen den ersten Ketzer Papst Honorius I. bestätigte. In seinem lateinischen Text erklärt er die Verurteilung als verhängt, weil hanc apostolicam ecclesiam non apostolicae traditionis doctrina lustravit, sed profana proditione immaculata fidem subvertere conatus est. [er hat diese apostolische Kirche (Rom) mit der Lehre der apostolischen Tradition nicht geheiligt, sondern durch profanen Verrat versucht, ihren makellosen Glauben zu untergraben.]

[Mansi liest "persana", ein Fehler, sicher, statt "profana" . Er bietet am Rand eine Variante an "immaculatam maculari permisit" -in Übereinstimmung mit dem Prinzip difficilior lectio potior, was mir wie der Versuch vorkommt, die Verurteilung abzumildern.]

Das Wort lustravit fasziniert mich. Es ist ein Widerhall der kultischen Terminologie des vorchristlichen Roms; dessen Konventionen und Terminologie im Bewußtsein der Römischen Kurie und der aristokratischen Intelligenzia lange nachdem das heidnische Ritual verschwunden war, erhalten blieb. 

W. Warde Fowler, Fellow des Lincoln  College, beschreibt Lustratio so: " in einer Prozession umhergehen, das Böse aus Farm, Stadt oder Armee vertreiben oder fernhalten ...“ In seinem Vortrag (Edinburgh, 1911) "The Religious Experience of the Roman People" ging er näher darauf ein: "um eine Trennungslinie zwischen dem Heiligen und dem Profanen zu ziehen, innerhalb der die heiligen Prozesse des häuslichen Lebens und der Landwirtschaft voranschreiten konnten, ungestört von Gefahren – menschlichen, spirituellen oder welchen auch immer –, die auf materielle Weise von der profanen Welt draußen kamen ... Dieser Grenzlinie wurde selbst durch den Durchgang ( Lustratio ) zu einer bestimmten Zeit des Jahres, normalerweise im Mai, wenn die Ernte reifte und besonders anfällig für feindliche Einflüsse war, eine Prozession mit Opfer und Gebet geweiht. Die zwei Hauptmerkmale des Ritus, wie sie von Cato formuliert wurden, sind: das Gebet zu Mars pater, nach Trankopfern zu Janus und Jupiter, um um seinen freundlichen Schutz der gesamten Familie auf dem Hof zu bitten, zusammen für die Ernten aller Art und das Vieh innerhalb der Grenzlinie ... das Ziel des Bauern ist es, Krankheit, Unglück, Mangel und Unfruchtbarkeit abzuwehren ... es ist ein Ritus dieser Art, an den Vergil gedacht haben muss, als er die schöne Passage im ersten Georgica schrieb ... terque novas circum felix eat hostia fruges, / omnis quam chorus et socii comitentur ovantes., etc. [ G I 345-6] , ... da es notwendig war, das Gehöft und sein Land durch eine heilige Grenze zu schützen, musste die Stadt von allem, was außerhalb war, klar abgegrenzt werden."

Fundstück

Anlässlich der morgigen Amtseinführung des neuen Erzbischofs von Paris Laurent Ulrich hat Axel Brüggemann eine Geschichte der Pariser Bischöfe verfaßt, die von katholisch. de veröffentlicht wurde. Hier geht´s zum Original:  klicken

Unter dem Titel:

"EIN STREIFZUG DURCH DIE GESCHICHTE DER BISCHÖFE VON PARIS"

beginnt der Artikel so - ZITAT

"Der Erzbischof von Paris hat das wohl politischste Kirchenamt in Frankreichs Kirche. Wie politisch und - zumindest in früheren Zeiten - sogar lebensgefährlich, das mussten in knapp zwei Jahrtausenden schon mehrere Hauptstadtbischöfe bitter erfahren. Zur Amtseinführung des neuen Oberhirten Laurent Ulrich am 23. Mai ein kleiner Gang durch die Geschichte.

Schon beim ersten historisch erwähnten Bischof und Stadtpatron von Paris, dem heiligen Dionysius (frz. Saint-Denis), ging es blutig zu. Am Montmartre - dem Hügel der Märtyrer - soll er um 250 während der Christenverfolgung unter Kaiser Decius auf dem Richtplatz sein abgeschlagenes Haupt genommen, es gewaschen und damit sechs Kilometer Richtung Norden gelaufen sein."  (...)

Quelle: A. Brüggemann, katholisch.de

Wo ist die wahre Spaltung in der Kirche zu finden?

Rorate Caeli veröffentlicht einen von Fr. Kevin M. Cusick für "The Wanderer" verfaßten Beitrag zum Liturgie-Streit innerhalb der Kirche.
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"LITURGIE VEREINT, HINTERS LICHT FÜHREN SPALTET" 

Waffen töten keine Menschen, Menschen tun das. Menschen sind die Quelle von Trennung, nicht die Dinge, die sie für Gewalttätigkeiten benutzen. Die Stimme ist eine der schönsten Gaben, die dem Menschen geschenkt wurden und dennoch benutzen die Menschen ihre Stimme allzu häufig auf sündige Weise, um zu spalten und zu hassen. Das ist nicht die Schuld der Stimme sondern des Mannes oder der Frau, die sie für unheilige Zwecke benutzt. 

Die Absichten sind also in jeder Situation der Schlüssel zur Aufdeckung der Gründe für eine Spaltung, wenn wirklich wahre Nächstenliebe fehlt. 

Genauso wie jede Waffe, die zur Selbstverteidigung gedacht war, können die Dinge Gottes auf sündige Weise mißbraucht werden, um die Wahrheit auszuschließen oder um  zu täuschen. Es ist das Fehlen der Nächstenliebe, die Gott beleidigt. 

Die Liturgie ist nicht nur eine Verteidigung gegen das Böse. Das Heilige Mess-Opfer, das Gebet des Herrn selbst und die höchste Form des Gebets bringt die höchste Gnadenquelle durch den in der Eucharistie gegenwärtigen Herrn. Es kann keinen größeren Grund für Einheit oder Nächstenliebe geben als das Empfangen des Herrn in der Eucharistie und der Zusammenarbeit mit den Gnaden, die er durch Wort und Werke gewährt, um Gott zu lieben. 

In den vergangenen Wochen ist der Papst in einer Rede vor dem Päpstlichen Liturgie-Institut Sant´ Anselmo  anläßlich  seines 60-jährugen Bestehens mehrmals bei Themen der Liturgie abgewichen. Er sprach von der vom II. Vaticanum eingeführten neuen Liturgie und auch von der traditionellen Liturgie. Er hat beide miteinander verglichen und letztere schlecht gemacht und abgelehnt. 

Der Papst hat seine zuerst in Traditionis Custodes (TC) vorgebrachte Linie fortgeführt, daß es nur eine mögliche Liturgie geben kann- und das ist die neue. Er hat die in TC begonnene Verunglimpfung fortgeführt, die die Beweggründe jener Katholiken  auf sündige Weise in Frage stellt, die das reiche Erbe der Gebetstradition der Kirche lieben: 

"Wenn das liturgische Leben so etwas wie ein Banner der Teilung wird, ist darin Geruch des Teufels, des Täuschers. " Das ist ein ziemlicher Tiefschlag, Hl. Vater. Sogar in einem fairen Kampf können grundlose Beleidigungen nicht gewinnen. Aber wenn der Angreifer einen unfairen Vorteil hat, weil er seine unangefochtene Macht hat, jeden zum Schweigen zu bringen, der ihn in Frage stellt, ist wirklich der Rauch der Spaltung spürbar. 

Die Motive derer, die die Traditionelle Liturgie besuchen und fördern sind die höchsten. Sie leben mit der Liebe zu Gott und den anderen durch die völlige Unterwerfung des Intellekts und des Willens zu allem, was die Kirche in Glaubensdingen und Moral lehrt. Das ist die eine notwendige Aufgabe der Kirche zur Rettung der Seelen. Ich weiß, daß das wahr ist, weil ich ihnen während fast 12 Jahren als Hirte und bei den häufigen Taufen in unseren großen und wachsenden Familien gedient habe. 

König von Italien?

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die derzeitige Wahrnehmung des amtierenden Pontifex in Italien - besonders im Hinblick auf sein Eingreifen in die Wahl des neuen Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz CEI.
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"FRANZISKUS KÖNIG VON ITALIEN. IMMER MEHR HERRSCHER, IMMER WENIGER GELIEBT"

Wenn sich Montag, 23. Mai die in Rom versammelten italienischen Bischöfe zu ihrer Generalversammlung hinter verschlossenen Türen mit Papst Franziskus treffen, wissen sie schon, daß sie von ihm nicht nur das übliche Vorgekaute bekommen werden, sondern auch das Diktat zur Ernennung ihres neuen Präsidenten, als Ersatz für Kardinal Gualtieri Bassetti, der das Ende seines fünfjährigen Mandats erreicht hat.

In Übereinstimmung mit dem Statut werden die italienischen Bischöfe ein Trio von mit absoluter Mehrheit gewählten Kandidaten vorschlagen, aus denen der Papst den neuen Präsidenten auswählen und ernennen wird. 

Aber in der Praxis hat Franziskus seinen Favoriten bereits erkoren und schon verkündet- nicht der italienischen Bischofskonferenz sondern dem "Corriere della Sera" in dem gewagten Interview vom vergangenen 2. Mai, dem mit der NATO, die vor den russischen Toren bellt" daß es ein Kardinal sein wird, nicht bloß ein Bischof. 

Nicht nur das. Auf andere Weise hat er schon erkennen lassen, daß der Kardinal, den er zum Präsidenten ernennt, nicht älter als 754 Jahre alt sein wird, wenn sein Mandat 2027 ausläuft. 

Aus Gründen des Alters bedeutet das, daß nur drei Kardinäle im Spiel sind der Vikar von Rom Angelo De Donatis, 68,  der Erzbischof von Bologna Matteo Zuppi, 67, und der Erzbischof von Siena, Augusto Paolo Lojudice, 58. Drei Kandidaten, die de facto auf zwei reduziert wurden,- durch die Entfernung des Namens von De Donatis, der seit einigen Jahren beim Papst in Ungnade gefallen ist und wahrscheinlich eine Ausweichposition in der Römischen Kurie anstrebt. 

Für die beiden Verbliebenen sind die Wetten jetzt offen. In einem vorhergehenden Post hat sich Settimo Cielo auf Lojudice konzentriert, mit der Erwartung, daß der Papst ihn als Vikar nach Rom zurückberuft. Während jedermann darüber nachdenkt, daß Zuppis Ziel eher die Wahl zum Papst als der Vorsitz der CEI ist. 

Die oben erwähnte Altersbegrenzung bindet nicht nur die CEI sondern alle Bischofskonferenzen der Welt, bei denen die Ernennung des betreffenden Präsidenten nicht dem Papst obliegt, sondern curch Wahl erfolgt. 

Das wurde durch einen Brief festgelegt, den im vergangenen März Kardinal Marc Ouellet, der Präfekt der Bischofskongregation, an die Bischofskonferenzen der Länder des Westens und Amerikas geschickt hat, oder durch Kardinal Luis Augusto Gokim Tagle, Präfekt der Kongregation zur Evangelisierung der Völker, an die Bischofskonferenzen der Missionsländer. 

zurück...

 Das Beiboot ist aus dem Trockendock zurück und wünscht allen einen schönen, gesegneten Sonntag ! 

Samstag, 21. Mai 2022

Christliche Kunst

 "Das Wunder vom Kind, das vom Balkon fiel " Simone Martini, Sienesische Schule, 13. Jahrhundert

Dienstag, 10. Mai 2022

Christliche Kunst

 ´Der Apostel Matthäus ,    Duccio Buoninsegna.  1311

Papst Franziskus & die Liturgie . Gleichgültigkeit oder Programm?

M. Tosatti veröffentlicht bei Stilum Curiae die Überlegungen von Giovanni Formicula zur Einstellung von Papst Franziskus zur Liturgie und hat einiges zu entgegnen. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"FORMICULA. MACHEN WIR UNS NICHTS VOR, WAS DIE LITURGIE BETRIFFT, HAT DER PAPST SICH ENTSCHIEDEN. GEGEN DIE ALTE MESSE."

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, es scheint angebracht, Sie auf diesen Brief aufmerksam zu machen, den der Anwalt Giovanni Formicola an eine Gruppe von Freunden geschickt hat, mit denen wir uns über die gegenwärtige Situation der Kirche und der Welt austauschen. Viel Spaß beim Lesen.

"Der Wanderer" (Caminante) ist das Pseudonym eines argentinischen Professors von ausgezeichneter Ruf, der regelmäßig – in Italien vor allem dank "Duc in altum" von Aldo Maria Valli, der sie übersetzt und veröffentlicht – erhellende Überlegungen zum Zustand der Kirche, insbesondere im Hinblick auf ihre höchste Ebene, anstellt.

In jüngster Zeit hat er jedoch über die problematischen Meinungen des Herrschers zur Liturgie geschrieben und argumentiert, daß der sich nicht allzu sehr dafür interessiere, ja daß er sie aus der jesuitischen Tradition im Grunde für keine allzu wichtige Frage halte, daß er daher in Wirklichkeit kein militanter Progressiver in der Sache sei, so daß es sinnvoller wäre, mit ihm zu "sprechen", anstatt ihn zu kritisieren und mit ihm über die liturgische Frage zu polemisieren. Diese wesentliche Gleichgültigkeit zu nutzen, wie es die Piusbruderschaft getan hat, die in der Tat die ausdrückliche Befreiung von der im Wesentlichen interdiktiven Disziplin der gregorianischen Feier erhalten hat, die mit dem motu proprio Traditionis custodes (TC) eingeführt wurde und die eher die Frucht anderer Autoren wäre. Instinktiv wollte ich antworten und schrieb an Duc in altum, wo ich seine beiden Texte gelesen habe.  (https://www.aldomariavalli. de/2022/04/03/in-margine-a-due-celebrazioni-di-francesco/; https://www.aldomariavalli.it/ 2022/05/04/bergoglio-e-la-liturgia-piu-che-progressista-disinteressato/).

Ich habe ganz einfach beobachtet, daß

a) "Gleichgültigkeit", d.h. der Mangel an liturgischer Sensibilität, genau und just das ist, worin der radikale Progressivismus in dieser Angelegenheit besteht, der den gregorianischen Ritus und seine genauen ("starren") Rubriken ablehnt, die sich der Zeit und der Geschichte widersetzen, weil sie nicht modern sind, Kreativität, Phantasie und Protagonismus des "Präsidenten der Versammlung" nicht "befreien", den "Formalismus" erzwingen und die Substanz der angeblichen Beteiligung des Volkes aus den Augen verlieren. Vor allem widersetzen sie sich dem "Dialog" mit den "getrennten Brüdern" und mit der soziologischen Realität der Welt und ihrer Mentalität: das ist Jorge Mario Bergoglio;

b. die Befreiung der FSSP von der repressiven Disziplin der TC ist ein typisch jesuitischer Schritt, das heißt, listig (rectius, schelmisch): Auf der einen Seite erhöht sie die Anzahl seiner plauditores interecclesiali (oder fast), auch wenn sie aus seinem Sektor kommt (aber diejenigen sind, die sich im Hinblick auf die Zukunft sehr wohl hüten werden, zu kritisieren); Auf der anderen Seite sagt er: "DAS  gilt nur für sie, und BASTA!", was ihre Marginalität unterstreicht. Meiner Meinung nach ist es sicherlich nicht die Wirkung einer Form liturgischer Laxheit aus Gleichgültigkeit (und wegen der guten Manieren der FSSP), von der auch andere profitieren könnten.

Aber ich hätte es vorgezogen, das nicht zu sagen, weil ich nicht gerne mit den Guten streite – oder auch nur argumentiere. Gestern jedoch hat Jorge Mario Bergoglios Rede vor den Lehrern und Schülern des Päpstlichen Liturgieinstituts (https://www.vatican.va/ content/ francesco/ it/events/ event.dir.html/ content/vaticanevents/it/2022/5/7/pont-istituto-liturgico.html) den berühmten Stier bei den ebenso berühmten Hörnern gepackt und daher ist es sinnlos, sich der Stimme zu enthalten. Er denkt an "vorwärts gehen" und "rückwärts gehen", eine Figur des extremen Progressivismus, und vor allem spricht er vom "Geruch des Teufels" dort, wo der gregorianische Ritus gefeiert wird, den er für spaltend hält, gegen die Kirche und gegen das Konzil (immer DAS) gerichtet, wie er sagt. Abgesehen von der "Gleichgültigkeit": Er weiß sehr wohl, daß das Spiel mit der Liturgie zu  Hauptschlachtfeldern der Moderne gehört. Und er hat ohne Zweifel sein Spezialgebiet entschlossen gewählt."

Gesundheit für Sie
in J. et M.

M. Tosatti

Quelle: M.Tosatti, Stilum Curiae

Montag, 9. Mai 2022

Musik am Abend

 Frescobaldi   "Se l´aura spira..."

            

Papst Franziskus und die liturgische Tradition

Peter Kwasniewski hat einen Artikel von Clemens V. Oldendorf für kathnet verfaßten Kommentar zur Papstrede von 7. Mai übersetzt und bei Rorate Caeli veröffentlicht. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST FRANZISKUS BELEIDIGT DIE LITURGISCHE TRADITION UND LEBT VON IHR: ZUR REDE VOM 7. MAI" 

Am 7. Mai 2022 hat Papst Franziskus die Fakultät und Studenten des Römischen Sant´Anselmo Instituts der Benediktiner in Audienz empfangen. In seiner Rede warnte er vor "liturgischem Formalismus" der darin besteht "zu Formen und Formalität zurückzukehren". Der Hl. Vater sprach diese Haltung denen zu , die versuchen in die Vergangenheit zurückzukehren" und die er oft beschuldigt, das II.Vaticanische Konzil schlicht zu verleugnen. Wörtlich sagte der Papst: "Dort [in solchen Gemeinschaften] wird die Liturgie zu einer Vorstellung, einer Sache ohne Leben, ohne Freude:" Dementsprechend reduzieren sie die Liturgie auf ein nützliches Instrument um die "Tradition zu bewahren".

Das Statement erhält eine besonders schmerzliche Note vor dem Hintergrund, daß wenige Tage zuvor, am 4. Mai, eine Gruppe französischer Priestermütter, deren Söhne Gemeinden angehören, die die traditionelle Liturgie praktizieren und diese als Quelle ihres Glauben, ihrer Berufung und Spiritualität, erleben, zu Fuß nach einer Pilgerreise, die von Paris (!) ausging, nach Rom gekommen waren, um beim Papst eine größere Sensibilität und Verständnis für die Sorge aller Traditionsliebenden zu wecken. Die Pilgergruppe war vom Heiligen Vater auf dem Petersplatz namentlich empfangen worden, ohne jedoch auf das Motiv der Wallfahrt einzugehen, dem Papst zu vermitteln, daß das von ihm immer wieder gezeichnete Bild für die große Mehrheit der Traditionalisten nicht repräsentativ ist.

Richtigerweise sagte der Papst am vergangenen Samstag, daß "die Liturgie niemandem gehört“. Er vergaß zu erwähnen, daß dazu die Kirche und letztlich die Bischöfe und Päpste selbst gehören. Die Liturgie ist sowohl ein Geschenk an die Kirche als auch eine Vorschrift. Der Papst wiederholte seinen Refrain über die "selbstbezogene Mentalität“ traditionsliebender Katholiken, die ausdrücklich in Union und Einheit mit dem Stuhl Petri und den Ortsbischöfen sein wollen.

Es ist nur allzu offensichtlich, daß die eigene Engstirnigkeit von Papst Franziskus, die aus der Mentalität der unmittelbaren nachkonziliaren Zeit stammt, zu einem fast absoluten Unverständnis für die Beweggründe der an die Tradition gebundenen Gläubigen führt. Auch die punktuellen Zugeständnisse, mit denen Papst Franziskus die Priesterbruderschaft St. Petrus zumindest intern relativ weitgehend von den Bestimmungen seines Dekrets Traditionis Custodes ausgenommen hat, können darüber nicht hinwegtäuschen, und diese Bruderschaft selbst sollte sich deswegen keinen Illusionen hingeben.

Mit seinen immer wiederkehrenden Unterstellungen zu Lasten traditionsorientierter Gläubiger und Priester, die auf jede andere Gruppe in der Kirche angewandt sofort als böswillige Stichelei und Schikane wahrgenommen und bezeichnet würden, provoziert der Papst genau diese Missverständnisse und distanziert sich von der Weltkirche, die sein Konstrukt des typischen Traditionalisten ausmachen. Diese Strategie möchte man dem Heiligen Vater keinesfalls unterstellen, aber wenn sich herausstellen sollte, daß er das vorsätzlich tut, stünde sie in eklatantem und diametralem Widerspruch zu dem "petrinischen Dienst an der Einheit“, auf den sich Franziskus in Traditionis Custodes ausdrücklich bezogen hat."

Quelle: P.Kwasniewski, C.V. Oldendorf,, kathnet, Rorate Caeli

Fr. Hunwicke spricht...

liturgicalnotes an ihrem heutigen Geburtstag über Sophie Scholl und empfiehlt sie allen als Vorbild.         

                                    "SOPHIE SCHOLL"

Heute war der Geburtstag von Sophie Scholl, die unter dem Regime derDeutschen Nationalsozialisten wegen Hochverrats hingerichtet worden ist. Sie humpelte auf Krücken zur Goullotine, da man ihr während der Verhöre ein Bein gebrochen hatte.
Ich bete und bitte darum, daß jeder Leser dieses Blogs aus ganzem Herzen und mutig ein Hochverräter des Zeitgeistes unserer Epoche sein möge.
Wenn solche Hochverräter vor die allesamt so überaus vornehmen Richter gestellt werden, die sich in jeder Epoche für die finsteren Pläne des ewigen Zeitgeistes stark machen, hoffe und bete ich, daß sie ebenso tapfer sind wie Sophie vor Roland Freisler.
Ja, das ist wirklich ein Beispiel von Parrhesia

Quelle: liturgicalnotes, Fr. J. Hunwicke

Papst Franziskus und die Medien, Religion als Kultur...

In seiner heutigen Kolumne in Monday in the Vatican kommentiert A. Gagliarducci die Medienpräsenz des amtierenden Papstes und die Gefahren die 

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"PAPST FRANZISKUS, DIE HERAUSFORDERUNG RELIGION NICHT AUF KULTUR ZU REDUZIEREN"

Papst Franziskus ist während der Osterzeit in zwei Sendungen des Italienischen Staatsfernsehen RAI erschienen. Die erste "A Sua Immagine" ist eine historische Sendung, die gemeinsaam mit der Italienischen Bischofskonferenz gemacht wird und zu dem auch Papst Franziskus´ sonntäglicher Angelus gehört. Die zweite "I volti dei Vangeli" (Die Gesichter der Evangelien) war stattdessen eine Produktion von RAI Cultura gemeinsam mit der Kommunikationsabteilung der RAI, zu der der Papst mit verschiedenen Kommentaren zu den Protagonisten der Evangelien beitrug. Es war ein Programm, das für Weihachten mit anderen Themen für einen katholischen Rundfunksender gestaltet und dann ams Nebenprodukt an die RAI zurück verkauft wurde.

Die allgegenwärtige Präsenz des Papstes in den Medien ist nicht überraschend. Mehr als jeder andere Papst gewährt Franziskus Interviews, zeigt sich im Fernsehen, bezieht politische Positionen (wie die zur NATO im letzten Interview mit Corriere della Sera) und verschafft sich Gehör.

Dennoch riskiert die Dauerpräsenz des Papstes birgt die  Gefahr die gegenteilige Wirkung zu haben, besonders die, daß die Gegenwart des Papstes in den Medien eine Art Routine wird, daß sein Bild vorherrschend wird und auch die Kirche selbst überschattet. In der Praxis wird die Person des Papstes eine kulturelle Tatsache, eine Stimme wie die vieler anderer Intellektueller und nicht im Informationsbereich

Die Frage muss gestellt werden, weil die Reduzierung der Auftritte des Papstes auf gewöhnliche Ereignisse Gefahr läuft, auf die gesamte Kirche und allgemein auf die Wahrnehmung der Religionen in der Gesellschaft nachzuwirken.

Die Zeichen dafür sind alle vorhanden. Die RAI, das italienische Staatsfernsehen, hat seit 2002 eine mit dem Titel "RAI Vaticano", die sich mit religiösen Informationen befaßt. Aber über die Jahre hat sie langsam ihre Charakteristik verloren und wurde auf ein einziges halbstündiges Programm reduziert, das einmal im Monat spät nachts gesendet wird. 

Seit 2021, nach der Neuorganisation des Sendernetzes wurden jedoch religiöse Nachrichten Teil des Verantwortungsbereichs der Kultur-und Bildungsabteilung. Deshalb wird Information über Religion praktisch ein rein kulturelles Phänomen, das nicht wert ist in seinen Äußerungen und in ihrer fundamentalen Rolle in der Gesellschaft tiefergehend untersucht zu werden.

Das scheint eine nebensächliche Frage zu sein, aber das ist es nicht. Weil es die Religion genau auf ein kutlurelles Phänomen reduziert, das, was in den vergangenen Jahren in Quebcc/ Kanada eine stille Revolution genannt wurde, die stattgefunden hat. Eine Revolution, die eine Welle der Säkularisierung in der Gesellschaft ausgelöst und die Religionen beiseite geschoben hat, um ihre  unbestreitbare spirituelle Bedeutung zu verleugnen.